Stolberg - Drei Künstler, drei Perspektiven

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Drei Künstler, drei Perspektiven

Von: Hans-Leo Recker
Letzte Aktualisierung:
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Präsentieren in einer gemeinsamen Ausstellung ihre unterschiedlichen Werke: Professor Michael Grade (v.l.), Gottfried Dahmen und Peter Lida. Foto: H.-L. Recker

Stolberg. „Mädels, Models und Madonnen” heißt die jüngste Ausstellung in der Steinweg-Galerie.

Unter diesem etwas saloppen Titel präsentieren Professor Michael Grade aus Weilerswist und der bekannte Stolberger Maler und Grafiker Gottfried Dahmen - beide Mitglieder der „Europäischen Vereinigung bildender Künstler aus Eifel und Ardennen” - sowie der aus Potsdam stammende und seit vielen Jahren in der Kupferstadt lebende Bildhauer Peter Lidak beispielhafte Arbeiten ihres Oeuvre.

Letztgenannter ist Autodidakt, der gerne mit verschiedenen Materialien wie Ton, Stein, Holz und Metall experimentiert, sie in seinen Skulpturen kombiniert und wirken lässt.

In dieser Ausstellung zeigt Peter Lidak vornehmlich aus Harthölzern wie Eiche oder Birne, aber auch aus Schichtholz geformte Frauengestalten, die zumeist auf soliden Steinsockeln wie dort hineingewachsen stehen.

Mit handwerklicher Perfektion und Akribie aus den Holzstämmen filigran herausgearbeitet, wirken diese Skulpturen in ihrer weichen, runden und feinen Formung sehr elegant und äußerst attraktiv.

Das vermitteln auch einige Exponate aus dem Zyklus „Unendlichkeit”, die einem in sich verschlungenen und gedrehten, doch sich nicht berührenden Endlosband gleichen. Die Struktur der Hölzer, deren Maserung und Astknoten, aber auch Fehlbildungen und Schädigungen etwa durch Pilzbefall bezieht Peter Lidak in seine Gestaltungsweise ein.

Entwicklung zu erkennen

Gottfried Dahmen ist bei dieser Ausstellung mit Aktzeichnungen nach lebenden Modellen und mit Radierungen vertreten. In seinen Studien aus den siebziger Jahren in Tempera und Kohle, Tinte und Rötel, mit Bleistift und Rohrfeder ist ganz deutlich eine Entwicklung zu erkennen.

Die Radierungen, teilweise farbig, die ebenfalls den weiblichen Akt als Bildelement aufgreifen, sind später entstanden. Ergänzt wird dies alles durch ein Triptychon, in dem das Thema „Rad” verarbeitet ist, sowie durch ein großformatiges lasiertes Ölbild mit der Darstellung eines weiblichen Phantasiewesens, das Gottfried Dahmen „Ornithophilsphinx” genannt hat.

Bei Michael Grade, der als Diplomatensohn in Vancouver und Brüssel zur Schule ging und sich bereits als Elfjähriger mit Kunst beschäftigte, liegt der Schwerpunkt seit 2000 in der Gestaltung äußerst farbiger Foto-Collagen.

Daraus zeigt er einen dem Ausstellungstitel entsprechenden Zyklus, dem eine deutlich erkennbare Stilentwicklung innewohnt und der einen immer souveräneren Umgang mit dieser Technik dokumentiert.

Als Material verwendet er eigene Fotos sowie Abbildungen in hochwertigen Magazinen. Köpfe, Porträts und Models hat er zunächst mit Schnipselstücken puzzleartig kombiniert und zu surreal anmutenden „Traumvisionen” komponiert. In der Folge sind die nicht an Raum und Zeit gebundenen Bilder weit weniger fragmentiert sowie farblich reduziert worden.

Seit etwa vier Jahren ist für den Künstler das Thema „Madonnen” in den Vordergrund gerückt, was zu neuen Formen der Bildgestaltung geführt hat bis hin zu ganzheitlich geprägten, mit 3-D-Effekten versehenen und wie gemalt wirkenden Fotocollagen.

Eine zweite Gruppe seiner Exponate besteht aus naturalistischen Tinte-Zeichnungen, die „vor Ort” entstanden Landschaften und Architektur der Eifel, Ardennen, der Fränkischen Schweiz und Südtirols widergeben.

Da die Ausstellung wiederum eine Station des „Kunst auf dem Weg”- Ereignisses ist, wird Professor Michael Grade am Sonntag, 30. August, vor der Galerie zeichnerisch einen „Blick auf den Steinweg werfen”.
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