DJK Bleibtreu sieht sich in ihrer Existenz gefährdet

Von: Jürgen Lange
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Stolberg. „Unsere Existenz wird gefährdet”, sagt Peter Schirbach, nachdem der Geschäftsführer der DJK Bleibtreu 08 Münsterbusch den Bescheid der Stadt über die Heranziehung zu den verbrauchsabhängigen Kosten in den genutzten Immobilien zugestellt bekommen hat.

Die Vorsitzende Martina Hermanns-Franck hat Widerspruch bei der Verwaltung eingelegt.

„Auf unseren Gesamtverein entfallen Kosten in Höhe von 2446 Euro”, erklärt Schirbach. Zur Förderung der Jugendarbeit würden 666 Euro vergütet. Somit entfallen 750 Euro Kosten auf die Tischtennisabteilung mit ihren 23 Mitgliedern, und rund 1100 Euro muss die Badmintonabteilung mit rund 55 Jugendlichen und 100 Mitgliedern im Seniorenbereich für die verbrauchsabhängigen Kosten aufbringen. Bereits im Vorjahr wurden die Mitgliedsbeiträge der Tischtennisabteilung drastisch erhöht „um die laufenden Kosten aufzufangen”, sagt Schirbach: „Mit der Rechnung der Stadt droht der Abteilung der finanzielle und sportliche Exitus”.

Nicht viel anders ist die Lage der Badminton-Abteilung. Aufgrund steigender Beiträge von Badminton-Landesverband, Landessportbund, DJK-Dachverband und Sportversicherung wurden die Beiträge kostendeckend angehoben. Alleine 1100 Euro sind für den Landesverband, weitere 700 Euro für den Liga-Betrieb der fünf Senioren- und drei Jugendteams jährlich fällig. Die monatlichen Beiträge reichen von zwei Euro bei Kindern bis zu 5,50 Euro bei Senioren sowie zwölf Euro für die Familienkarte. Erwachsene Ligaspieler legen zudem 2,50 Euro drauf für die Teilnahme am Meisterschaftsbetrieb.

„Nun müssen wir erneut die Beiträge anheben”, verweist Schirbach auf die Heranziehung zu den Kosten für Strom, Energie und Wasser in der genutzten Halle. „Wir befürchten deshalb, dass erneut wie im Vorjahr auch der Mitgliedsbestand rapide abnimmt”, prognostiziert der Bleibtreu-Geschäftsführer. Um die Forderung der Stadt begleichen zu können, komme die DJK an einer Kostenumlage nicht vorbei. „Das ist keinem Verein in Stolberg zuzumuten”, sagt Schirbach. Unverständlich sei für ihn, dass sich bis dato noch kein Stolberger Verein öffentlich beschwert habe. „Diese Maßnahme durch den Stadtrat gefährdet die Existenz aller Sportvereine in Stolberg.”

Als Beispiel verweist Schirbach auf die Badminton-Abteilung, die für den Schüler- und Jugendbereich einen „qualifizierten Trainer eingestellt habe, der im Kostenbudget einen großen Betrag” ausmacht. „Den Trainer wegen der Kostenheranziehung aufzugeben, wäre eine Katastrophe”, so der Geschäftsführer weiter. Denn auch die Sportler der ersten und zweiten Mannschaft wären ebenfalls betroffen, weil dieser Trainer sie auf einem guten sportlichen Level in ihren Klassen bis derzeit zur Bezirksliga halte.

„Ein sportliches Fiasko sowie die Abmeldung unserer besten Spieler wäre die Folge”, analysiert Peter Schirbach die Lage der DJK Bleibtreu: „Wer weiß, ob im nächsten Jahr der Betrag pro Hallenstunde lustig weiter angehoben wird.” Seit Beginn diesen Jahres erhebt die Stadt für die verbrauchsabhängigen Kosten einen errechneten Betrag von 2,50 Euro pro Nutzungsstunde in Mehrzweck-, Sport-, Turn- und Gymnastikhallen sowie von vier Euro im Hallenbad. Auf das Nutzungsentgelt wird ein Rabatt gewährt, der sich individuell nach dem Verhältnis der aktiven Jugendlichen zu den aktiven Mitgliedern in einem Verein richtet.

Das erscheint Schirbach widersprüchlich: „Die Stadt fördert auf der einen Seite den Jugendsport und auf der anderen Seite zieht sie den Vereinen das Geld aus der Tasche.” Für „die desolate Finanzpolitik in Stolberg” dürften nicht die Sportvereine herhalten, denn diesen könne kein Vorwurf dafür gemacht werden. „Viele engagierte Vereinsmitglieder sehen ihren ehrenamtlichen Einsatz mit den Füßen getreten”, erklärt Schirbach und erwartet „auch eine klare Stellungnahme durch den Vorsitzenden des Stadtsportverbandes”.
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