Die Vichter entscheiden über ihren Laden

Von: Dirk Müller
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Das Team aus Vicht (v.l.): Karl Lüttecke, Rudolf Vanderhuck, Günter Scheepers, Hans Graff, Jochen Emonds, Hartmut Kleis und Arndt Kohn wünschen sich, dass der Vichter Dorfladen mit Café noch in diesem Jahr eröffnet wird. Foto: D. Müller

Stolberg-Vicht. In vier Wochen, am Mittwoch, 19. März, wird es ernst um die Bemühungen, einen Vichter Dorfladen mit Café einzurichten, der die Nahversorgung im Ort sichern und zugleich ein Treffpunkt werden soll. „An diesem Abend entscheiden die Bürger, ob und in welcher Form es den Dorfladen geben wird“, sagt Karl Lüttecke, Vorsitzender der Interessengemeinschaft Schönes Vicht.

Im Rahmen des Landes-Pilotprojekts „Dorv“ (Dienstleistung orstnahe Rundum-Versorgung) habe eine professionelle Basisanalyse ergeben, dass Standort und Zahlen für einen Dorfladen in Vicht sprächen, erklärt Jochen Emonds.

„Daraufhin sind wir von Haus zu Haus gegangen und haben eine Bedarfsanalyse erstellt. Dabei waren rund 98 Prozent der Vichter für den Laden mit Café.“ Nun hat das Planungsteam einen Wunschtermin vor Augen: Ende September noch diesen Jahres soll der Laden eröffnet werden: Ein Einzelhandelssortiment mit Frische- und Backwarenabteilung soll im Haus Graff an der Eifelstraße 79 entstehen. „Und eben ein Café, das für uns eine wichtige Bedeutung hat. Es soll ein Kommunikationszentrum im Ort werden und die Nahversorgung in Vicht gewährleisten“, beschreibt Arndt Kohn. Emonds ergänzt, der Dorfladen werde nicht im wirtschaftlichen Sinne gewinnorientiert arbeiten: „Der Gewinn ist die höhere Lebensqualität für Jung und Alt in Vicht.“

Laden, Café, Dienstleistungen

Sollten Laden und Café auch wirtschaftlich Gewinn erzielen, werde dieser in soziale Projekte fließen. Da der Dorfladen auch für ältere und nicht mobile Menschen Treffpunkt sein und die Nahversorgung sichern soll, ist geplant, auch Dienstleistungen anzubieten. Ein „Hol- und Bringservice“ soll im Optimalfall nicht nur Einkaufslisten holen und Waren liefern, sondern auch die Menschen in den neuen Dorftreffpunkt bringen. „Was wir letztlich wirklich umsetzen und anbieten können, steht und fällt mit den Bürgern und ihrer Bereitschaft sich zu engagieren“, betont Kohn.

Viel Unterstützung

Bei der Dorfversammlung am 19. März werde keine Vision mehr, sondern nun ein fertiges Konzept vorgestellt, für das sich ein gut aufgestelltes Planungsteam verantwortlich zeichnet. Neben Lüttecke ist auch Günter Scheepers, Geschäftsführer der IG Schönes Vicht, mit von der Partie, und der Bauunternehmer bringt seine Erfahrung in die bauliche Umgestaltung des Ladens ein.

Unterstützung seitens der Politik ist durch die Vichter Ratsherren Emonds (CDU) und Kohn (SPD) gegeben, und der ehemalige Handelsberater Rudolf Vanderhuck sowie der Kaufmann Hartmut Kleis bündeln Branchenerfahrung. Das Konzept sieht vor, eine Kraft aus dem kaufmännischen Bereich für die operative Leitung des Dorfladens einzustellen – alle weiteren Mitarbeiter sollen sich ehrenamtlich engagieren.

Die Vichter sollen beraten, verkaufen, kassieren, den Hol- und Bringdienst durchführen, für Warendisposition, Buchhaltung und so weiter weitgehend selbst verantwortlich sein. Für dieses Engagement und den Erwerb von Bürgerbeteiligungen an dem Dorfladen mit Café zu je 50 Euro möchte das Planungsteam bei der Versammlung im Pfarrjugendheim werben. Zu der Informationsveranstaltung, bei der die entscheidenden Weichen gestellt werden sollen, seien übrigens sowohl Vichter, als auch Bürger anderer Orte herzlich eingeladen, bekräftigt Hans Graff, der zur Zeit noch den Laden an der Eifelstraße führt.

Interessenten auch aus Zweifall

„Wir haben zum Beispiel viele Kunden aus Zweifall, die fragen schon immer, wie es denn um den Dorfladen stehe, und wann er komme.“

Graff, der bald in wohlverdienten Ruhestand gehen möchte, bietet in seinem Geschäft momentan unter anderem eine Postagentur, eine Lotto-Annahmestelle und mehr. „Diese Angebote werden auch im Dorfladen erhalten bleiben und die bereits bestehenden Kundenwünsche berücksichtigt“, erläutert Emonds. So könne man die Stammkundschaft übernehmen und baue auf den Synergieeffekt: „Viele Stammkunden werden bestimmt künftig die Gelegenheit nutzen, Backwaren oder frische Lebensmittel aus der Region zu kaufen und einen Café zu trinken und dabei ins Gespräch zu kommen.“

Das Organisationsteam der IG Schönes Vicht ist optimistisch.

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