Stolberg - Dorff soll dieses Jahr zum Zuge kommen

Dorff soll dieses Jahr zum Zuge kommen

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
13964294.jpg
Der Dorffer Aschenplatz gilt als dringend sanierungsbedürftig. Er ist schlammig, der Wasserablauf funktioniert nicht. Böschungen müssen instand gesetzt, Toranlagen repariert und Fangzäune erneuert werden. Die Arbeiten sollen in diesem Jahr erfolgen, schlägt die Verwaltung vor. Foto: J. Lange
13963759.jpg
Sportdezernent Robert Voigtsberger schlägt eine Sanierung des Aschenplatzes in Dorff noch für dieses Jahr vor. Foto: J. Lange

Stolberg. „Gifts“ ist Englisch und bedeutet Geschenke. Die könnten einige Stolberger Fußballvereine gut brauchen und die Leichtathleten erst recht. Denn die Liste über den Zustand der verbliebenen städtischen Sportplätze, die Robert Voigtsberger dem Sportausschuss auf dessen Sitzung am 15. Februar vorlegt, liest sich eher wie eine Giftliste.

Selbst mit den jetzt vorgeschlagenen Maßnahmen lässt sich allenfalls der Trainings- und Spielbetrieb gewährleisten, Verkehrssicherheitsmängel minimieren und die Nutzbarkeit der Plätze verlängern, heißt es in der Vorlage.

Jahrelang keine Instandsetzung

Eine wirkliche Aufwertung der Anlagen ist auch mit einem nur grob geschätzten Investitionsvolumen von insgesamt gut 0,38 Millionen Euro nur für die Fußballplätze nicht realisierbar. Und bei all diesen historisch gewachsenen Anlagen besteht der Verdacht, dass unter ihnen Altlasten ruhen. Berücksichtigt wurden bei der Bewertung nicht nur der Zustand der Plätze, sondern auch der Zeitpunkt der zurück liegenden Sanierung, eine zusätzliche Nutzung durch Schulsport, Ausweichplätze, die Anzahl von Senioren- und Jugendmannschaften und mögliche Fusionen. Seit 2013 hat die Stadt die Infrastruktur nicht mehr regelmäßig gepflegt – aus Geldmangel und um mit „sanftem Druck“ Fusionen und die Neuregelung der (teilweisen) Übernahme der Verbrauchskosten durch die Vereine zu fördern. Seitdem hat sich vieles zum Positiven bewegt auch dank der nun geltenden neuen Nutzungsverträge.

Mit Punktesystem bewertet

Der Zusammenschluss von Vereinen führte in die neue „Plastik-Ära“: Kunstrasenplätze entstanden – durch die Vermarktung frei werdender Aschenplätze als Bauland finanziert – nach dem Dörenberg in Breinig, Gressenich, am Glashütter Weiher, jüngst auf dem Donnerberg und zukünftig in Büsbach. Für die fertiggestellten Plätze haben die Clubs das wirtschaftliche Eigentum übernommen. Es verbleibt die Anlage in der Hamm, die ASA Atsch gehört, und der jüngst ein Zuschuss zur Sanierung des Tennenplatzes gewährt wurde.

Und es verbleibt ein Sanierungsstau an den übrigen Anlagen in städtischem Eigentum. Sie wurden im Herbst durch Vertreter der Stadt, des Stadtsportbundes und der Vereine gesichtet. Ihr Zustand wurde mittels eines Punktesystems bewertet. Nun schlägt die Verwaltung dem Rat und seinen Gremien eine Prioritätenliste vor, um den Sanierungsstau aufzuarbeiten.

Zur Rede stehen die Tennen- bzw. Rasenplätze in Breinigerberg, Dorff, Mausbach, Venwegen, Werth, Schevenhütte sowie im Stadion Glashütter Weiher, das zudem für den Schulsport genutzt wird. Letzteres gilt in erster Linie für die Anlagen am Goethe-Gymnasium, an der Realschule Mausbach sowie den Grundschulen Atsch und Gressenich. Außerdem gibt es „Exoten“ wie der Luftsportverein Stolberg und die in einer Gemeinschaft zusammengeschlossenen Leichtathleten.

Die Luftsportler nutzen den Flugplatz Diepenlinchen, der sich in städtischem Eigentum befindet. Der Pachtvertrag läuft noch bis 2028. Im ursprünglichen Vertrag mit der Stadt hatte der Verein Bodenunebenheiten in der Start- und Landebahn akzeptiert. Aber sie haben mittlerweile eine Dimension erreicht, die zwar das Starten und Landen erheblich erschwert, aber durch den Verein nicht mehr mit Eigenmitteln behoben werden kann. Den Flugplatz möchte Voigtsberger gesondert betrachten und nicht auf der Prioritätenliste berücksichtigt sehen. Denn „es sind weitere Überprüfungen erforderlich“, sagt der Sportdezernent. Neben Probebohrungen zum Zustand des Untergrundes – es besteht Altlastverdacht – müssen Umweltbehörden beteiligt werden, weil das Gelände in einem Naturschutzgebiet liegt. Im Übrigen wurde beim Ortstermin festgestellt, dass sich der Landeplatz in einem durch den Verein gut gepflegtem Zustand präsentiert.

Die in einer vereinsübergreifenden Wettkampfgemeinschaft zusammengeschlossenen Leichtathleten nutzen das Stadion Glashütter Weiher. Für dieser Sportart hat es bereits 2013 im Zusammenhang mit der Entscheidung, für die Fußballer den Aschen- in einen Kunstrasenplatz zu verwandeln, zahlreiche Renovierungsmaßnahmen gegeben. Für rund 45.000 Euro wurden defekte Kugelstoß- sowie Diskus- und Hammerwurfanlagen, Weitsprunganlagen und Bodenbeläge erneuert. Der nächste Schritt erfolgt in diesem Jahr mit der Sanierung der Umkleiden und Duschen. Rund 200.000 Euro werden in die Modernisierung der Anlagen unter der Tribüne fließen.

Doch weiterer Handlungsbedarf im Stadion ist offensichtlich. Fangnetze an der Weitsprunganlage sind marode. Der Beton an den Sitzkanten der Tribüne ist brüchig. Die Aschen-Laufbahn ist stellenweise sehr verkrautet. Die Randbepflanzung ist ungepflegt, von Brombeeren durchzogen und wuchert in die Anlagen hinein. Wenig ansehnlich ist der Altlastenberg, auf dessen Beseitigung beim Bau des Kunstrasenplatzes aus Gründen der hohen Entsorgungskosten verzichtet wurde. Vielleicht würde sich der Hügel als Liegewiese für Zuschauer eignen?

Während die noch junge Tartanbahn an den Weitsprunganlagen bereits mehrfach geflickt werden musste, steht die Sanierung der Laufbahn aus: Die Asche ist festgetreten, und teilweise steht Wasser auf der 400-Meter-Bahn. Zudem ist eine Sanierung des „desolaten Rasens“ erforderlich.

Beide Maßnahmen, so betont Tim Grüttemeier, sind für das Haushaltsjahr 2018 vorgesehen. Zuerst müsse eine aktuelle Kostenkalkulation her, erklärt der Bürgermeister. Eine Tartanbahn, die vor fünf Jahren mit Kosten von 700.000 Euro angegeben wurde, dürfte kaum drin sein. „Wir müssen uns zuerst intensiv mit den Vereinen unterhalten, was erforderlich und gewünscht ist“, sagt der Bürgermeister. Noch in diesem Jahr soll feststehen, was gemacht werden soll. „Dann können wir die Kosten kalkulieren und sie im Haushalt 2018 bereitstellen“, so der Erste Beigeordnete weiter. Mit den aktuell bereitstehenden Mitteln von 25.000 Euro könne nicht einmal der Rasenplatz im Stadion sinnvoll erneuert werden. „Denn damit könnten die festgestellten Mängel könnten nur ansatzweise ausgebessert, aber nicht nachhaltig behoben werden“, so Voigtsberger weiter. Entsprechend ist der Vorschlag des Sportdezernenten an den Ausschuss, das Kostenpaket nun zu schnüren und die Mittel im nächsten Jahr bereitzustellen.

Die Schulsportanlagen

Für die Sportanlagen an den Schulen soll der status quo gelten. Sie werden lediglich zeitweise genutzt und sollen in der Bestandspflege sowie Instandsetzung durch das Technische Betriebsamt verbleiben. Markant ist für den Schulsport, dass auch unter diesem Aspekt das Stadion Glashütter Weiher mit bis zu elf Punkten auf der Prioritätenliste den höchsten Sanierungsstau aufweist. Die übrigen Anlagen bewegen sich zwischen der Zustandsnote sechs bis sieben.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert