Stolberg - Die Strecken der EVS „waren und sind sicher”

Die Strecken der EVS „waren und sind sicher”

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Zwischenfall im EVS-Güterbahnhof: Am 25.September 2006 stoßen auf einer Handweiche beim Rangierbetrieb ein Arbeits- und ein Güterzug zusammen; Personen werden nicht veletzt. Foto: J. Lange

Stolberg. Die Strecke ist durchaus vergleichbar mit der in Sachsen-Anhalt, auf der sich bei Hordorf das tragische Zugunglück mit zehn Toten und 13 Verletzten ereignet hatte: eingleisig und befahren von Güter- wie von Personenverkehr. Nach derzeitigen Ermittlungen soll ein Güterzug ein Haltesignal überfahren haben, bevor er mit einem Regionalexpress frontal zusammenstieß.

„Ein solch schwerer Zusammenstoß ist auf unseren Strecken nicht denkbar”, sagt Christian Hartrampf, Geschäftsführer der Euregio-Verkehrsschienennetz GmbH (EVS), auf Anfrage. Die EVS stellt - im Juni seit zehn Jahren - die Infrastruktur des Schienennetzes, auf dem im Auftrag des Aachener Verkehrsverbundes (AVV) die Deutsche Bahn mit der von Passagieren gut frequentierten Euregiobahn nutzt.

Täglich 12.000 Kunden; abgesichert ist alles doppelt

Rund 12.000 Kunden nutzen die regionale Verbindung zwischen Heerlen, Stolberg, Eschweiler, Düren und Alsdorf jeden Tag. Mit rund 70 Kilometern Schienennetz stellt die EVS die Gleise dafür auf den hauptsächlich einspurigen Nebenstrecken - beispielsweise auf der Talbahnlinie durch Eschweiler oder in die Stolberger Altstadt. Einen immer größer werdenden Anteil dabei nimmt der Güterverkehr ein. So lassen sich in der Kupferstadt beispielsweise die Bleihütte und Schwermetall mit Rohstoffen via Schiene versorgen.

Während die Euregiobahn überwiegend im Halbstundentakt in beiden Fahrtrichtungen verkehrt, bleibt für den Güterverkehr die schmale Zeitachse zwischen oder außerhalb des Personenverkehrs. Dennoch hält Hartrampf einen Zusammenstoß für ausgeschlossen: „Auf allen Strecken ist unser Gleisnetz mit dem Sicherungssystem PZB90 ausgestattet.” Das veranlasst eine sofortige Zwangsbremsung des Schienenfahrzeugs, falls ein Signal einmal unbeachtet geblieben sein sollte, erklärt Hartrampf: „Es kann nichts passieren; unsere Strecken waren und sind sicher.”

Denn die Bremswirkung des Magneten sei ausreichend bemessen, „bei der für die jeweilige Strecke maximal zugelassenen Höchstgeschwindigkeit einen Zug rechtzeitig zum Stehen zu bringen”. Auf diese Weise sei immer „alles doppelt abgesichert”; Zusammenstöße von Zügen habe es auf EVS-Strecken noch nicht gegeben.

Pannen im Güterbahnhof

Gleichwohl muss Hartrampf einräumen, dass es auch auf EVS-Gleisen zu Pannen gekommen ist: „Kleinere Zwischenfälle beim Rangierbetrieb im Güterbereich der Bahnhöfe.” Beispielsweise am 25.September 2006, als im Stolberger Güterbahnhof auf einer Handweiche ein Arbeitszug mit einer Rangierlok kollidierte und diese von den Schienen in eine Böschung drückte. Während der Bergungsarbeiten war auch der Euregiobahn-Verkehr zwischen Stolberg und Eschweiler beeinträchtigt.

Oder am 2.März 2004, als eine Rangierlok aufgrund einer falsch gestellten Weiche im Bahnhof Altstadt gegen den Prellbock eines Stummelgleises nahe dem Bahnübergang Aachener Straße fuhr und entgleiste. Auch in diesem Fall war der Personenverkehr durch Bergungsarbeiten beeinträchtigt. In beiden Fällen wurden Personen nicht verletzt, und der Sachschaden bleib in vergleichsweise geringer Höhe.
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