Ean Gidman gastiert zum fünften Mal in der Breiniger Kirche

Von: Marie Luise Otten
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Auf der Querflöten spielend mit einem Feuerwerk an Licht geriet mit Ean Gidman in der Breiniger St. Barbara-Kirche das Allegro aus der 5. Sinfonie von Beethoven zu einem wahren Ohrenschmaus. Foto: Otten

Stolberg-Breinig. Trotz widrigen Wetters haben viele Menschen den Weg in die Breiniger Pfarrkirche gefunden, um dem musikalischen Programm „Music of the light 2015“ von Ean Gidman, das wieder mit einer eindrucksvollen Lichtshow kombiniert ist, zu folgen. Der Künstler ist in Breinig längst kein Unbekannter mehr.

Zum fünften Mal begeistert er mit professionellem Saxofon- und Querflötenspiel seine Fans. Mit im Boot ist sein Freund Rolf von Ameln, ein ebenso begnadeter Vollblutmusiker wie Ean Gidman.

„Somewhere over the Rainbow“ ist das Motto in diesem Jahr. Die beiden nehmen das Publikum mit auf den Weg, den Regenbogen zu finden und das mit Hilfe von klassischen und romantischen Stücken bis hin zu Popsongs. Für die Technik ist seit Jahren Philipp Witt zuständig. Er bedient den Computer, die Scheinwerfer, Nebelmaschine, Laser und Lautsprecher. Ean Gidman hat alle Stücke selbst instrumentiert und programmiert und über die Choreographien stundenlang getüftelt.

Nach der märchenhaft schönen Situation aus dem „Zauberer von Oz“ geht es mit Liebesliedern weiter. Von Rodgers und Hart spielen die Beiden für alle Romantiker das bekannte „My Romance“. Nun macht der Solosaxofonist Gidman allein weiter. Die melancholischen Balladen „Tears in Heaven“ und „One day I’ll fly away“ sprechen ihre eigene Sprache. Während Eric Clapton in seinem Stück die Trauer seines vierjährigen Sohnes, der bei einem Unfalltod starb, verarbeitet hat, ist es bei der Soulsängerin Randy Crawford der Wunsch nach Veränderung nach einer zu Ende gehenden Liebe. Virtuos wird es mit der „Ankunft der Königin von Saba“ von Georg Friedrich Händel. Das muntere, gefällige Stück spiegelt die heiter repräsentative Seite der Barockmusik wider. Unvergessen bleibt an diesem Abend auch Michael Jackson. Fünf Jahre nach seinem Tod ist das „I just can’t stop loving you“ noch immer ein großer Hit. Vor der Pause beschließt Gidman den ersten Teil mit dem amerikanischen Weihnachtslied „Little Drummer Boy“.

Wie im Himmel fühlen sich alle, als sie „Gabriella’s Song“ hören. Die Sehnsucht nach einem kleinen Stück davon berührt die Herzen. Hierzu gehört auch Bette Midlers „The Rose“, ein wunderschöner Gänsehaut-Song. In „Fragile“ vom britischen Rock-Musiker Sting spielt Ean Gidman nicht nur auf dem Saxofon, sondern singt auch von der Zerbrechlichkeit. Dann darf wieder geträumt werden. Das Lied „O dreamed a dream“ ist ein Klassiker aus dem Filmmusical „Les Misérables“, in dem es um Liebe, Rache, Verrat und Vergebung im nachrevolutionären Frankreich des 19. Jahrhunderts geht.

Mit einem Feuerwerk an Licht gestaltet Ean Gidman auf der Querflöte „the 4th Movement - Allegro“ aus der Symphony Number 5 von Ludwig van Beethoven. Was entstehen kann, wenn sich zwei Herren zum Kaffeetrinken verabreden, zeigt das Gemeinschaftswerk „By the time I get to Phoenix“. Ean Gidman und Rolf von Ameln haben Jimmy Webbs Abschiedslied, das Glen Campbell berühmt gemacht hat, auf ihre eigene Art dargeboten: singend, auf Altsaxofon spielend und himmlisch untermalend auf dem Keyboard.

Wiedersehen im nächsten Jahr

Von Ameln hat klassisches Klavier und Orgelmusik zusammen mit Franz Körfer studiert, dazu Jazz bei Kurt Edelhagen in Köln. Zum Jahreswechsel wird im englischsprachigen Raum traditionsgemäß „Auld Lang Syne“ dargeboten. In Breinig beginnt Rolf von Ameln das Verbrüderungslied als „Toccata de Notre Dame“ mit einzigartigen Orgel-Improvisationen.

Das letzte Stück „Ist das nichts?“ zählt zu den großen Songs von Udo Jürgens. Der populäre deutschsprachige Musiker der vergangenen Jahrzehnte war im Dezember 2014 plötzlich verstorben. Als Hommage an ihn gab es den Hit von 1979, in dem wie auch in allen anderen seiner Lieder eine Botschaft zum Ausdruck kam, in diesem Fall über ein wenig Dankbarkeit. Dankbar sind alle im Kirchenraum für diesen zauberhaften Abend und applaudieren lange. Pfarrer Ulrich Lühring verspricht noch eine Zugabe, die die beiden mit der „kleinen Stadt, die schlafen gehen will“, gerne erfüllen. Schon jetzt steht fest, dass sie 2016 wieder kommen werden, denn die Auftritte in Breinig sind zur Tradition geworden.

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