Die Umstellung auf DVB-T2 beginnt auch in Stolberg

Von: Naima Wolfsperger
Letzte Aktualisierung:
14294462.jpg
Neues Rauschen im Antennenwald: Am 31. Mai beginnt die Ausstrahlung von DVB-T2 HD in Deutschland. Die Dachantenne kann dazu vorerst weitergenutzt werden. In Manchem Haushalt muss allerdings ein Receiver installiert werden. Foto: Simon Nagel/dpa
14300755.jpg
Sozusagen rund um die Uhr auf Termin: Der Büsbacher Fernsehtechniker Bernd Schlütz hat in den vergangenen Wochen viele Receiver installiert. In der Hand hält er den Flyer zur Umstellung auf DVB-T2. Foto: N. Wolfsperger

Stolberg. Etwa ein halbes Jahr lang ist die Umstellung auf DVB-T2 angekündigt worden. Ab Mitternacht bis Mittwochnachmittag wird in weiten Teilen Deutschlands umgestellt; in der Folge kann es in diesem Zeitraum für einige Stunden keine Fernsehsignale geben. Bis zwölf Uhr soll die Umstellung erfolgt sein.

Dann müssen alle Nutzer von DVB-T2 einen Sendersuchlauf durchführen. Aber was heißt das überhaupt – und kann das eigene Gerät den Empfang meistern, oder braucht man einen Receiver?

Die Umstellung auf die hochauflösende digitale Empfangsart kam wenigstens ein wenig überraschend, nachdem in den vergangenen Jahren noch das Gegenteil betont wurde. Die Abkürzung DVB-T2 steht für „Digital Video Broadcasting – Terrestrial“, inhaltlich übersetzt heißt das „digitale Videoausstrahlung – Antennenfernsehen“. Die Zwei steht für die Unterscheidung zu dem 2003 eingeführten DVB-T, die Ausstrahlung in HD, also „high definition“ – „hochauflösend“.

Fakt ist, dass die meisten Fernseher, die älter als ein Jahr sind, nicht kompatibel sein dürften und einen Receiver brauchen. Fakt ist auch: Wer zuvor die Privatsender RTL, Sat1, Pro7 und Vox über DVB-T empfangen hat, der kann sie in Zukunft nur gegen einen Aufpreis sehen. Fakt drei: Betroffen sind nur DVB-T-Empfangsgeräte mit einer Haus- oder Zimmerantenne. Wer Kabel- oder Satellitenfernsehen hat, für den ändert sich nichts.

Einer, der in den vergangenen Tagen fast rund um die Uhr unterwegs war, um Receiver und Fernseher einzustellen, ist Bernd Schlütz, Inhaber des Büsbacher Traditionsgeschäfts Elektro Brümmer. „Die Umstellung kommt vergleichsweise überfallartig. Ein paar, die es verpassen, wird es bestimmt geben, aber die meisten haben es jetzt, glaube ich, doch mitbekommen“, sagt Schlütz.

Neuer Fernseher ist kein Muss

Alle Fernsehgeräte, auch alte Röhrenfernseher mit HDMI-Zugang, können umgerüstet werden und mit einem Receiver weiterhin die öffentlich-rechtlichen Programme empfangen. „Nur eben nicht in HD-Qualität – und dafür wird ja eigentlich umgestellt.“ Zumindest ist der neue Fernseher kein Muss. Über einen Kabelzugang können sogar noch Schwarz-Weiß Fernseher genossen werden. Trotzdem sei Schlütz überrascht von den vielen Röhrengeräten, die in den vergangenen Wochen weggeworfen wurden. „Ich denke, viele nutzen die Umstellung jetzt doch, um ein neues Gerät anzuschaffen, oder einen alten Zweitfernseher zu entsorgen.“

Aber auch bei den neueren Geräten muss man aufpassen: „Auch jetzt sind noch Geräte im Handel, die keinen eigenen DVB-T2-Empfang haben und einen Receiver benötigen.“ Ab 50 Euro aufwärts kosten die Empfangsgeräte. Wer sich diesen Zukauf ersparen möchte, sollte beim Neukauf darauf achten, dass das TV-Gerät mit einem Aufkleber versehen ist, der den DVB-T2-Empfang bestätigt.

In Stolberg weniger betroffen

„Für viele Nutzer in Stolberg ändert sich außer dem Receiverkauf und der Programmsuche nichts“, sagt Schlütz. Denn in vielen Haushalten in der Region, die ihre Programme nicht über Kabel oder Satellit empfangen, konnte man bisher auch nur die öffentlich-rechtlichen Sender sehen. Weiterhin überall zu sehen sind Das Erste, ZDF, KiKa, arte, 3Sat, Phoenix, ZDF Neo, One, ZDF Info, Tagesschau 24, ARD Alpha und Bibel TV und regionale öffentlich-rechtliche Sender wie der WDR. Wer in Zukunft über DVB-T2 aber Privatsender empfangen möchte, der wird einen Mindestpreis von 5,90 Euro im Monat einkalkulieren – 69 Euro im Jahr. Diese Sender konnten teilweise in Ballungszentren bisher kostenfrei geguckt werden.

Für die Sendersuche am Mittwoch lohnt sich, das Handbuch für das heimische Gerät bereit zu halten. „Gerade bei den neueren Geräten kann die neue Einrichtung etwas Zeit in Anspruch nehmen“, sagt Schlütz. Wer nur die kostenfreien Sender möchte, der hat bis zu 20 Programme, die er einrichten muss. In der Kombination mit Privatfernsehen sollte für das Sortieren der Programme aber etwas mehr Zeit mit einberechnet werden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert