Dr. Hermann Wirtz steuert Dalli weitere fünf Jahre

Von: Jürgen Lange
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Die Gesellschafter Dr. Hermann (l.) und Michael Wirtz. Foto: J. Lange

Stolberg. Mit der ihm eigenen humorvollen Art informierte er die Mitarbeiter: „Tragen Sie es mit Fassung, es gibt Schlimmeres“, schreibt Dr. Hermann Wirtz in der aktuellen Ausgabe der „intern“, der Hauszeitschrift der Dalli-Werke Mäurer & Wirtz: Der Gesellschafter bleibt als Geschäftsführer weiter am Ruder des Familienunternehmens. Der Beirat hat Wirtz, der im November sein 70. Lebensjahr vollendet, für weitere fünf Jahre zum Geschäftsführer bestellt.

Damit bleibt die Leitung weiter in Familienhand – in der vierten Generation. Dr. Hermann Wirtz war 1975 in das Familienunternehmen eingetreten und leitete – seit 1981 als Geschäftsführer – mit den Vettern Richard (verstarb 1992) und Dr. Andreas Wirtz (trat 1999 als 65-Jähriger in den Ruhestand) die Firmengeschicke; drei Jahre, bis 2005, engagierte sich auch aus der fünften Familiengeneration Albrecht Wirtz als Geschäftsführer.

Die Eingliederung der Bonner Nicco-Werke (Evidur), der Kauf der Firmen de Klok in Heerde, der Dicom-Gruppe sowie der Firmen Win und Dreiring, die Firmierung in Profit-Center, die Einführung der Serien „Betty Barclay“ und „Culture by Tabak“ sowie die Herstellung erster Waschmittel-Tabs waren Meilensteine in diesen Jahren. Um die Jahrtausendwende folgten die schwierigsten wirtschaftlichen Jahre für das Unternehmen: „Unsere Firma stand am Rande des Abgrundes“, so Dr. Wirtz. Es folgten Kostensenkungsprogramme, Entlassungen, Restrukturierungen, die Familie pumpte mehrfach zahlreiche Millionen Euro Eigenkapital in das Unternehmen, das sich wieder berappelte.

Neue Marken wie S.Oliver und Otto Kern wurden platziert, Prominente wie Dieter Bohlen, Oliver Kahn und Veronika Ferres für die Werbung eingespannt, das Handelsmarken-Geschäft ausgebaut, Werke im spanischen Sant Adriá und österreichischen Warth übernommen sowie zwei spektakuläre Neuerwerbungen realisiert: 2006 übernahmen die Stolberger „4711 Echt Kölnisch Wasser“ inklusive der Marken Tosca, Sir Irisch Moos, Extase, 2011 folgte das Duftgeschäft der Marke Baldessarini. Mehrfach wurden die Eigentumsverhältnisse neu geregelt, in dem die Anteile der anderen Familienstämme bis 2012 komplett in den Händen von Dr. Hermann und Michael Wirtz (Grünenthal) lagen. „In den letzten Jahren hat sich mein Verantwortungsbereich durch die Übernahme weiterer Gesellschaftsanteile ständig vergrößert“, bekennt Dr. Hermann Wirtz jetzt in der „intern“-Ausgabe: „Viel Mühe und Arbeit“ habe es gekostet, das Firmenschiff wieder flott zu bekommen. Der jetzt vorliegende Jahresabschluss für 2013 zeige, dass Dalli und Mäurer & Wirtz „wieder mit Optimismus in die Zukunft schauen können“. 2012 hat die Gruppe bei einem Umsatz von 850 Millionen Euro bereits wieder einen Gewinn von 5,123 Millionen Euro ausgewiesen.

Wolfgang Prigge scheidet aus

Erheblich zur Genesung der Firmengruppe beigetragen hat Wolfgang Prigge, der nach zwölf Jahren planmäßig zur Jahresmitte den Vorsitz im Beirat abgibt. „Ich danke meinem Freund und Weggefährten für seinen großartigen Einsatz und seine unermüdliche Schaffenskraft“, würdigte Dr. Wirtz. „Dass unser Unternehmen heute optimistisch in die Zukunft blicken kann, ist sein Verdienst.“ Auf der Sitzung am 2. Juli soll dem Beirat soll der Düsseldorfer Unternehmer Reinhard Abels, der sich als Strategieberater einen Namen gemacht hat, als Nachfolger zur wahl vorgeschlagen werden.

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