Diner mit Musik und Literatur

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Sylvie Schenk liest aus ihrem Roman, Heribert Leuchter begleitet sie musikalisch. Foto: D. Müller

Stolberg. Eine Lesung mit Sylvie Schenk steht am Samstag, 13. April, im Bistro des Museums Zinkhütter Hof auf dem Programm. Begleitet wird sie mit Saxofonmusik von Heribert Leuchter, eingebettet in ein Dîner à la provence méditerranéenne mit Perlhuhnbrust, Lammrücken, französichen Käsespezialitäten und vielem mehr.

Im Bistro-Restaurant Museum Zinkhütter Hof ist Stefan Carol der Küchenchef. Reservierungen (begrenzte Teilnehmerzahl) werden unter Telefon 5255 angenommen. Beginn ist um 19 Uhr mit einem Empfang bei Cidre.

Vor dem Hintergrund brennender Vorstädte in Paris und Metz erzählt Sylvie Schenk in ihrem Roman „Parksünder“ von der schneeigen Reinheit der Alpenwelt bei Grenoble, wo die deutschfranzösische Schriftstellerin aufwuchs. Doch Schenks neuer Roman „Parksünder“ ist keine rührselige Schmonzette, sondern eine kraftvolle Auseinandersetzung mit einer Familiengeschichte, die nicht ganz alltäglich ist und doch vielen vertraut erscheinen wird.

Zwischen Gewalt und Gier der Großstädte und dem vermeintlichen Alpenidyll verläuft der Spannungsbogen des Romans, in dem der junge, aufstrebende Ministerialbeamte Rémi Signol in Paris vom Tod seiner seit langem kranken Mutter Cornélie verständigt wird.

Lehrerin ist überzeugte Linke

Die Beerdigung kommt zur Unzeit, weil Rémi eigentlich eine unangenehme Grippe zu Hause auskurieren will – auch die Erinnerungen an seinen bergigen Heimatort und die strenge Mutter sind wenig angenehm. Denn die Mutter, die einfühlsame Lehrerin und überzeugte Linke, verhärtet sich nach dem frühen Tod des Vaters, erzieht die Kinder mit eiserner Hand und soll – auch schon zu Lebzeiten ihres Mannes – Geliebte im Ort gehabt haben. Für den Sohn Rémi eine verlorene Zeit, der er früh entflohen ist.

Leichthändig und unterhaltsam schreibt die Autorin über Familienbande – und wahrhaft tiefschürfend kratzt sie den Schorf von den Blessuren der Kindheit Rémis und Marlènes, die auf die vielen Briefe der vereinsamten Cornélie nie antworten. Sie öffnen sie oft nicht einmal, die zauberhaft versponnenen Botschaften, die dem Leser vor Augen führen, was diese Frau verhärtet und verwundet hat. Und wie viel Charme und Witz sie trotz Todesnähe noch besaß.

Die Reise Rémis in das abgelegene Bergdorf seiner Kindheit wird zu einem Leseabenteuer par excellence, das man nicht missen möchte.

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