Stolberg - DRK fährt nun im Auftrag der Feuerwehr

DRK fährt nun im Auftrag der Feuerwehr

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Präsentieren das DRK-Fahrzeug und die neuen Rettungstransportwagen der Feuerwehr: Daniela Drengenburg, Mathias Hilger und Frank Jansen (v.l.).

Stolberg. Eine neue Ära im Rettungsdienst im Stadtgebiet ist mit diesem Jahr eingeleitet worden. Nicht nur weil die Stolberger Feuerwehr rechtzeitig zum Weihnachtsfest den zweiten neuen Rettungstransportwagen (RTW) in Dienst gestellt hat, sondern auch durch die erstmals fixierte Zusammenarbeit mit dem Deutschen Roten Kreuz.

Das DRK stellt und besetzt in der Kupferstadt immer dann den zweiten RTW, wenn die Feuerwehr dies nicht können darf: Montags bis freitags von 18 bis 8 Uhr sowie an den Wochenenden rückt das DRK von seiner Station am Krankenhaus, wo es auch seit 1995 den Notarzt stationiert hat, aus, wenn in Stolberg der Einsatz eines zweiten Wagens erforderlich wird. Der erste Wagen wird rund um die Uhr weiterhin durch die Feuerwehr gestellt und besetzt.

Die Gründe für die differenzierte Regelung liegen im jüngst aktualisierten Brandschutzbedarfsplan, laut dem die Feuerwehr eigentlich mit 15 hauptamtlichen Kräften zusätzlich ausgestattet werden müsste, um die Vorschriften erfüllen zu können. Aus Kostengründen hatte der Stadtrat auf die Neueinstellungen verzichtet und stattdessen die Organisationsstruktur der Wehr auch unter einer verstärkten Einbeziehung der freiwilligen Kräfte angepasst.

Folgen des Brandschutzplans

Eine Konsequenz dieser Neuregelung war, dass die Feuerwehr seit vergangenem Oktober keine Krankentransporte mehr durchführt. Eine zweite ist, dass sie nicht mehr zwei RTW rund um die Uhr mit hauptamtlichen Mitarbeitern besetzen konnte. Denn von den Krankenkassen für Stolberg anerkannt ist lediglich der Bedarf für einen Wagen rund um die Uhr sowie für einen zweiten montags bis freitags von 8 bis 18 Uhr.

Dass der Bedarf für zwei komplette RTW-Dienste nicht gegeben ist, bezweifelt die Wehrführung zwar angesichts steigender Einsatzzahlen, „aber wir müssen uns nun an die Vorhaltezeiten halten”, erklärt Stadtbrandinspektor Toni Sturz. Da kam das Angebot des DRK recht, das nun im Auftrag und auf Rechnung für die Feuerwehr nachts und an den Wochenenden den zweiten RTW stellt. Das bietet Stolberg den Vorteil, den Bedarf weiter zu dokumentieren, und dem DRK sich weiter im Rettungswesen der Städteregion zu etablieren.

„Wir stellen bereits zwölf eigene RTW und drei Intensiv-Transportwagen”, sagt Kreis-DRK-Geschäftsführer Peter Timmermanns, „und sind just zertifiziert worden.” Mit qualifizierten haupt- und ehrenamtlichen Mitarbeitern werde das DRK den hohen Standard im Rettungswesen der Region weiter sicherstellen. Vor allem aber kann ein aus Stolberg ausrückender (zweiter) RTW in der Regel besser die Hilfsfristen einhalten, prognostiziert Timmermanns; denn bislang mussten diese Einsätze von Aachen, Eschweiler, Düren oder Simmerath aus übernommen werden.

Patienten und Fahrer profitieren

Weiter gesteigert hat die Feuerwehr ihr Niveau im Rettungsdienst mit der Ersatzbeschaffung der beiden je rund 180.000 Euro wertvollen Rettungswagen, berichtet Wachleiter Karl Wenn. Wie ihre ausgedienten Vorgänger ebenfalls auf einem Mercedes-Fahrgestell, wird die neue, etwas größere Generation den Bedürfnissen von Besatzungen wie Patienten besser gerecht. Die Kabine bietet den Fahrern mehr Bedienkomfort und Platz für ihre persönliche Feuerwehrausrüstung, falls sie bei einem Brand eingreifen müssen. Der Motor ist angesichts der bergigen Topografie kräftiger, das Getriebe vollautomatisch und die Bremsen mit einem Retarder ausgestattet, der ein kräftigeres Zupacken bei geringerem Verschleiß verspricht. „Bislang ging ein Satz Bremsscheiben im Jahr drauf”, erklärt Wenn.

Nachhaltigkeit prägt auch die Entscheidung für den Voll-Aluminium-Aufbau des Abieters Fahrtec. Denn der könne nach Ablauf der Lebenszeit des Fahrgestells nach einer Aufbereitung weiter verwendet werden. Mit Blick auf Reparaturen sind die Wagen nicht lackiert, sondern beklebt, was Ausfallzeiten reduziere. Für einen solchen Fall wird der jüngst ersetzte RTW übrigens weiter vorgehalten: „Dann brauchen wir nur die medizinischen Geräte umzuladen und sind weiter einsatzbereit”, erläutert Wenn den positiven Effekt für die Sicherheit der Stolberger. Die medizintechnische Ausstattung der Fahrzeuge ist auf neuestem Niveau und in dem fahrbaren Behandlungszimmer patientenschonend luftdruckgefedert auf dem Fahrzeug gelagert.

„Sindbad”-Technik ist überholt

Der neue Standard der Stolberger Rettungsfahrzeuge hat mittlerweile auch bei Inkubatortransporten die einstigen Vorzüge des speziell entwickelten Kinderrettungswagens „Sindbad” überholt. Der war dank des Engagements des Vereins „Menschenskind” zwölf Jahre lang erste Wahl bei Notfällen junger Patienten gewesen ist. Gemeinsam mit „Menschenskind” soll nun über die Zukunft des sanierungsbedürftigen Fahrzeuges beraten werden.
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