Diesmal bleibt Stolberg vom Hochwasser verschont

Von: lbe/jül
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Wieder betroffen vom Hochwasser war Arnolds Mühle. Feuerwehr und THW pumpten das Wasser in den Vichtbach. Foto: R. Roeger
Vichtbach
Die starken Regenmassen hatten am 9. Juli bereits in Stolberg Hochwasseralarm ausgelöst. Foto: Jürgen Lange

Stolberg. Die Stadt Stolberg ist von fatalen Folgen des anhaltenden Regens am Dienstag und in der Nacht zu Mittwoch verschont geblieben. Wie Brandoberinspektor Michael Konrads, Pressesprecher der Stolberger Feuerwehr, sagte, sei man „mit einem blauen Auge davongekommen.“

Die starken Regenfälle der vergangenen Tage und vor allem der Dauerregen am Dienstag haben die Pegelstände von Vicht- und Münsterbach deutlich ansteigen lassen. Gegen 19.30 Uhr am Dienstagabend ging der erste Notruf eines besorgten Bürgers bei der Feuerwehr ein. Er hatte beobachtet wie ein Gullideckel auf der Zweifaller Straße aufgrund der Wassermengen nach oben gespült worden war. Weitere fünf Notrufe wegen Wassers im Keller folgten. Zum zweiten Mal innerhalb von zwei Monaten wurde Arnolds Mühle durch steigendes Wasser in den Mühlteichläufen in Mitleidenschaft gezogen.

Schnell hatte die Feuerwehr eine Führungsgruppe ins Leben gerufen, die alle weiteren Maßnahmen koordinierte, darunter auch Ordnungsamtsleiterin Birgit Nolte. Vorsorglich wurden Sandsäcke beim Technischen Hilfswerk angefordert, die jedoch nicht gebraucht wurden. Denn „ab circa null Uhr sind die Pegel langsam wieder gefallen“, sagt Konrads.

Stände wie zuletzt am 9. Juli wurden diesmal nicht erreicht. Damals war in Vicht der Fischbach über die Ufer getreten und hatte zahlreiche Keller und die Landesstraße 238 geflutet. Zudem musste ein Seniorenheim evakuiert werden. Später floss der Münsterbach ins Schnorrenfeld. Altstadt und Unterstolberg entkamen nur knapp einer Überschwemmung: Nur um eine Steinesbreite vom Überlaufen entfernt war die Vicht damals am Offermann-Platz und am Mohlenbend.

Am Mittwoch waren Stolberger Feuerwehr und THW bis circa drei Uhr nachts im Einsatz. Die Pegelstände wurden sogar noch bis Mittwochmorgen immer wieder kontrolliert. An der Zweifaller Straße, der Mühlenstraße und an der Eifelstraße waren die Einsatzkräfte mit Pumparbeiten beschäftigt. Dort waren einige Keller voll Wasser gelaufen.

Die Otto-Thiel-Brücke musste überwacht werden. Dort wird immer wieder Treibgut angespült. Dadurch staut sich das Wasser und die Brücke ist schnell nicht mehr passierbar. Eingreifen musste die Feuerwehr diesmal allerdings nicht, da der Pegel nicht weiter anstieg. Am frühen Morgen konnten die insgesamt rund 30 Einsatzkräfte des THW und die 40 Feuerwehrleute den Einsatz beenden.

Aufgrund der Erfahrungen vom 9. Juli waren Andreas Dovern, Leiter der Feuer- und Rettungswache Stolberg, und Thomas Johnen, THW Stolberg, noch am Abend von Bad Neuenahr-Ahrweiler aus nach Stolberg gefahren. Dort nahmen sie an einem Seminar teil, das sie aufgrund der alarmierenden Pegelwerte unterbrochen hatten.

Eschweiler schlimmer betroffen

Die Stadt Eschweiler haben die anhaltenden Regenfälle weitaus schlimmer getroffen. Der Wasserpegel der Inde überschritt die kritische 1,80-Meter-Marke. Das Wasser suchte sich seinen Weg insbesondere durch die Felder: Aus den höher gelegenen Bereichen strömte das Regenwasser hinunter in ein Gerätehaus und in umliegende Keller, die voller Wasser liefen. Die Feuerwehr zog daraufhin mit einem Bagger einen Graben um die Felder und schüttete einen Schutzwall auf. Gegen 22 Uhr war die Eschweiler Wehr mit allen verfügbaren Wehrleuten im Einsatz. Als in der Nacht der Regen schwächer wurde, normalisierten sich dann aber auch in Eschweiler die Pegelstände.

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