„Die Velau ist nicht auf einmal Hollywood”

Von: Johannes Mohren
Letzte Aktualisierung:
Hitzige Debatten bei der Bürg
Hitzige Debatten bei der Bürgerrunde in der Velau: Die Unzufriedenheit und Enttäuschung über den Verlauf des Projektes „Soziale Stadt” wurde immer wieder offensichtlich. Foto: J. Mohren

Stolberg-Velau. „Große Hoffnungen haben wir alle in das Projekt gesetzt, viele haben sich bisher leider nicht erfüllt.” Es ist dieser Satz eines der fast 40 Teilnehmer, der die allgemeine Stimmungslage in der Bürgerrunde im Pfarrzentrum St. Franziskus wohl am besten trifft.

Eine deutliche Mehrheit zeigte sich unzufrieden und enttäuscht über die Entwicklung der Velau und damit auch von dem Projekt, in das man die großen Hoffnungen gesetzt hatte: die „Soziale Stadt”. Hart gingen einige Teilnehmer der Bürgerrunde immer wieder mit dem dreijährigen Städtebauförderungsprogramm ins Gericht, das 2008 begonnen hatte und im September dieses Jahres ausläuft.

Den Anschub nutzen

„Zwei bis drei Jahre soll der Prozess dauern. Dann wird unser Viertel anders aussehen”, hatte Stadtteilmanager Dr. Wolfgang Joußen zu Beginn des Projekts als Ziel ausgegeben. Nun ist dieser Zeitpunkt gekommen, das Ende ist absehbar. „Die positiven Veränderungen sind sicher nicht weltbewegend, doch jedes noch so kleine Stück zählt”, betonte Volker Kolauch vom Arbeitskreis „Velau - Wir in unserem Viertel”, der die Bürgerrunde leitete, vor diesem Hintergrund.

Gerade im Bereich der Wohnfeldaufwertung habe sich einiges getan. Wichtig sei es, den Anschub, den das Projekt „Soziale Stadt” gebracht habe, zu nutzen, Probleme offen anzusprechen und diese auch in der Zukunft anzugehen, sagte er. „Denn natürlich ist die Velau nicht auf einmal Hollywood”, hob Kolauch hervor.

Nicht komplett kaputt reden, sondern zumindest auch ein bisschen positiv betrachten solle man das Projekt, sprangen dem Leiter einige Velauer zur Seite, hitzige Debatten prägten den Meinungsaustausch. Fehlende Informationspolitik, ja „Funkstille”, beklagten viele Teilnehmer der Bürgerrunde, man wisse gar nicht so recht, was im Rahmen des Projektes „Soziale Stadt” so passiere, undurchsichtig sei die Arbeit. „Die Zusammenarbeit hat nicht wirklich funktioniert. Hier bei uns in der Pfarre gibt es einige langzeitarbeitslose Jugendliche, eine Problematik, um die man sich im Rahmen der Sozialen Stadt ja auch kümmern wollte. Doch in der ganzen Zeit ist nie jemand auf uns zugekommen”, berichtete Gerd Düppengießer, der Pfarrgemeinderatsvorsitzende von St. Franziskus.

Auch der Bau des Kultur- und Generationenhauses „Kugel” erhitzte die Gemüter. Man habe es nicht mit Kusshand empfangen, nun, da es aber gebaut werde und als fester Bestandteil des Projektes „Soziale Stadt” wohl auch umgesetzt werden müsse, sei Ärger unangebracht.

Stattdessen sei der Blick in die Zukunft wichtiger, betonte Volker Kolauch. So soll es auch nach Ablauf des Projektes weiterhin in regelmäßigen Abständen Bürgerrunden in der Velau geben, um Probleme anzusprechen und bestenfalls zu lösen.

Einen Vorgeschmack gab es an diesem Abend: Grundstückspreise auf einem konstant schlechten Niveau, Tendenz fallend oder die Zukunft des Übergangswohnheims waren thematische Schwerpunkte. „Wichtig ist, dass wir uns vernetzen, eine Kommunikationspattform haben”, unterstrich Volker Kolauch die Bedeutung eines ständigen Informationsaustauschs, um die vielen noch bestehenden Probleme anzupacken. „Nur wenn wir als Einheit mit einer starken Stimme sprechen, haben wir die Chance, etwas an der momentanen, unbefriedigenden Situation zu ändern”, hob Kolauch hervor.

Das nächste Treffen ist für die Zeit nach Ablauf des Projektes „Soziale Stadt” anberaumt. Bis dahin solle man auch warten, ehe man ein endgültiges Urteil über das Projekt fälle. Und egal, wie dieses ausfällt, die Velauer wollen weiterkämpfen- für ihr Viertel.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert