Die Stolberger Kita-Landschaft wächst

Von: Sarah-Lena Gombert
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In der Kita „Zauberkiste“ in der Stolberger Innenstadt läuft seit Oktober das Projekt „Kitaplus“, bei dem die Randzeitenbetreuung im Sinne der Eltern verbessert werden soll. Ab dem kommenden Kindergartenjahr soll das Konzept greifen. Generell sieht sich die Stadt Stolberg in Sachen Kinderbetreuung gut aufgestellt. Foto: S.-L. Gombert

Stolberg. In der Kita „Zauberkiste“ am Stolberger Heinrich-Böll-Platz ist es an einem verregneten Mittwochmorgen verhältnismäßig ruhig. Ein paar Kinder spielen mit ihrer Erzieherin ein Brettspiel, einen Tisch weiter werden Bauklötzchen gestapelt.

Von einem neuen Projekt, dass seit Oktober offiziell angelaufen ist, merken zumindest die Kinder noch nichts: Neben der Gressenicher Kita Parkstraße ist die „Zauberkiste“ die zweite Stolberger Einrichtung, die beim Bundesprogramm „Kitaplus“ dabei ist. Ziel dieses Programms ist es, familiengerechtere Öffnungszeiten der Kindertagesstätten anbieten zu können.

Die Teilnahme zweier Kindertagesstätten an „Kitaplus“ ist für die Fachleute im Rathaus nur einer von vielen Bausteinen, um in Sachen Kinderbetreuung auf der Höhe der Zeit zu bleiben. Denn eine wichtige Dauerbaustelle ist aus Sicht der Verwaltung die Frage danach, ob mit dem Kita-Angebot in der Stadt auch der tatsächliche Bedarf der Eltern gedeckt werden kann.

Erst vor wenigen Tagen hatte der Bundesgerichtshof entschieden, dass Kommunen unter gewissen Bedingungen zur Kasse gebeten werden könnten, wenn sie dem Betreuungswunsch von jungen Eltern nicht nachkommen, und diese dadurch Verdienstausfälle haben.

Dass es zu solchen Klagen von Eltern kommt, hält man in Stolberg für unwahrscheinlich. „Wir haben seit mehr als zehn Jahren eine qualifizierte Bedarfsplanung, und wir können diesbezüglich recht entspannt sein“, sagt Josef Offergeld vom Jugendamt.

Aktuell gibt es in der Kupferstadt 32 Kindertagesstätten, davon sind 19 städtische Einrichtungen und 13 in freier Trägerschaft. Hinzu kommen die Tagesmütter und -väter, für das Jugendamt eine ganz wichtige Säule im Bereich der Kinderbetreuung: „Für uns sind die Tagespflegepersonen mit den Kindertagesstätten gleichgestellt“, erklärt Offergeld. Die Tagespflegemütter und -väter seien ein wichtiges Standbein.

Auch Marc Delzepich, Sprecher der CDU-Fraktion im Kinder- und Jugendausschuss, sieht die Stadt gut aufgestellt. Aufgrund der vorausschauenden Arbeit der Stadtverwaltung und der im Rahmen der großen Koalition gefassten Beschlüsse sei man in Stolberg von solchen Klagen nicht betroffen, schreibt der Politiker in einer Pressemitteilung.

Zu den bereits vorhandenen Plätzen kommen in den nächsten Jahren noch einige hinzu: Die katholische Kita St. Sebastianus in Atsch wird derzeit erweitert. Im Sommer 2017 stehen hier zusätzliche 22 U-3-Plätze zur Verfügung. In der städtischen Kita Breinigerberg wird es ab Sommer 2018 20 neue Plätze für Kinder zwischen drei und sechs Jahren geben. Im Sommer 2019 soll dann die geplante Kita Spinnereistraße eröffnen; geplant sind hier 16 U-3- sowie 54 Ü-3-Plätze. Für das Jahr 2021 plant die Stadt die Eröffnung der Kindertagesstätte im neuen Baugebiet Stadtrandsiedlung. Dort geht die Verwaltung von 16 U-3-Plätzen und 40 Ü-3-Plätzen aus.

Die vom Land vorgegebenen Quoten könne man jetzt schon ohne Probleme erfüllen, erklärt Willy Seyffarth, Leiter des Jugendamts. Im Bereich der drei- bis sechsjährigen Kinder liege die Betreuungsquote bei nahezu 100 Prozent. Auch bei den jüngeren Kindern sei die Quote höher als vom Gesetzgeber vorgeschrieben.

„Letztlich ist für uns aber entscheidend, wie der tatsächliche Bedarf ist“, sagt Seyffarth. Sein Kollege Offergeld betont auch: „Wenn wir jetzt nicht weitermachen, dann stoßen wir irgendwann an unsere Grenzen.“

Neben dem Vorhalten von genügend Plätzen geht es für die Stadt Stolberg auch darum, für jede Familie die optimale Betreuungslösung zu finden. „Die Betreuung durch unser Amt ist wirklich sehr gut“, betont der zuständige Erste Beigeordnete Robert Voigtsberger im Gespräch mit unserer Zeitung.

In vielen Fällen ginge es natürlich darum, eine möglichst wohnortnahe Betreuung zu finden. „Manchmal ist den Eltern aber auch geholfen, wenn eine Kindertagesstätte auf dem Weg zur Arbeit liegt, oder wenn die Betreuungszeiten mit den Arbeitszeiten der Eltern gut passen.

Um den Eltern die Suche nach einem guten Kita-Platz in Zukunft noch einfacher zu machen, bereitet die Verwaltung gerade die Einführung eines Elternportals auf der städtischen Internetseite vor. Der Kinder- und Jugendausschuss wird noch in diesem Jahr darüber beraten, spätestens zum neuen Kindergartenjahr 2017 soll das Portal online gehen. „Darin werden Eltern die Möglichkeit haben, ihren Bedarf genau anzugeben“, sagt Robert Voigtsberger. Passend zum Wohnort und zu den benötigten Betreuungszeiten würde dann eine Kita herausgesucht, die den Anforderungen gerecht wird.

„Das ist bequem für die Eltern. Außerdem ist es für die Verwaltung eine Hilfestellung“, erklärt der Beigeordnete. Denn dadurch, dass Eltern ihre Bedarfe per elektronischer Post an die Verwaltung schicken, ist für die Mitarbeiter des Jugendamtes schnell ersichtlich, falls beispielsweise Öffnungszeiten angepasst werden müssten.

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