Ehemaliger Chefarzt setzt sich gegen fristlose Kündigung zur Wehr

Von: gro
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War die fristlose Kündigung von Klaus Bläsius am Bethlehem Krankenhaus rechtens? Diese Frage beschäftigt die Juristen. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Die abrupte Trennung des Stolberger Bethlehem Krankenhauses von seinem langjährigen Chefarzt Prof. Dr. Dr. Klaus Bläsius hat ein gerichtliches Nachspiel. Wie beide Seiten am Freitag auf Anfrage unserer Zeitung bestätigt haben, wird die Anfang November 2013 von der Geschäftsführung ausgesprochene fristlose Kündigung am 20. Februar Gegenstand eines Verfahrens vor dem Landesarbeitsgericht Köln sein.

Die 9. Kammer wird dann darüber zu befinden haben, ob die Entlassung des Leiters der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie rechtens war. Das Aachener Arbeitsgericht hatte im vergangenen Mai in erster Instanz geurteilt, dass dies nicht der Fall sei, und war der Klage Bläsius auf sofortige Wiedereinstellung gefolgt.

In seiner Urteilsbegründung hatte das Gericht nach Informationen unserer Zeitung seinerzeit festgestellt, dass die fristlose Kündigung nur nach vorheriger Abmahnung hätte erfolgen dürfen. Dies sieht die Geschäftsführung des Krankenhauses allerdings anders und hat deshalb gegen das Urteil zwischenzeitlich Berufung eingelegt.

Zum eigentlichen inhaltlichen Streitpunkt wollten sich am Freitag weder Klaus Bläsius noch Bethlehem-Geschäftsführer Gábor Szük äußern. Beide verwiesen auf das noch laufende Verfahren. Dem Vernehmen noch soll der Vorwurf des Betruges im Raum stehen. Und konkret die Behauptung des Krankenhauses, dass sein Chefarzt Operationen falsch und zu seinen persönlichen Gunsten abgerechnet habe. Eine Abmahnung, so die Begründung der von einer Kölner Anwaltskanzlei vertretenen Geschäftsführung, sei wegen der Schwere der Vorwürfe nicht erforderlich gewesen. Diese Argumentation haben die Aachener Richter allerdings nicht gelten lassen.

Keine offizielle Begründung

Einen offiziellen Grund für die Trennung von Klaus Bläsius hatte Gábor Szük im November 2013 nicht genannt. Allerdings hatte er zu diesem Anlass im Gespräch mit unserer Zeitung erklärt, mit der Zahl von Patienten in der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie nicht zufrieden zu sein. „Die Belegung der Abteilung ist zuletzt zurückgegangen“, kritisierte Szük damals.

Bläsius, der einen Anwalt aus Freiburg mit dem Streitfall betraut hat, zeigte sich am Freitag zuversichtlich, dass das Verfahren auch in zweiter Instanz zu seinen Gunsten ausfallen werde. Inwieweit dies eine Rückkehr nach Stolberg zur Folge haben könnte, bliebe abzuwarten.

Jetzt in Aachener Praxis tätig

Seit Anfang April 2014 ist der 62-jährige gebürtige Dauner in der Aachener Gemeinschaftspraxis von Ralf Bakies und Dr. med Renate Allhoff mit den Schwerpunkten Orthopädie und Schmerztherapie als angestellter Arzt in Teilzeit tätig. Neuer Chef der Klinik für Orthopädie und Unfallchirurgie des Bethlehem Krankenhauses ist derweil seit nunmehr acht Monaten Dr. Herbert Röhrig. Er war zum 1. Juni 2014 von der Uniklinik Bonn in die Kupferstadt gewechselt.

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