Druck der Bürger lohnt sich: „Zuallererst die Höhenstraße ausbauen“

Von: -jül-
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Einen Ausbau der Höhenstraße vor der weiteren Entwicklung des Neubaugebietes an der Stadtrandsiedlung forderten bei der Bürgeranhörung rund 80 Donnerberger. Foto: J. Lange

Stolberg-Donnerberg. „Die Planungswerkstatt war eine sehr erfolgreiche Veranstaltung, wir haben viele Anregungen in die Pläne einarbeiten können“, sagt Uwe Schnuis zu Beginn der Bürgerbeteiligung zum ersten Bauabschnitt des zwischen Trockenem Weiher, Otto-Lilienthal-Straße und Stadtrandsiedlung bis zur Höhe der nicht mehr genutzten Sportplätze entstehenden Neubaugebietes.

Und eben an dieser Planungswerkstatt von Februar 2015 knüpfen die Bürger an. Gut 80 interessierte Donnerberger spenden Applaus, als mehrere Redner betonen: „Das wichtigste Ergebnis der Planungswerkstatt war, dass vor jeglicher Erschließung des Neubaugebietes die Höhenstraße ertüchtigt werden muss.“

Bereits heute sei die wichtigste Verkehrsachse auf dem Donnerberg völlig überlastet. Mehr als 7500 Fahrzeuge schlängeln sich im Tagesschnitt über die holprige Piste, die über weite Strecken nicht über ausreichend ausgebaute Gehwege verfügt. Lediglich 68 Fahrzeuge in der morgendlichen Spitzenstunde würden durch den ersten Bauabschnitt entstehen, argumentierten Planer und Verwaltung, dass dies kaum zu einer Mehrbelastung der Höhenstraße beitrage.

„Wohin sonst sollen die Autos denn fahren?“, hielten Bürger entgegen. Die Achse der Burgstraße stehe nur Anliegern offen, letztlich führten alle Wege über die Höhenstraße, und eine Mehrbelastung von einem Prozent sei schon zu viel. Ein von Planern und Verwaltung langfristig in Aussicht gestellter Ausbau – spätestens wenn vielleicht Mitte des nächsten Jahrzehnts der nördliche Abschnitt des Neubaugebietes erschlossen werden kann – reicht den Donnerbergern nicht aus.

Sie drängen an diesem Abend so massiv auf schnellere Lösungen, dass der planungspolitische Sprecher der SPD, Rolf Engels, und der Vorsitzende des Ausschusses für Stadtentwicklung, Paul M. Kirch (CDU), sich eindeutig positionieren. „Wir müssen die Höhenstraße jetzt schon planen und mittelfristig anpacken“, sagt Engels. Und Kirch stimmt zu: „Jetzt werden wir für die Sünden der Vergangenheit bestraft; die Höhenstraße war immer eine heilige Kuh, an die keiner ran durfte.“ Aber jetzt müsse die Situation dringend und zügig verbessert werden.

Mit diesen Schlussworten der beiden Koalitionäre klang die informative Veranstaltung aus, die kaum Kritikpunkte an der eigentlichen Bauleitplanung offenbarte.

Im Kern ging es dabei um die innere Erschließung. Die verschwenkte Trasse über den Sportplatz wurde zwar begrüßt, aber ebenso wurde der Wunsch laut, diese Hauptstraße nicht bis zur Höhenstraße durchzubinden, sondern alle Baugebiete als einzelne Quartiere zu erschließen.

Zudem wünschen die Anlieger der Stadtrandsiedlung oberhalb der heutigen Sportplätze, dass die Haupterschließung nicht vor ihrer Haustüre vorbeilaufe. Der geforderte Ausbau der Straße „Trockener Weiher“ steht ohnhein auf der Arbeitsliste der Verwaltung. „Er erfolgt mit der Erschließung des Neubaugebietes“, sagt Andreas Pickhardt als Geschäftsführer der Stolberger Bauland GmbH (SBG). Damit ist im Spätsommer 2017 zu rechnen. Zudem sei vorgesehen, dieses erste Baugebiet dem Stand der Vermarktung entsprechend auch nur abschnittsweise zu erschließen.

Das Interesse an einer neuen Adresse auf dem Donnerberg ist groß für die rund 60 Grundstücke für Einfamilen- und Doppelhäuser gibt es bereits mehr als 50 Interessenten. Die Grundstücke für Mehrfamilienhäuser am Trockenen Weiher sowie im nordwestlichen Abschnitt seien noch nicht beworben worden, so Pickhardt weiter.

Offen ist weiterhin, wie das Wohngebiet im nordöstlichen Bereich aussehen wird. Dort gibt es nur wenige Festsetzungen in der Bauleitplanung, weil die Stadt Möglichkeiten für ein innovatives und experimentelles Wohnprojekt ermöglichen möchte.

Je nach Baugesuchen können im ersten Bauabschnitt an der Stadtrandsiedlung um die 120 Wohneinheiten entstehen. Dazu kam ebenfalls der Hinweis der Bürger ausreichend Parkraum vorzusehen. Voraussichtlich im März soll die Offenlage für die Bauleitplanung erfolgen. Wann und welche Abschnitte des knapp 16 Hektar großen und bis zur Höhentraße reichenden Areals als nächste entwickelt werden, ist offen.

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