Edilio macht Region zum Vier-Länder-Eck

Von: Dirk Müller
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Mit seinen Pagen Antonia und Hortensia Gonzalez, Miguel Angel sowie Javier und Vanesa Gonzalez (v.l.) sorgt der frisch inthronisierte Kupferstädter Karnevalsprinz Edilio I. (Gonzalez) mit seinem Lied „Stolberg Olé“ für ausgelassene Stimmung bei dem schwungvollen Finale des festlichen Proklamationsakts. Foto: D. Müller
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Der Prinzenvater Daniel Heinrichs (links) gratuliert seinem Thronfolger im „ungefähr gleichen Alter“. Foto: D. Müller

Stolberg. Auf ein vielfaches „Stolberg Alaaf“ ist ein beeindruckendes „Stolberg Olé“ gefolgt. Schon nach dem ersten Takt des Prinzenliedes der frisch inthronisierten Kupferstädter Tollität Edilio I. (Gonzalez) riss es die Gäste in der Burg-Galerie von den Stühlen, und die traditionell feierliche Proklamation mündete in ein stimmungsvolles Finale.

 Von „Fastelovvend im Blut und Kupfer im Herz“ sang der neue närrische Regent voller Temperament in dem mitreißenden Lied „Stolberg Olé“, und seine Pagen Vanesa, Antonia, Hortensia und Javier Gonzalez sowie Miguel Angel garantierten als Flamenco-Tänzerinnen und spanische Reiter für eine ansprechende Optik.

Zuvor hatte der im südspanischen La Linea de la Concepción geborene „Edilio Primero“ erstmals Worte an das Narrenvolk gerichtet und damit die vielen Gäste im Saal sichtlich bewegt und ihre Herzen gewonnen. Nach seiner Inthronisierung sagte Edilio I.: „Dass mir eine solche Ehre zuteil wird – in meiner Heimatstadt – hätte ich nie gedacht.“ Was die Heimat sei, machte Seine Tollität in erster Linie an den Menschen fest. „Menschen, die sich der Kultur, Tradition und Geschichte in ihrer Region verbunden fühlen, unabhängig davon, ob sie dort geboren sind oder nicht“, erklärte der Prinz und erhielt viel lautstarken Applaus für sein Fazit: „Das ist für mich Heimat, und das ist für mich Stolberg.“

Kaum waren die Beifallsbekundungen verebbt, versicherte Edilio I., er versuche als jeckes Oberhaupt der Narren sein Bestes zu geben, und „meinem Stolberg und Euch ein ehrenvoller und toller Prinz zu sein“, und wurde erneut von dem Publikum in der Burg frenetisch gefeiert. Die von Heinz Hartmann, Präsident der Ersten Großen Stolberger Karnevalsgesellschaft, moderierte Prinzenproklamation fand nach zweijähriger Unterbrechung wieder in der Burg-Galerie statt, die sehr gut besucht war.

Stehplätze für die letzten Gäste

So gut, dass die Anzahl der Stühle nicht ausreichte, und die zuletzt eingetroffenen Besucher sich für die zweistündige Dauer des Festakts mit Stehplätzen begnügen mussten. Stadtkommandant Dr. Rüdiger Fröschen eröffnete die Proklamation, und die folgende Liste der von Hartmann begrüßten Honoratioren aus den Bereichen Politik, Gesellschaft und vor allem natürlich dem Fastelovvend war beeindruckend lang. Zunächst unterhielt Silberprinz Uwe Jahn die Gäste. Er erinnerte an die Session 1989, in der Jahn als Uwe I. auch ohne Kenntnisse der Kupferstädter Mundart über die Stolberger Jecken herrschte.

Als „Prinzenvater im ungefähr gleichen Alter“ ergriff die scheidende Tollität Daniel I. (Heinrichs) das Wort und dankte seinem Hofstaat, der Ersten Großen KG und allen, die ihn in der vergangenen Session unterstützt haben. Seinem Thronfolger wünschte die Ex-Tollität, dass er am Ende der Session sagen könne: „Es war genau die richtige Entscheidung, Prinz unserer wunderschönen Kupferstadt gewesen zu sein.“

„Notfall-Bier“ vom Bürgermeister

Für lockeres Amüsement, bei dem wahrlich kein Auge trocken blieb, sorgte Manfred-Martin Nutsch-Mai alias „Manni der Rocker“ aus Düsseldorf. Dem feierlichen Akt angemessen, hatte der Rocker sogar auf seine Lederjacke verzichtet und sich stattdessen mit einem Jackett bekleidet. Mit einer alternativen Büttenrede unterhielt Manni sein Publikum glänzend, lieferte Pointen am laufenden Band und brachte mit weiteren brillanten Scherzen als Zugabe die Gäste der Ersten Großen KG zum Lachen.

Vom „Monte de Büsbach“

Auf das Feuerwerk der guten Laune folgte die würdevolle Inthronisierung des „Spanischen Stolberger Jung Edilio Primero“, dem die Prinzenmütze als Zeichen der Würde traditionell sein Vorgänger Daniel I. aufsetzte. Die Macht in Form des Zepters verlieh der neuen Tollität der Erste Bürger der Stadt Stolberg: Ferdi Gatzweiler wünsch­te Edilio I. eine unvergessliche Session und punktete bei den Gästen humoristisch mit seiner geübten Josef-Behlau-Parodie. Für den Präsidenten des Stolberger Karnevalskomitees, der scheinbar unter der „trockenen Luft“ in der Burg-Galerie litt, hatte der Bürgermeister noch eine Überraschung parat: ein französisches „Notfall-Bier“, das allerdings mit einem Nachteil behaftet war. Die kleine Flasche enthielt Gerstensaft, dem die Zutat Alkohol fehlte.

Erste-Große-Präsident Heinz Hartmann stattete die Mütze des neuen Prinzen als Zeichen der Ehre mit prächtigen Federn aus, bevor Vizepräsident und Oberehrenhut Holger Schulz zum ersten Mal in die Rolle des Protocollarius schlüpfte. Schulz würdigte Edilio I. als „el conde et Soberano de Iberico et de Gibraltar et Monte de Büsbach“ und als Herrscher der Session 2014 über „Castello Stolberica“.

„Luftfeuchtigkeit“ steigt

Die offizielle Urkunde, die den Bürger Gonzalez in den Stand des obersten närrischen Edelmannes, des Stolberger Prinzen, erhebt, wurde feierlich von weltlichen, geistlichen und karnevalistischen Würdenträgern gezeichnet, und zu den Gratulanten zählte nicht nur der Stolberger Komiteepräsident Behlau. Reiner Spiertz, Präsident des Verbands der Karnevalsvereine Aachener Grenzlandkreise, begrüßte es ausdrücklich, dass die Kupferstadt mit Edilio I. unsere Region nun zu einem „Vier-Länder-Eck“ gemacht habe.

Der Präsident des Eschweiler Karnevalskomitees, Norbert Weiland, bedachte die neue Stolberger Tollität mit der Freundschaftsplakette des Eschweiler Karnevals. Nach erfolgreich zelebrierter Proklamation und Inthronisierung feierten die Gäste eine Etage tiefer ihren neuen jecken Regenten Edilio I. und die Session 2014 bei jetzt deutlich höherer „Luftfeuchtigkeit“. Im Rittersaal der Burg und dem davor befindlichen Thekenbereich machten nun die Jecken der Kupferstädter, Eschweiler und Aachener Karnevalsgesellschaften sowie Vertreter aus Politik, Kultur, Wirtschaft und mehr dem sympathischen „Principe de Castello Stolberica“ Edilio I. ihre persönlichen Aufwartungen in lockerer und karnevalistisch geselliger Atmosphäre.

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