Die Stolberger erobern den Bastinsweiher zurück

Von: Sarah-Lena Gombert
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Die achtjährige Zhara und ihre Mama genießen die Aprilsonne auf der fertigen Terrasse am frisch mit Wasser befüllten Bastinsweiher in der Stolberger Innenstadt. Am 13. Mai wird die offizielle Einweihung gefeiert. Foto: S.-L. Gombert

Stolberg. Vom Bürgersteig auf die Holzplanken bis ans Wasser und wieder zurück: Auch wenn der kleine Spielplatz hinter dem Bastinsweiher noch nicht freigegeben ist, haben die achtjährige Zhara und ihre Freunde das kleine künstlich angelegte Stehgewässer für einen prima Spielplatz befunden. Wie diese Kinder haben bereits viele Stolberger in den vergangenen Tagen auf der neu angelegten Terrasse die Frühjahrssonne genossen.

Und bis zur offiziellen Eröffnung ist es nicht mehr lang: Denn am Samstag, 13. Mai, zum Tag der Städtebauförderung, wird auch der Bastinsweiher feierlich eingeweiht.

Es ist mitnichten der erste Tag der Städtebauförderung, bei dem es sich in Stolberg um den Bastinsweiher dreht: „In den vergangenen beiden Jahren wurden der Öffentlichkeit am Tag der Städtebauförderung die Innenstadtplanungen in Kurzvorträgen, Stadtrundgängen und Baustellenführungen vorgestellt“, schreibt Robert Walz, Sprecher der Stadt, in einer Pressemitteilung.

„Im Mittelpunkt des diesjährigen Tages steht nun die Einweihung des Weihers, der als erstes bauliches Projekt der Innenstadtentwicklung fertiggestellt wird“, so Walz. Begleitet von einem bunten Rahmenprogramm will die Stadtverwaltung das Gewässer samt Park und dem Sayett-Garten auf der anderen Seite der Rathausstraße der Bürgerschaft übergeben.

Die Skipper freuen sich

Eine Gruppe freut sich besonders darauf, den Weiher wieder für sich nutzen zu können: der Schiffs-Modell-Club Stolberg, der bei der Eröffnung einige Schiffe zu Wasser lassen wird. „Wir freuen uns sehr, dass wir nun endlich wieder in Stolberg mit unseren Schiffen fahren können“, erklärt Gotthard Brammertz, zweiter Vorsitzender des Vereins, auf Anfrage unserer Zeitung.

Die „Durststrecke“ während der Bauphase hat der Verein vor allem dadurch überbrücken können, dass man mit den Schiffen auf Gewässer außerhalb Stolbergs ausgewichen ist. „Wir haben viele Einladungen von befreundeten Vereinen bekommen, die wir auch gerne angenommen haben“, sagt Brammertz. Umgekehrt erwarte er, dass auch einige auswärtige Vereine zum Tag der Städtebauförderung nach Stolberg kommen, um den Weiher unter die Lupe zu nehmen.

Auch wenn die Skipper nach Absprache mit der Stadt ihre Boote bislang noch nicht im neuen Weiher haben fahren lassen, hat man sich doch schon mal ein Bild vom Terrain gemacht. Brammertz‘ Fazit: „Das ist sehr schön geworden, die Anlage sieht sehr ansprechend aus“, sagt er, räumt aber ein, dass der Verein mit der Neugestaltung nicht gänzlich zufrieden ist: „Am alten Weiher hatten wir vom Schiffs-Modell-Club einen abgesperrten Bereich zur Verfügung, den gibt es jetzt aufgrund der offenen Gestaltung des Areals nicht mehr.“

Für die Aktiven des Vereins heißt das: Auf ihre Schiffe müssen sie besonders gut aufpassen. Brammertz weiß: „Gerade Kinder sind von den Modellen immer sehr fasziniert und wollen alles gerne mal anfassen.“ Doch die Modelle seien nun mal keine Spielzeuge, haben teilweise recht sensible Teile verbaut. Dennoch: „Wir werden bald wieder jeden Sonntagvormittag und Mittwochabend mit unseren Schiffen auf dem Bastinsweiher fahren“, betont er.

Ritzefeld-Schüler spielen auf

Welche Boote bei der Einweihungsfeier am 13. Mai gezeigt wird, weil Brammertz noch nicht. Er schätzt aber, dass mindestens zehn der aktiven Vereinsmitglieder ihre Schiffe präsentieren werden. „Wir haben viele verschiedene Modelle: Personenschiffe, Arbeitsschiffe und Lotsenschiffe. Marine- und Polizeischiffe sind auch dabei.“

Neben der Präsentation des Schiff-Modell-Clubs gibt es am Tag der Städtebauförderung noch weitere Programmpunkte für die Gäste. Neben dem Stolberger Bürgermeister Tim Grüttemeier und dem Technischen Beigeordneten der Stadt, Tobias Röhm, wird auch Burkhard Wegener vom Kölner Architekturbüro Club L96 zu Wort kommen. Wegener und sein Team hatten im Jahre 2015 den Wettbewerb für die Neugestaltung des Bastinsweihers gewonnen.

Unter anderem spielen ab etwa 13.30 Uhr die „Crack Field Stompers“, das ist die Big Band des Ritzefeld-Gymnasiums. Dessen Schüler können nach den Osterferien übrigens aussuchen, ob sie neben dem Weiher oder über den Weiher von der Schule zum Busbahnhof am Mühlener Bahnhof laufen. Denn auch der neue Steg ist mittlerweile angelegt.

Apropos Steg: für dem wird noch ein passender Name gesucht. Dazu soll am Tag der Städtebauförderung ein Wettbewerb stattfinden. Zu einem anderen Wettbewerb, nämlich dem Luftballonwettbewerb anlässlich des Spatenstichs 2016, werden Preise verliehen.

Bürger können Fragen stellen

An Informationsständen will die Stadtverwaltung interessierte Bürger über den Stand der Dinge zum Umbau der Rathausstraße aufklären, über den Verfügungsfonds und über das Thema Quartiersmanagement informieren. Auch zu anderen laufenden und geplanten Innenstadtprojekten können die Bürger der Verwaltung Löcher in den Bauch fragen.

Die Stolberger Stadtverwaltung erhofft sich durch die Neugestaltung des Bastinsweihers und der Umgebung eine Aufwertung der Innenstadt: Am nördlichen Ende des Weihers ist ein neuer kleiner Spielplatz angelegt worden. Hochastige Bäume und gute Beleuchtung des Areals sollen dafür sorgen, dass es keine Schmuddelecken oder „Angsträume“ gibt. Die Baumaßnahme ist Teil des Mammut-Projekts „Talachse Innenstadt“, zu dem auch die Umgestaltung des Kaiserplatzes, die Neugestaltung der Frankentalwiese und die Sanierung der Rathausstraße gehören.

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