DRK eröffnet Kleiderladen in Stolberg

Von: Ottmar Hansen
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Regina Jütte (rechts) und Marita Deserno räumen derzeit noch die Regale ein. Am Samstag wird der DRK-Kleiderladen neben der Stadthalle eröffnen. Hier wird gebrauchte Kleidung günstig zu haben sein. Foto: O. Hansen
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In der Passage neben der Stadthalle war bis vor eineinhalb Jahren ein Friseur ansässig. Jetzt eröffnet hier der Kleiderladen des DRK. Foto: O. hansen
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Der kleine Parkplatz hinter dem Altenheim ist auch für Besucher des Kleiderladens reserviert Foto: O. Hansen

Stolberg. Das Deutsche Rote Kreuz eröffnet am Samstag in der Stadthallen-Passage, Rathausstraße 72, einen Kleiderladen. Für wenig Geld kann hier gebrauchte, gut erhaltene Kleidung erstanden werden.

In den Räumen, in denen früher ein Friseurgeschäft seine Dienste anbot, hat das DRK bereits seine Kleiderständer aufgebaut. „Wir verfügen über insgesamt 127 Quadratmeter Fläche“, erklärt Simona Conrad, die für den DRK-Kreisverband für den Second-Hand-Laden zunächst einmal für ein Jahr angemietet hat. „Ehrenamtler, die aus der Verkaufsbranche kommen, haben uns geholfen, den Laden professionell einzurichten.“

Einzelhändler haben zudem die benötigten Kleiderständer gespendet. Mit viel Liebe haben die DRK-Mitarbeiter alles für die Eröffnung vorbereitet. Conrad: „Die Leute sollen sich bei uns wohlfühlen, auch wenn sie nicht unbedingt viel Geld haben.“

In einem Regal findet die Kundin Handtaschen. Im anderen Regal gibt es kaum getragene Schuhe für Damen und Herren. Bestens erhaltene Kleidung hängt auf Bügeln an den Kleiderständern oder ist in Regalfächer eingeräumt. Das T-Shirt wird schon für einen Euro zu haben sein, die Hose ab drei Euro. Zunächst wird der Stolberger Laden, übrigens erst der zweite in der Städteregion, donnerstags, freitags und samstags jeweils von 9 bis 13 Uhr geöffnet sein. Geplant ist, das Geschäft später die ganze Woche über zu öffnen.

Dazu benötigt das DRK allerdings mehr ehrenamtliches Personal, das die Kleidung nachräumt und die Kundschaft bedient. Bei Bedarf soll auch eine hauptamtliche Kraft eingestellt werden. Als Kundschaft hat das DRK nicht nur Hartz IV-Empfänger im Blick. Auch Studenten oder Studentinnen haben nicht viel Geld in der Tasche. Willkommen ist im Grund jeder, der ein schickes passendes Kleidungsstück für wenig Geld sucht. Abgegeben werden fünf Teile pro Person und Tag.

Damit kein Schindluder mit dem preiswerten Angebot getrieben wird. Wer in der Passage Kleidung billig einkauft, um sie später auf Flohmärkten teuer weiter zu verkaufen, erhält Hausverbot.

Das Angebot in der Stadthallen-Passage setzt sich aus Spenden zusammen. Wer sich von noch sehr gut erhaltener Kleidung trennen will, kann sie gerne im DRK-Laden abgeben. Die Mitarbeiter nehmen alles in Empfang und sortieren Stücke aus, die für den Verkauf in Stolberg weniger geeignet sind. Diese werden dann an einen Vertragspartner des Roten Kreuzes verkauft.

Simona Conrad: „Wir haben hier kein Lager. Winterkleidung müssen wir deshalb im Moment weiter geben.“ Aber auch diese Spenden erreichen zum Teil Empfänger vor Ort. So fließt ein Teil des Erlöses aus dem Laden in das Migrationsprojekt „Jump“ in Stolberg. Hier nicht benötigte Kleidung wird aber auch an Flüchtlingslager oder in Katastrophengebiete weiter geleitet. Diese Wege werden vom DRK-Generalsekretariat in Berlin gesteuert.

„Wir möchten mit unserem Laden auf jeden Fall Hilfsbedürftigen unter die Arme greifen“, betont Simona Conrad. Im benachbarten Aachen läuft der DRK-Laden bereits bestens. So soll es demnächst auch in Stolberg sein. Das DRK kann auf die Parkplätze des früheren Rewe-Marktes hinter dem Haus zurück greifen. Das große Ladenlokal des Supermarktes, der am 16. März 2013 geschlossen wurde, steht immer noch leer. So wie kleinere Areale gegenüber.

Belegt war der große Wohn- und Geschäftskomplex am Olof-Palme-Friedensplatz zuletzt noch vom DRK-Pflegeheim und einer italienischen Eisdiele. Hinzu kommt nun der Kleiderladen. Dietgrim Stark, der das Gebäude neben der Stadthalle verwaltet, kann derzeit auch noch keinen Nachmieter für den Rewe-Markt präsentieren. Immerhin gebe es aktuell Interessenten für die Räume im zweiten und dritten Obergeschoss, in denen früher einmal ein Fitnessstudio angesiedelt war.

Stark auf Nachfrage: „Bis Ende des Monats wird entschieden sein, ob zumindest hier ein neuer Mieter einzieht.“ Patric Peters, Vorsitzender der Stolberger Gesellschaft für Stadtmarketing (SMS), sieht wenig Chancen, die Fläche des Supermarktes neu zu vermarkten: „Alle großen Ketten haben bereits abgewunken.“ Den Hauptgrund dafür sieht Peters in der viel zu geringen Anzahl von Parkplätzen vor dem Haus.

Da sei damals beim Bau der Stadthalle und dem Anschluss des Bushofes „ein klassischer Fehler“ gemacht worden. Peters: „Man müsste mindestens noch eine Etage über den jetzigen Parkplatz setzen.“ Zuletzt habe man überlegt, die Künstlergruppe aus dem Steinweg mit einem Atelier im Gebäude neben der Stadthalle anzusiedeln. Doch das habe sich ja jetzt zerschlagen.

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