Stolberg - Die Werkwoche: Freie Bahn der Fantasie

Die Werkwoche: Freie Bahn der Fantasie

Von: Christoph Hahn
Letzte Aktualisierung:
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Professionelle Präsentation: Beim Rundgang durch die Räume des Berufskollegs stellten diese Schülerinnen eigene Schmuck-Kreationen vor. Auch diese Schmuckstücke sind während der Werkwoche entstanden. Foto: C. Hahn
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Eigens aus Hamburg für die Werkwoche angereist: Modedesignerin Aylin Can (links), hier mit einer Studierenden der Fachschule für Sozialpädagogik im Stolberger Berufskolleg.

Stolberg. Da staunten Mitschüler und Lehrer gleichermaßen: Mit ihrer Kreativität brauchen die jungen Frauen und Männer der Fachschule für Sozialpädagogik im Stolberger Berufskolleg am Obersteinfeld den Vergleich mit anderen Bildungsinstituten der Kupferstadt kaum zu scheuen.

Im Rahmen eines Rundgangs durch die Räume des Gebäudekomplexes stellten die Schüler am Sonntag vor, wie überzeugend sie Ideen unter anderem aus den Bereichen Comic, Leuchtobjekte, Mode und Schmuck in die Praxis umgesetzt haben. Lehrer und Mitschüler überzeugten sich vom hohen Leistungsstand und sparten nicht mit ihrer Anerkennung.

Der Nutzen der Werkwoche liegt für Lehrerin Inga Kühl, die die Projekte zusammen mit ihren Kollegen Ramona Schiemann, Nina Scheepers und Stefan Kersting begleitet hatte, auf der Hand: „Wir wollen den Blick öffnen für die Vielfalt der Kultur.“ Aber nicht nur die Schüler stehen dabei im Fokus. Bei den einzelnen Workshops „ohne Lehrer, dafür mit Künstlern der Region“ ging es auch, so die Pädagogin weiter, „um die Professionalisierung der Künstler als Lehrende“.

Keine Künstlerin der Region, aber bereits zum zweiten Mal bei der Werkwoche im Berufskolleg mit dabei war Aylin Can. Aus Hamburg war die Modedesignerin kurz vor dem Diplom angereist, nur weil ihr die Arbeit mit den Stolberger Junioren so viel Spaß macht. Aber nicht nur das fasziniert die zierliche Frau von der Alster an den jungen Kupferstädtern: „Hier wird viel mit einander gesprochen. Ohne Aufhebens zeigt die eine Schülerin der anderen, wie es geht“, lobt sie das bemerkenswerte soziale Zusammenspiel im Klassenraum.

Was Can und ihre ambitionierten Mitstreiterinnen an vier Tagen zwischen 9 und 13 Uhr zustande bekommen haben, hätte jedenfalls auch einen Wolfgang Joop oder einen Karl Lagerfeld neugierig gemacht. Nicht viel weniger Talent bezeugten die Leuchtobjekte, die Jürgen Kersting und sein Team aus Silikon geformt hatten. Stachelige, verspielt wirkende Formen, daneben noch verspieltere Einhörner – der erste Eindruck zeugte von einer lockeren Hand und großem Reichtum an Ideen.

Das sah bei Regina Beckers aus Würselen-Bardenberg nicht viel anders aus. Die Schmuckkünstlerin aus dem Nordkreis hatte mit ihren Mitstreiterinnen (fast jede Station des Rundganges führte den Besucher auf einen anderen Planeten der Frauen) nicht nur aus preiswerten, leicht erhältlichen Materialien Ringe und anderes Geschmeide gefertigt. Doch nicht nur die Fantasie, mit der alltägliche Materialien geadelt wurden, ließ erstaunen: Auch die Präsentation auf kleinen Baumstämmen und in einem Geflecht von Ästen wirkte sehr professionell und lud zum Hinsehen ein.

Stefan Kersting war gewissermaßen die Ausnahme: Als Einziger unter den beteiligten Künstlern ist er auch Lehrer am Berufskolleg. Mit einem Graffiti-Workshop sorgte er für einen echten Innnovationsschub bei den Werkwochen. Porträts von Teilnehmern, in Schablonen geschnitten und dann aufgesprüht sowie ein in ähnlicher Manier gestaltetes Boot dokumentierten überdeutlich, dass die Fachschule für Sozialpädagogik den Vergleich mit anderen Einrichtungen dieser Art zu scheuen braucht.

Auch Anne Schreiber, Franziska Lauscher und Mara Dohmen waren von ihrer Arbeit überzeugt, hatten sich im Aachener Ludwig-Forum über künstlerische Arbeitstechniken informiert, Skizzenbücher erstellt und Drahtfiguren konstruiert, die auf kleinen Betonsockeln stehen oder gehen.

Das „gute Niveau“ der Studierenden (insgesamt waren rund 200 von ihnen an der Werkwoche beteiligt) lobte auch der Aachener Comiczeichner Christoph Mueller, der einer Gruppe von rund 15 Schülern seine Kunst nahebrachte. Sein Resümee: „Wir haben viel Spaß gehabt.“

Das ist auch den Teilnehmern sicher so gegangen. Die Beachtung und Wertschätzung, die ihnen beim abschließenden Rundgang entgegen gebracht wurde, tat ihnen sicher gut und war auch für sie so etwas wie das Tüpfelchen auf dem i.

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