Stolberg - Die Überraschung steckt in jeder Gutscheintüte

Die Überraschung steckt in jeder Gutscheintüte

Von: Tom Lammertz
Letzte Aktualisierung:
In Stolberg und den Geschäfts
In Stolberg und den Geschäftsleuten soll ein Licht aufgehen: Die SMS lässt sich viel einfallen, um den Einzelhandel zu begeistern. Mit einer Gutscheintüte soll nun Geld für die Weihnachtsbeleuchtung eingeworben werden.

Stolberg. Die Gesellschaft für Stadtmarketing Stolberg (SMS) muss sich viel einfallen lassen, um die Geschäftsleute zwischen Mc Donalds und Kaiserplatz für Gemeinsames zu begeistern. Das liegt daran, dass sich „über Jahre Frust angestaut hat”, wie Vorstandssprecher Patric Peters unumwunden zugibt.

Wenn - wie jüngst geschehen - die Beteiligung an einer Besprechung zu den verkaufsoffenen Sonntagen im kommenden Jahr „hundsmiserabel” ist (O-Ton Peters), ist das nur ein weiterer Beweis dafür. Zweimal, so sei die Resonanz auf die Einladung gewesen, habe die Politik die Pläne der Geschäftsleute bereits „durcheinandergewirbelt”, ein drittes Mal wolle man ihr nicht die Gelegenheit dazu bieten. Sollten die Kommunalpolitiker doch von vornherein selbst planen ?

Doch der Vorstand wäre der falsche, würde er den Kopf in den Sand stecken und nicht Neuland betreten. Und so geht es kurz vor den Sommerferien schon um die Weihnachtsbeleuchtung. Eine Aktion, die in einem Jahr etwa 10.000 Euro verschlingt, wie angesichts von drei Kilometer Kupferkabel und Rechnungen über wochenlangen Stromverbrauch leicht nachzurechnen ist. Dabei sind die Personalkosten noch durch Eigenleistung außen vor.

Da das Spendensammeln immer schwieriger werde, habe sich der SMS-Vorstand einer Aktion mit Gastronomen besonnen und für die Stolberger Stadtparty im September eine Aktion „Gutscheintüten” initiiert, die das Geld für die Weihnachtsbeleuchtung in die Kasse spülen soll. Allerdings nicht nur das Geld der Geschäftsleute, sondern auch das Geld der Partybesucher. Doch die will man nicht schröpfen; ganz im Gegenteil: Sie sollen für kleines Geld einen größeren Gegenwert bekommen.

Wie das funktioniert? Die Geschäftsinhaber überlegen sich, für welches Produkt sie Gutscheine im Wert von mindestens drei Euro und wie viele sie davon verschenken möchten. Alternativ können sie natürlich auch einfach Rabattgutscheine für die Aktion zur Verfügung stellen, die der Vorstand dann in attraktive „Gutscheintüten” packt, von denen jede fünf Euro kosten wird.

Der Käufer bekommt dann für seinen Fünfer bei der Stadtparty ein echtes Überraschungspaket mit Gutscheinen im Wert von mehr als fünf Euro. Wobei er vorher nicht weiß, in welchem Geschäft er schließlich als Kunde willkommen geheißen wird. Da können Gastronomie-Gutscheine genauso eingepackt sein wie Gutscheine für Büroartikel oder Kaffee und Kuchen. Der Werbeeffekt, da sind die Vorstandsmitglieder sicher, ist für alle teilnehmenden Geschäfte sicher, selbst wenn auch mal der eine oder andere Tütenkäufer im Festgetümmel vergessen sollte, seinen „Preis” einzulösen.

„Animateure für Geschäftsleute”

„Helfen Sie uns mit, der neuen Idee Leben einzuhauchen, unterstützen Sie uns und tragen Sie mit dazu bei, dass auch in diesem Jahr die Adventszeit erstrahlt”, schreibt Patric Peters, der sich und seine Vorstandskollegen bei dieser Aktion in der Rolle der „Animateure” sieht, an die Geschäftsleute der Innenstadt.

Aber auch andere SMS-Aktionen gehen weiter: so zum Beispiel das „Leerstandsmanagement”, mit dem die Auslastung der Innenstadtgeschäfte verbessert werden soll. So hat der Verein mit zehn „Pionieren” den Start eines „Immobilienportals” auf der Internetpräsenz der Stadt Stolberg geplant. Noch in diesem Sommer soll das Portal online sein, dessen Organisation SMS übernimmt, während die Stadt die technischen Voraussetzungen anbietet.

Weniger euphorisch ist der Vereinsvorstand, wenn er auf die Stolberger Parkgebühren angesprochen wird: Da hätte man sich gewünscht, dass statt Parkautomaten auf die Kombination von „Parkscheibe und Gewerbesteueränderung als Standortvorteil” gesetzt würde.

Doch die Kommunalpolitik habe auch in diesem Fall anders entschieden und als „Geschäft der laufenden Verwaltung” 68 000 Euro für Automaten ausgegeben.
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