Stolberg - Donnerberg-Kaserne: Die ersten Leichtbauhallen stehen schon

Donnerberg-Kaserne: Die ersten Leichtbauhallen stehen schon

Von: Ottmar Hansen
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Die erste Leichtbauhalle für die Unterbringung von Flüchtlingen auf dem Kasernengelände steht schon im Rohbau. Acht Schlafhallen sollen bis zum 7. Dezember errichtet werden. Foto: O. Hansen
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Die Bauteile sind mit Blech verkleidet und mit Bauschaum dazwischen isoliert. Foto: O. Hansen

Stolberg. Der Aufbau des Camps für bis zu 500 Flüchtlinge auf dem Gelände der Donnerberg-Kaserne hat begonnen. Am Montag wurden die ersten Wände für die Leichtbauhallen errichtet.

Insgesamt acht Schlafhallen sollen auf dem früheren Appell-Platz der Kaserne errichtet werden. Hinzu kommen eine Kita, ein Aufenthaltszelt, eine große Halle für die Mahlzeiten, eine Küche und ein Zelt für den Sanitärbereich. Nach Auskunft des Eschweiler Dezernenten Stefan Kaever sind die Leichtbauhallen winterfest.

Sie verfügen über feste, isolierte Wände. Das Dach wird mit dicken Planen eingedeckt. Unter dem Giebel wird eine weitere Plane von innen durchgezogen, die das Schwitzwasser auffangen soll. Jedes einzelnen Haus ist für sich mit einem Ölofen beheizt. Zuletzt hatte die Stadt Eschweiler eine Firma damit beauftragt, das für die Flüchtlinge bereit gestellte Gelände mit einem Zaun von der Kaserne abzutrennen.

Die Flüchtlingsunterkunft erhält auch einen eigenen Zugang. Eigentlich sollte der Zaun schon vom militärischen Abschirmdienst abgenommen worden sein, doch es gab noch Kritikpunkte. Die Fachfirma musste noch einmal ran. Jetzt soll der Zaun am Donnerstag durch den MAD geprüft werden.

Am Zaun sind Schilder befestigt, die darauf hinweisen, dass man militärischen Bereich betritt, wenn man das Flüchtlingscamp verlässt und etwa über den Zaun, der mit auch mit Stacheldraht gesichert ist, klettert. Der Hinweis auf die drohende Gefahr ist in mehreren Sprachen auf das Schild gedruckt, auch in arabisch.

Für die Aufstellung der Wohnhallen ist zwar jetzt die Stadt Stolberg zuständig, doch man arbeite bestens mit den Kollegen aus Eschweiler zusammen, sagt der Stolberger Beigeordnete, Robert Voigtsberger. So werde es am Dienstag ein Treffen der beiden Dezernenten aus Eschweiler und Stolberg mit den Leitern der Jugend- und Sozialämter geben, um das weitere Vorgehen auf dem Kasernengelände zu besprechen.

Dabei wird es unter anderem darum gehen, wer das Camp in der Kaserne künftig betreiben wird. Es gebe mehrere Angebote, sagt Voigtsberger. Verhandelt wird auch mit dem Deutschen Roten Kreuz. Außerdem wird eine Security-Firma dafür sorgen, dass die Flüchtlinge ihre Ruhe haben. Das Aufnahmecamp liegt außerhalb der Wohnbebauung im Gewerbegebiet. Eine Beeinträchtigung von Anwohnern ist deshalb eher nicht zu erwarten. Im Eschweiler Rathaus wird derzeit noch ein Brandschutzkonzept für die Hallen entwickelt.

Für längeren Zeitraum

Insgesamt sollen nach Fertigstellung des Lagers rund 500 Flüchtlinge dort untergebracht werden, jeweils 250 aus Eschweiler und Stolberg. Montagmittag stand die erste Leichtbauhalle im Rohbau schon. Es war auf den ersten Blick sichtbar, dass es um isolierte und winterfeste Bauwerke geht, die durchaus so hergerichtet werden können, dass es sich in ihnen für einen längeren Zeitraum aushalten lässt.

Die Eckpfosten sind durch Stahlseile miteinander verbunden. An diesen Pfosten werden die Blechwände befestigt. Sie sind hell. Von innen und außen mit Metall gegen Regen und Schnee gesichert. Zwischen den Leichtmetallplatten steckt jeweils eine rund sechs Millimeter dicke Isolierschicht aus Bauschaum.

Giebel und Plane darüber erinnern an ein Festzelt. „Jede Halle ist 25 Meter lang und zehn Meter breit“, erläuterte der Bauleiter Einzelheiten des Projekts. „Da die Wände Fenster haben und man die Hallen über völlig normale Türen betreten kann, erinnern sie eher an ein Haus als an ein Zelt. Im Inneren der Hallen würden mit Messebauwänden einzelne Wohnungen abgetrennt, so der Bauexperte.

Pro Halle könne man so etwa 72 Leute unterbringen. Natürlich werde man darauf achten, dass die Hallen so aufgeteilt werden, dass Familien mit Kindern separat untergebracht werden können. Auch für Männer und Frauen könne man getrennte Wohnungen einrichten.

Die Fußböden in den Hallen werden eigens mit PVC-Böden ausgelegt. „Das ist doch eine wesentlich komfortablere Lösung als eine Turnhalle“, versichert der Bauleiter, der seinen Namen nicht nennen möchte. „Wenn man sich allein vorstellt, welcher Lärm in einer solchen Turnhalle herrscht, da geht es in unseren überschaubaren Leichtbauhäusern doch wesentlich leiser zu.“

Auch die Privatsphäre sei in den Leichtbauwerken mit der Unterteilung in einzelne Wohnbereiche wesentlich besser zu wahren. Am 7. Dezember sollen die Leichtbauhallen bezugsfertig sein. Anfang des Monats werde man mit der Möblierung beginnen können, so der Experte. Dezernent Voigtsberger rechnet damit, dass die ersten Flüchtlinge, die das Camp beziehen, noch vor Jahresende anrücken werden.

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