Dubiose Geschäfte an Stolbergs Türen angeboten

Von: Elisa Zander
Letzte Aktualisierung:
5193653.jpg
Mehrere Fälle sind in der Städteregion schon bekannt geworden: Betrüger machen Bewohnern dubiose Angebote an der Wohnungstür an. Doch hinter dem vermeintlichen Geschäft verbirgt sich ein Betrug mit Folgen. Foto: Imago
5193276.jpg
Claudia Schmitz, Leiterin Beratungsstelle Alsdorf, Verbraucherzentrale NRW. Foto: E. Zander
5193230.jpg
Die Beträge scheinen klein, summieren sich aber: Beim Mobilfunk nutzen Anbieter gerne Gesetzeslücken aus. Foto: E. Zander

Stolberg. Sie werden immer raffinierter. Die Tricks der Mobilfunkanbieter und Dienstleister. Der Markt ist riesig, die Angebote vielfältig. Mehrere tausend Tarife gibt es für den Mobilfunk in Deutschland. „Es ist ein diffuser Markt“, sagt Claudia Schmitz, Leiterin der Beratungsstelle Alsdorf der Verbraucherzentrale NRW. „Es gibt viele Möglichkeiten reinzufallen.“

Etwa bei „Werbeverkäufern“, die derzeit in der Region unterwegs sind. Sie erzählen den ahnungslosen Menschen, dass der bestehende Vertrag für den Hausanschluss in einen deutlich billigeren Tarif gewechselt werden kann. Dazu müsse man nichts tun, lediglich das Formular unterschreiben, alles andere laufe von selbst. Tatsächlich schließen die Bewohner aber einen neuen Vertrag ab und bekommen eine Festnetznummer, die über das Internet läuft.

Mehrfach sind solche Fälle bekannt geworden, darunter in Würselen und Stolberg. „Man kann feststellen, dass die vermeintlichen Mitarbeiter quer durch die Region ziehen“, sagt Claudia Schmitz. Auch der betroffene Anbieter hat zwischenzeitlich Anzeige erstattet. Insgesamt sechs Anzeigen aus der Region sind in den vergangenen zweieinhalb Wochen bei der Polizei erstattet worden, berichtet Polizeisprecher Paul Kemen. „Erschwerend kommt hinzu, dass die angeblichen Mitarbeiter den Menschen erzählen, sie könnten die Änderung noch einmal überdenken und mit dem Partner besprechen“, berichtet Kemen. Die Betrüger erzählen, man könne schließlich von der Vertragsänderung wieder zurücktreten und gehe somit kein Risiko ein. Aber der neue Vertrag sei mit der Unterzeichnung und gültig.

Der Mobilfunkmarkt ist unübersichtlich. Das merkt Claudia Schmitz immer wieder bei Beratungen. Ein aktuelles Thema sind Flatrates. „Verbraucher glauben, sie verfügten mit einer Flatrate über einen Pauschaltarif fürs Telefonieren, für SMS oder Datenkommunikation, der sie vor Zusatzkosten schützt“, sagt Klaus Müller vom Vorstand der Verbraucherzentrale NRW. „ Tatsächlich aber beschränken Anbieter Flatrates oft unbemerkt im Kleingedruckten auf einen fest umrissenen Leistungsumfang und halten bei der geringsten Überschreitung des Volumens die Hand auf oder drosseln die Geschwindigkeit bei der Datenübertragung.“ Darum sollte man im Vorfeld klären, in welche Netzte man mit der Flatrate telefonieren kann. In dem Zusammenhang ist es auch wichtig zu klären, welche Netzanbieter diejenigen haben, die man selbst anrufen möchte. „Oft ist eine Flatrate nur sinnvoll, wenn man untereinander damit telefonieren kann“, erklärt Claudia Schmitz. Beachten sollte man bei der Wahl auch eine mögliche zeitliche Einschränkung der Inklusivleistungen. „Oft gilt das inbegriffene Telefonieren nur am Wochenende oder ab einer bestimmten Uhrzeit“, so Schmitz. Diese Begrenzungen müsse man genau prüfen.

Festes Leistungspaket

Acht von zehn Mobiltelefonkunden in NRW sind laut einer Emnid-Umfrage, die im Auftrag der Verbraucherzentrale NRW geführt wurde, überzeugt: Wenn die Flatrate gebucht ist, sind Sprechen, Simsen und Surfen grenzenlos. Sie verstehen unter diesem „Flatrate-Tarif“ einen Festpreis ohne Beschränkung und versteckte Kosten. „Doch real verbirgt sich hinter einem Pauschaltarif für Telekommunikations-Dienstleistungen oft das, was Kunden nicht wollen – ein fest umrissenes Leistungspaket, etwa ein volumenbegrenzter Daten-Flatrate-Tarif für Handys, das bei Nutzungsüberschreitung sofort ins Geld geht und durch die Hintertür doch wieder verbrauchsabhängig bei den Kunden zu Buche schlägt“, sagt Müller.

Häufig hören sich Flatrates gut an, machen aber nicht immer Sinn. Liegt das Handy mehr in der Schublade, als es genutzt wird, kann eine Prepaid-Karte, das ein übersichtliches Aufladen des Guthabens ermöglicht, mehr dem tatsächlichen Bedarf entsprechen. „Denn bei einer Flatrate zahle ich immer die monatliche Bereitstellung, unabhängig davon, ob ich es nutze, oder nicht.“ Hat man sich für eine Flatrate entschieden, bedeutet das nicht, dass die Rechnung immer korrekt ist. Bei SMS-Flats passiert es schon mal häufiger, dass Kurznachrichten berechnet werden, die in der Flatrate beinhaltet sind. „Immer die Augen offen halten“ ist der Rat der Expertin. Das Problem, das Claudia Schmitz generell sieht, ist das Gesetz. Es ist starr und mit der immer neuen Technik kann es häufig umgangen werden. Um zu wissen, welche Gesetze wie greifen, kann man eine Broschüre der Verbraucherzentrale zu Rate ziehen.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert