Durchschnittliches Jahreseinkommen steigt

Von: jpm
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Stolberg. Das durchschnittliche Jahreseinkommen der Stolberger steigt. Das jedenfalls geben Mathematiker vom Statistischen Landesamt Information und Technik (IT.NRW) bekannt.

Den letzten ermittelten Werten nach wuchs das verfügbare Jahreseinkommen um 551 (2,7 Prozent) auf 18.444 Euro an. Die erst jetzt bekannt gegebenen Zahlen beziehen sich auf das Jahr 2008.

Klingt langweilig? Ist es auch. Machen wir die Werte also ein wenig greifbarer. Heruntergerechnet auf den Kalendertag etwa konnten die Kupferstädter 2008 über 50 Euro und 39 Cent frei verfügen. Im Vokabular der Statistiker schließt „frei” Miete, Versicherungen oder Strom mit ein. Das macht 352 Euro und 73 Cent in der Woche.

Unter dem verfügbaren Einkommen wird die Einkommenssumme (Arbeitnehmerentgelt und Einkommen aus selbstständiger Arbeit und Vermögen) verstanden, die den privaten Haushalten abzüglich Steuern und Sozialabgaben und zuzüglich empfangenen Sozialleistungen zur Verfügung stehen. Die ermittelten Werte sollen Rückschlüsse auf die Kaufkraft in den Kommunen ermöglichen.

Nun denn: Nach aktueller Preislage hätte der Kupferstädter Tag für Tag beispielsweise die Wahl zwischen etwa 36 Litern Benzin, 45,9 Wochenausgaben unserer Zeitung oder aber gut fünf Kästen Premium-Pils zum Angebotspreis (ohne Pfand) gehabt.

Damit lag Stolberg unter dem Landesdurchschnitt (19.837 Euro), aber knapp über dem Durchschnitt im damals noch existenten Kreis Aachen (18.303). Auch im Nachbarort Eschweiler mussten die Einwohner mit weniger Geld auskommen, als in Stolberg, nämlich mit durchschnittlich 17.128 Euro. Im Kreis lag die Gemeinde Roetgen mit 27.845 Euro vorn, dicht gefolgt von Monschau (27.036).

Umgemünzt auf Naturalien bedeutet das, dass ein Eschweiler auf den fünften Kasten Bier hätte verzichten müssen. Es sei denn, er wäre gut befreundet mit einem Roetgener, der sich spielend sieben Stück leisten konnte. Das stärkstmögliche Bierkonsumgefälle in NRW herrschte zwischen dem Landesspitzenreiter Attendorn im Kreis Olpe (13 Kästen) und dem Schlusslicht Selfkant im Kreis Heinsberg (nicht mal vier).

Wie gewonnen, so zerronnen

Richtig brisant werden die Arbeitsergebnisse der Statistiker, wenn man bedenkt, dass das Jahr 2008 ein Schaltjahr war. In einem Jahr mit nur 365 Tagen hätte der Durchschnittsstolberger pro Tag 50 Euro und 53 Cent zur Verfügung gehabt. Der 29. Februar schlug also an jedem der anderen 365 Tage mit 14 Cent zu Buche, was heute einem Deziliter Benzin oder annäherend dem Pfand für zwei der Bierflaschen entspricht. Dem Roetgener gingen sogar aufgerundete 21 Cent seines Tagesbudgets durch die Lappen.

Ferner sind die Zuwächse im Verhältnis zur allgemeinen Inflationsrate zu sehen. Laut Statistischem Bundesamt hatte diese 2008 in Deutschland bei 3,1 Prozent und somit auf dem höchsten Wert seit 1994 gelegen. Ergo: In Stolberg gab es 2,7 Prozent mehr Geld, dessen Gegenwert aber nach und nach um 3,1 Prozent sank. Wie gewonnen, so zerronnen.

Zumindest theoretisch hätte man dise Gemeinheit ein Stückweit konterkarieren können durch die Nähe zu den Niederlanden. Gemäß Statistischem Amt der Europäischen Gemeinschaften hatten die Nachbarn damals nämlich mit einer Rate von 2,2 Prozent die niedrigste Inflation der Eurozone. In der Praxis wären selbstredend Fahrtkosten (Benzin) aufzurechnen und Qualitätsnachteile (Bier) zu bedenken gewesen.

Insgesamt hätten den Menschen in Nordrhein-Westfalen 2008 36 Milliarden Kästen Bier (356,4 Milliarden Euro) zur Verfügung gestanden.
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