Stolberg-Schevenhütte - Die Wehebachtalsperre wird im Mai 30 Jahre alt

Die Wehebachtalsperre wird im Mai 30 Jahre alt

Von: ds
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Der Bau eines Staudamms ist auch ein Eingriff in die Landschaft: Doch dafür, dass rund 21 000 Kubikmeter Baugrubenaushub bewegt, 100 000 Kubikmeter Überlagerungsboden abgetragen, jede Menge Fels und rund 17 000 Kubikmeter Beton verbaut wurden, sieht die Landschaft im Wehebachtal ganz manierlich aus. Foto: WVER

Stolberg-Schevenhütte. Ganz schön stürmisch ging es vor 30 Jahren zu, als die Wehebachtalsperre am 11. Mai 1983 bei einem Festakt auf dem Damm in Betrieb genommen wurde. Regenwolken fegten über das Wehebachtal, und eine steife Brise hielt Fahnen und Menschen auf der 50 Meter hohen Dammkrone der neuen Talsperre in Bewegung. Der damalige Regierungspräsident Dr. Franz-Josef Antwerpes mochte sich dem scharfen Wind nicht unnötig lange aussetzen. Das Wetter sei nicht geeignet, Stunden mit Begrüßungsansprachen zu verbringen, befand er.

Dennoch geriet der feierliche Akt anlässlich der Übergabe des 70 Millionen Mark teuren Wasserspeichers, zu dem 300 Gäste eingeladen worden waren, zu einer mehrstündigen Angelegenheit. Dass sich so viele Bürger auf dem 435 Meter langen Staudamm versammelt hatten, lag wohl an dem Interesse, mit dem Kommunalpolitiker und Naturfreunde die Entwicklung der im Jahre 1977 angelegten Großbaustelle im reizvollen Wehebachtal verfolgt hatten.

Und wenn die Wehebachtalsperre im Mai ihren „Geburtstag“ feiert, können Sie mit dabei sein. Wir bieten Ihnen eine exklusive Talsperren-Führung an, bei der Sie Wissenswertes über das Talsperren-System erfahren und mit Talsperrenbetriebsleiter Ralph Prost durch den Kontrollgang gehen können. Die Führung für unsere Leser – die Teilnahme ist auf maximal 25 Personen begrenzt – findet statt am Freitag, 10, Mai, 15 Uhr.

Heute hat die 1983 in Betrieb genommene drittgrößte Talsperre des Nordeifelraumes eine wesentliche Funktion im wasserwirtschaftlichen System der Eifel-Rur-Talsperren übernommen. Neben dem Hochwasserschutz des Wehetales und der unteren Inde bietet die Talsperre der Trinkwasserversorgung für den Großraum Aachen und Düren eine ideale Versorgungssicherheit.

Das Absperrbauwerk besteht aus einem Felsschüttdamm mit einer auf der Wasserseite liegenden, kontrollierten Asphaltdichtung (zweilagige Dichtung mit zwischenliegender Drainageschicht). Als konstruktive Besonderheit wurde im Dammquerschnitt vertikal mit der Achse 2,50 Meter wasserseitig zur Dammachse eine so genannte Bremszone eingebaut. Sie hat die Aufgabe, bei einer Beschädigung oder Zerstörung der Bitumen enthaltenden Außendichtung durch Erdbebeneinwirkung, die Dammdurchströmung auf das Abflussvermögen des Wehebachs zu begrenzen.

Der Gedanke, im Wehebachtal eine Trinkwassertalsperre zu errichten, war Anfang der 80er Jahre schon älter als 50 Jahre. Denn die Qualität des in diesem zu 75 Prozent bewaldeten und fast unbesiedelten Gebiet anfallenden Wassers sowie die zentrale Lage zu den Aachener und Dürener Versorgungsräumen boten die besten Voraussetzungen für dieses Vorhaben.

Die Ausführung unterblieb jedoch so lange, weil der Talsperrenbau im oberen Rurgebiet – mit Olef-, Urft-, Perlenbach-, Rur- und Kalltalsperre sowie den Staubecken Heimbach und Obermaubach – vorrangig war.

Als Mitte der 60er Jahre erkennbar wurde, dass die aus diesen Talsperren für die Wasserversorgung entnehmbare Wassermenge in absehbarer Zeit ausgeschöpft und bis zum Ende des Jahrhunderts ein zusätzlicher Bedarf von jährlich 15 Millionen Kubikmeter zu decken sein würde, nahmen die Planungen für eine Wehebachtalsperre konkretere Gestalt an, und Ende 1969 übernahm der Talsperrenverband Eifel-Rur offiziell die Trägerschaft für dieses Projekt. Die Talsperre entstand in sechsjähriger Bauzeit.

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