Stolberg - Die Tür und das ungelöste Rätsel

Die Tür und das ungelöste Rätsel

Von: Toni Dörflinger
Letzte Aktualisierung:
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Die Kirche St. Lucia besitzt eine zugemauerte Öffnung, die einst vermutlich in das vor 100 Jahren erstellte mittlere Querschiff der Nordseite führte. Foto: T. Dörflinger

Stolberg. Innen ist die zugemauerte Tür nicht sichtbar. Dort dominieren glatt verputzte Wände. Anders hingegen das Bild im Außenbereich, wo im Mauerwerk noch die Blausteineinfassung eines alten Zugangs zu sehen ist, der vermutlich zu dem vor 100 Jahren fertiggestellten nördlichen Querschiff der katholischen Kirche St. Lucia gehörte.

Auftraggeber des 1911 erstellten Baus war der damalige Pfarrer Dr. Ignaz Schmitz. Mit der Errichtung des apsisartigen mittleren Querschiffs an der Nordseite hatte Schmitz das Werk seiner Vorgänger vollendet. Denn schon 1851 hatte Pfarrer Roland Ritzefeld den Bau von zwei neuen Seitenschiffen in Auftrag gegeben, die - in zwei Abschnitten errichtet - allerdings erst 1870 fertiggestellt worden waren. Fortgesetzt wurde das Werk dann von seinem Nachfolger Dr. Franz Kaufmann, der 1907 unter anderem das mittlere südliche Querschiff, eine neue Vorhalle und etliche Figuren und Skulpturen für den Außenbereich erstellen ließ. Fenster hatte die Nordseite 1905 erhalten.

Um dem Kirchenraum mehr Licht zu geben, wurden analog zur Südseite acht Fensteröffnungen gebrochen und Glasmalereien in Auftrag gegeben. Den Auftrag erhielt der aus der Kupferstadt stammende Glasmaler Christoph Schneiders, der in Köln über eine Werkstatt verfügte und sich als renommierter deutscher Glaskünstler einen Namen gemacht hatte.

Schon 1892 hatte Schneiders noch unter Ritzefeld die Fenster der Südseite mit kunstvollen Glasarbeiten versehen. Als Motive für die Auftragsarbeiten an der Nordseite hatte Schneiders Darstellungen aus dem Kirchenjahr ausgewählt.

Der Bau des mittleren nördlichen Querschiffs im Jahre 1911 unter Ignaz Schmitz schloss nicht nur die bereits 60 Jahre zuvor begonnenen Umbaumaßnahmen ab, sondern sorgte auch dafür, dass das aus einer Burgkapelle hervorgegangene Gotteshaus einen kreuzförmigen Grundriss erhielt.

Wann und warum die alte Tür, die in einem der Öffentlichkeit nicht zugänglichen Bereich liegt, zugemauert wurde, bleibt ein Rätsel. Sichtbar wird die zugemauerte Öffnung nur mit Hilfe von Pastor Hans-Rolf Funken. Er besitzt die Schlüsselgewalt und kennt den Weg, der zu der an der Katzhecke gelegenen Nordseite führt.
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