Stolberg - Die „Schule der Zukunft“ steht in Zweifall

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Die „Schule der Zukunft“ steht in Zweifall

Von: Michael Grobusch
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Die Natur ist fester Bestandteil des Schulprogramms in Zweifall – sehr zur Freude der Kinder, wie Ute Esser berichtet. Foto: M. Grobusch

Stolberg. Die Ernennung zur Nationalpark-Schule hat in Zweifall offenbar nachhaltigen Eindruck hinterlassen. Das ist ganz im Sinne von Leiterin Ute Esser, die schon bei der Übergabe des Zertifikats im November 2013 erklärt hatte, dass die naturorientierte Arbeit im Unterricht der Grundschule zukünftig nicht nur beibehalten, sondern weiter intensiviert werden solle.

Bei der Ankündigung ist es nicht geblieben: Am 18. März wird den Kindern und Lehrern von der Natur- und Umweltschutz-Akademie (NUA) des Landes NRW der nächste Titel verliehen. Zusammen mit 20 weiteren Einrichtungen aus den Regionen Aachen, Düren, Heinsberg und Euskirchen, aber als einzige aus dem Stadtgebiet Stolberg, darf sich die Grundschule Zweifall ab diesem Tag „Schule der Zukunft“ nennen.

Was das für die Praxis bedeutet, ist nicht nur der Projektbeschreibung zu entnehmen, sondern auch am Titelzusatz abzulesen: „Bildung für Nachhaltigkeit“. Ute Esser erläutert das: „Unsere Aufgabe ist es, die Bewahrung ökologischer, ökonomischer und sozialer Ressourcen zum Wohle der heutigen und zukünftiger Generationen als wesentlichen Grundsatz in unserem Schulprogramm zu verankern.“ Und damit regelmäßig im Unterricht aufzugreifen. Beispielsweise anhand von Themen wie Klimaschutz, Energiewende, nachhaltiger Konsum oder internationale Zusammenarbeit. Das ist ein anspruchsvolles Unterfangen, räumt die Schulleiterin ein, was nicht zuletzt auch daran zu erkennen ist, dass dem Aufruf der NUA zur Teilnahme an dem Projekt überwiegend weiterführende Schulen gefolgt sind.

Aber die sind natürlich keine Nationalpark-Schulen. Als solche war man in Zweifall, was die Ausgangslage angeht, manch anderer, größerer Einrichtung um einiges voraus. „Es lag natürlich nahe, unsere pädagogische Arbeit rund um den Nationalpark in diese Richtung weiterzuentwickeln“, betont Ute Esser. Zumal das von den Schülern und Eltern offenbar mit großer Begeisterung unterstützt wird. Mindestens sieben Mal pro Schuljahr wird der Wald für die Zweifaller Grundschüler zum außerschulischen Lernort.

Weite Wege sind angesichts der Lage des Gebäudes an der Kornbendstraße damit nicht verbunden, wohl aber eine sorgfältige und abgestimmte Vorbereitung durch die Lehrer. Schließlich sollen Natur und seit dem vergangenen Jahr auch das nachhaltige Handeln nicht allein in Sachkunde auf dem Programm stehen, sondern fächerübergreifend auch in Deutsch, Kunst, Musik, Sport und manchmal in Mathematik zum Unterrichtsinhalt gehören.

Um das Ziel zu erreichen und den Titel „Schule der Zukunft“ verliehen zu bekommen, wird von der Natur- und Umweltschutz-Akademie darüber hinaus eine umfangreiche Dokumentation gefordert. Um diese kümmert sich Ute Esser gemeinsam mit ihrer Kollegin Gisela van Rey. „Das ist mit sehr viel Arbeit verbunden und findet ausschließlich online statt“, berichtet die Schulleiterin und fügt hinzu: „Die tolle Resonanz der Kinder zeigt uns aber immer wieder, dass sich dieser Aufwand lohnt.“

Das nächste Vorhaben rückt derweil schon in den Fokus: Auf dem Außengelände soll eine Wildwiese angelegt werden. Erste Vorarbeiten haben unter Beteiligung der Zweitklässler stattgefunden, das Saatgut und das passende Unterrichtsmaterial werden von der NUA gestiftet und sollen im Frühjahr zum Einsatz kommen.

Dann könnte es auch etwas werden mit dem „Sinnesgarten“, den die Schule gerne hätte. „Die Kinder freuen sich schon auf die Umsetzung“, weiß Ute Esser. Und wenn auch die Vorfreude bekanntlich die schönste Freude ist, soll der Spaß an der Sache doch längerfristig anhalten – oder anders ausgedrückt: nachhaltig sein.

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