Stolberg-Dorff - Dorffer Schützenkönig: Mit dem offenen Cabrio durch die Waschanlage

Dorffer Schützenkönig: Mit dem offenen Cabrio durch die Waschanlage

Von: Dirk Müller
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Die Dorffer Waschstraße auf dem Lindenplatz funktioniert einwandfrei: Professionell werden die Ausscheidungen des Rotschwänzchens entfernt, bevor Cabrio samt Schützenkönig eingewachst werden. Foto: D. Müller
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Das Königspaar Josef Stärk und Kirsten Schön strahlt beim Umzug trotz Wolken und Regen. Foto: D. Müller
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Mit dem „Motorrad“ ist Stärk zu schnell unterwegs und wird vom mobilen Gerät geblitzt. Foto: D. Müller

Stolberg-Dorff. Wenn der Schützenkönig mit dem offenen Cabrio durch die einzigartige Dorffer Waschanlage fährt, bleibt natürlich kein Auge trocken. So geschehen bei der kultigen Ulkparade am vierten Tag der Kirmes der St.-Hubertus-Schützenbruderschaft in Dorff.

Das Ulkparadenkomitee bot den vielen Zuschauern auf dem Lindenplatz wieder ein humoristisches Spektakel, das absolut sehenswert war. Für den amtierenden König, Josef Stärk, fing die gelungene Gaudi noch harmlos an, denn eigentlich sollte „nur“ ein ganz normaler Samstag in seinem Leben simuliert werden.

Doch der hatte es in sich. Obwohl Stärk mit seinem großen Fernglas ausgerüstet auf seinem Hochsitz im Garten entspannte, entging ihm, dass der Stromkasten an der Straße Am Hahnenkreuz erneut beschmiert wurde. Zur Strafe musste der Schlossermeister, der beim Technischen Betriebsamt der Stadt beschäftigt ist, Grünanlagen pflegen. Diese wollten auf dem Lindenplatz allerdings zuerst gepflanzt und nach einem kleinen unabsichtlichen Malheur aus dem aufgebauten Pool gefischt werden. Es sollte nicht Stärks letzte Begegnung mit dem nassen Element werden.

Nachdem der Schützenkönig „den Rasen auf dem Lindenplatz gemäht hatte“, durfte er dem Freizeitvergnügen frönen – wenn auch mit Hindernissen. Sein Motorrad, eine Moto Guzzi Baujahr 1974, blieb in der Garage, und stattdessen drehte Stärk auf einem Kinderfahrrad rasante Runden über den Platz. Wobei er von einem äußerst mobilen Starenkasten mehrfach geblitzt wurde. Das Knöllchen erhielt der König von Bürgermeister Tim Grüttemeier persönlich, und die Buße in Höhe von zwei Metern Bier im Festzelt zahlte Stärk später ohne zu murren.

Königin Kirsten Schön kredenzte ihm zur „Stärk-ung“ eine spezielle Mahlzeit, deren fulminante Schärfe eine gesunde Gesichtsfarbe in das Antlitz des Schützenkönigs trieb. Anschließend genoss Stärk noch eine Tour mit dem Cabrio. Allerdings nur kurz, denn, das Spielzeug-Cabriolet über den Lindenplatz tragend, wurde er von einem aggressiven Vogel verfolgt: Ein Dorffer Rotschwänzchen mit guter Verdauung nahm das offene Auto samt Fahrer ins Visier. Ein klarer Fall, dass Stärk und das durch die tierische Notdurft verdreckte Cabrio nun eine Waschanlage brauchten.

Und diese Waschstraße improvisierte das Dorffer Komitee der Ulkparade köstlich. Vom Schaumgang über Dusche und rotierende Bürste bis zum Wachs und dem Trockengebläse durchliefen König und Auto tapfer die Stationen.

König und Gefolge verabschiedeten sich mit einer Jogging-Runde über den Platz von der Ulkparade – in neonfarbenen „Borat-Einteilern“. Ein Wiedersehen mit Stärk und Co. gab es aber schon bald im großen Festzelt, wo die Schützenkirmes gesellig bis in den frühen Abend ausklang.

Begonnen hatte die viertägige Kirmes bereits am Freitag mit dem Party-Abend unter dem Motto „frei und locker“. „Das Zelt war wieder sehr gut besucht, und Jugendliche im Alter von 18 bis 80 Jahren haben sich bestens amüsiert“, beschrieb Heinz Willms, Brudermeister der Dorffer St.-Hubertus-Schützen den erfolgreichen Abend.

Am Samstag folgte auf die Festmesse in St. Mariä Empfängnis das Gedenken am Ehrenmal und ein Umzug durch den Ort. Bei dem Königsball im Festzelt unterhielt die Band „Celebrations“ mit vielfältigem und ansprechendem Repertoire die Gäste glänzend, und das Stolberger Duo „Magia della Luce“ begeisterte mit einer tollen Feuershow. Mit Speck und Ei sowie Frühschoppen begann der Sonntag im Zeichen der Familie deftig. Im Laufe des Tages öffnete die Cafeteria, und die Kinderunterhaltung begann, bevor der große Festumzug durch Dorff erfolgte.

Trotz dunkler, Regen bringender Wolken strahlte das Königspaar Josef Stärk und Kirsten Schön umso heller in seinem stattlichen Gefolge. Neben den gastgebenden Dorffer St.-Hubertus-Schützen nahmen als Ortsvereine die Löschgruppe der freiwilligen Feuerwehr, die Maijungen und die DJK Sportfreunde mit Bambini an dem Umzug teil.

Ebenso wie die beiden befreundeten St.-Sebastianus-Schützenbruderschaften aus Breinig und aus Krauthausen und der Spielmannszug Grün-Weiß Eschweiler sowie die Bovenberger Musikanten, die für den „guten Ton“ sorgten. Nach dem Königsball am Samstag endete auch der Sonntag mit Musik und Tanz im Dorffer Festzelt beim gut besuchten Kirmesball.

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