Ehrenamt: „Charakterköpfe“ im Rathaus zu sehen

Von: Sonja Essers
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Tolles Engagement: André Hennecken, Robert Schäfer, Marita von der Weiden, Hartmut Kleis, Dieter Call, Christa und Karl-Heinz Oedekoven sowie Hans Charles, Torsten Eickhoff, Dr. Tim Grüttemeier und Hildegard Nießen kamen zur Feierstunde im Rathaus zusammen. Foto: S. Essers

Stolberg. Ehrenamtliches Engagement hat viele Facetten – auch in Stolberg. Dass es Menschen gibt, die sich vielseitig einbringen, wird auch von der Verwaltung gewürdigt. Zum dritten Mal wurde der Ehrenamtspreis der Stadt verliehen.

Ausgezeichnet wurden Marita von der Weiden, Dieter Call, Christa und Karl-Heinz Oedekoven, Hans Charles, Hartmut Kleis und André Hennecken. Die Verleihung fand bereits im Juni dieses Jahres im Rittersaal der Stolberger Burg statt. Doch damit nicht genug. Schließlich gehört in einem weiteren Schritt auch die Aufnahme der Preisträger in die Galerie „Stolberger Köpfe im Ehrenamt“ dazu. Die Fotografien wurden nun im Rathaus vorgestellt.

Als natürlich und positiv beschrieb Hildegard Nießen, Ehrenamtsbeauftragte der Stadt, die Portraits, die in den kommenden Tagen die Galerie im Rathaus komplettieren werden. Neben dem Foto sind in einer Vita auch die einzelnen Ehrenämter aufgezählt. Und da kommt eine ganze Menge zusammen.

So wie bei Marita von der Weiden, die seit über 40 Jahren auf der Gitarre musiziert. Sie gründete und leitet den Instrumentalkreis St. Hubertus in Büsbach, begleitete 20 Jahre den Vichter Jugendchor und ist seit mehr als 18 Jahren bei dem offenen Singen für Senioren im ökumenischen Gemeindezentrum. Dieter Call ist seit 1958 Judoka, gründete 1960 die Abteilung Judo bei der DJK Roland und betreibt seit 1963 Ju-Jutsu, in der er Trainer und Prüfer auf Bezirks-, Landes- und Bundesebene wurde. 15 Jahre war er Verbandsnationaltrainer in Belgien, leistet bis heute Verbandsarbeit in NRW und steht immer noch als Trainer bei der DJK Roland auf der Matte. Zudem engagiert er sich bei der Interessengemeinschaft Büsbach.

Denkt man an Kunst und Kultur verbindet man diese Begriffe mit Christa und Karl-Heinz Oedekoven. In Stolberg haben sie lange eine Benefizkampagne zu Gunsten der Regenschule betreut und 2010 die Kunstreihe „Artibus“ kuratiert. Sie gehören zu dem Team, das die Kunstausfahrt „Art Tour de Stolberg“ ins Leben gerufen hat, sie initiierten die Kunstreihe „In Memoriam“, organisieren zahlreiche Konzerte und das Stolberger Klassik-Festival und engagieren sich im Helene-Weber-Haus sowie der Kleiderkammer des Sozialdienstes Katholischer Frauen.

Aus dem Vichter Dorfleben ist Hans Charles nicht wegzudenken. Seit mehr als 40 Jahren ist er Kassierer in der KG Vicht Närrische Lehmjörese, langjähriges Mitglied der Vichter Schützen, war im Männergesangverein, in der Pfarre und bei den Trommler und Pfeifern aktiv. Außerdem ist er Gründungsmitglied und Schatzmeister der Interessengemeinschaft Schönes Vicht, hat am Lehmjöres-Wanderweg mitgewirkt, gehört seit 20 Jahren der Löschgruppe Vicht der Freiwilligen Feuerwehr an und hat mehr als 100 Mal Blut gespendet.

Ebenfalls in Vicht beheimatet ist Hartmut Kleis. Er hat einen Aktionskreis aus vielsprachigen Personen verschiedener Herkunftsländer gegründet, der Migranten- und Flüchtlingskindern Nachhilfe anbietet, gehört seit elf Jahren zum Team des Stolberger Musiksommers, bietet seit 1998 ehrenamtlich Selbsthilfegruppen an und ist als Vereinsvorsitzender maßgeblich am Vichter Dorfladen mit Café beteiligt.

Brauchtum, Benefiz, Kunst und das Miteinander der Vereine in Breinig und Breinigerberg liegen André Hennecken am Herzen. 1976 gründete er die Breiniger Karnevalsgesellschaft Sündenböcke, deren Vorsitzender er seit 41 Jahren ist. Mit Aktionen wie „Kochen für den guten Zweck“, Adventsgrillen auf dem Hof von „Jasse Walter“, dem „Kölsche Köbes Klaaf“ und den bunten Fahrrädern in Breinig unterstützt er immer wieder wohltätige Organisationen. Er war Motor bei Breinigs Teilnahme am Wettbewerb „Unser Dorf hat Zukunft“ und brachte Kunstprojekte wie „Platz gemacht“ und gemeinsam mit Win Braun „Kunst und Breinig“ ins Rollen.

Aufgenommen wurden die Fotos von Robert Schäfer – ebenfalls ehrenamtlich. „Ich wollte auf den Bilder darstellen, was die Ehrenamtler bewegt. Sie sind alle Charakterköpfe, besondere Menschen und haben diese Auszeichnung mehr als verdient“, sagte Schäfer. Dieser Meinung war auch Bürgermeister Dr. Tim Grüttemeier, der an diesem Nachmittag die Gäste begrüßte und sich stellvertretend für alle Ehrenamtler in Stolberg bei den Ausgezeichneten bedankte. „Ich bin sicher, jeder und jede kann eine Aufgabe finden, die zum ihm oder ihr passt. In diesem Sinne: Lassen Sie uns gemeinsam unser Gemeinwesen weiterentwickeln“, sagte er.

Die Ehrenamtsgalerie ist noch um einen zusätzlichen Teil erweitert worden. Bisher wurden ebenfalls die Namen der Stolberger dokumentiert, die Träger des Bundesverdienstordens und des Rheinlandtalers sind. Komplettiert werden sie nun durch die Bürger, die mit dem Verdienstorden des landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet wurden. Diese Listen werden von Stadtarchivar Christian Altena mit und mit aktualisiert.

Nicht nur die Gäste im Rathaus waren von den neuen Bildern sehr angetan. Auch bei den Stolbergern komme die Galerie gut an, wie Hilfegard Nießen berichtete. „Ich habe schon von vielen Leuten gehört, dass sie dort verweilt haben. Die Ecke wird durchweg positiv aufgenommen“, sagte sie.

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