Die schöne Venus und der „Renndackel”

Von: Heike Eisenmenger
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Er erinnert an den berühmten
Er erinnert an den berühmten Salvador Dali: Der Künstler InDa stellt im Kunsthof Vicht aus. Foto: Heike Eisenmenger

Stolberg-Vicht. Es ist ein prächtiger Schnauzer, den InDa trägt. Einer mit langen, seitlich nach oben gezwirbelten Enden. So einen Bart hatte auch der weltberühmte Maler Salvador Dalí. Wenn er dann auch noch die Augen in bester Dali-Marnier aufreißt, verstärkt das noch die Ähnlichkeit.

Das war es aber auch schon mit den Ähnlichkeiten, die Kunstwerke, die der 55-Jährige präsentiert, haben einen ganz eigenen Stil und gehen in eine ganz andere Richtung „Objet trouvé” ist der Begriff, der mit seiner Kunst untrennbar verknüpft ist. Das ist Französisch und bedeutet so wie viel „gefundener Gegenstand bzw. Objekt”.

InDa arrangiert Alltagsgegenstände neu, aus Belanglosem wird Sinniges oder auch nicht. InDa ist einer der wenigen noch lebenden Künstler, deren Exponate jetzt im Europäischen Kunsthof in Vicht zu bewundern sind. Im Fokus steht zwar Hartmut Ritzerfeld, aber dennoch ist es eine Gemeinschaftsausstellung. Gezeigt werden unter dem Titel „Ritzerfeld verbindet” Werke von Marx Ernst, Aki Yakamoto, Karina Hubrich, Lajos Barta, Lothar Scheffler, Ivo Lucas, Manfred Hermanns, Gerd Hanebeck, Felix Wunderlich, Hap Grieshaber und Schnauzträger InDa.

Persönlich anwesend waren bei der gut besuchten Vernissage Ritzerfeld und InDa. Der Beuys-Schüler hatte sich in Schale geworfen; Ritzerfeld im feinen Zwirn zu sehen, ist eher selten. An diesem Tag war der schwer kranke Künstler zugänglich. Auf seine spezielle verschrobene, aber nicht unsympathische Art. Vermarktet wird der Künstler von Angelika Kühnen, die vom Haupthaus des großen Anwesens mit ihren Exponaten in die Scheune umgezogen ist.

Ein wunderbares Ambiente für Kunst aller Art, viele Meter geht es in die Höhe, nichts beengt den Blick. Im Kontrast zum ländlichen Charme ist die Glasschiebetür, die die offene Architektur unterstreicht. Während Ritzerfeld bei seiner Galeristin wie immer ein Heimspiel hat, stellt InDa zum ersten Mal im Kunsthof in Vicht aus.

Er hat merkwürdige, aber hochinteressante Objekte mitgebracht. Ins Auge fällt sofort das Bild die „Erdbeben Venus”. Venus, die schöne Göttin, ist der zentrale Blickfang des Bildes, das sehr plastisch wirkt. Die Dreidimensionalität kommt zustande durch ballartige Gebilden, die die Venus wie einen Rahmen im Rahmen umgeben. Aber auch die goldene Figur selbst wirkt plastisch: Sie ist das Überbleibsel einer Uhr, die einst auf einem Schränkchen im Haus von InDas Mutter stand.

Beim Erdbeben in Heinsberg krachte die Uhr auf den Boden und zerbarst. Die Figur blieb jedoch heil. Im Atelier ihres Sohnes kam die Schöne zu neuen Ehren. Eisengerätschaften, achtlos entsorgt, können InDa glücklich machen, aber nicht jeder Schrott ist auch zu gebrauchen, sagt InDA. „Wenn ich etwas finde, das ich für meine Arbeit gebrauchen kann, dann ist da gleich eine Verbindung. Nicht immer weiß ich vorher, wozu ich es benutzen werde, aber irgendwann kommt mir die Idee, dann krame ich in meinem Fundus und suche nach etwas, das dazu passt”, beschreibt InDa, der viele Jahre lang in der Düsseldorfer Kunstszene aktiv war, den Entstehungsprozess.

Glänzendes Metall

Der „Renndackel” ist auch auf diese Weise entstanden. Die Skulptur aus Metall ist mit Patina überzogen. Durch den Kreis hechtet wie im Lauf eingefroren der „Renndackel”. Auf eine schwer erklärbare Art ist das Objekt faszinierend, so wie ein anderes Stück, das der Künstler aus einer alten Brechstange, einer Mini-Baggerschaufel und einem Vorhängeschloss nebst Kette schuf. Aus glänzendem Metall, aber futuristischer und präziser in den Details, ist von Lothar Scheffler aus der Region, die faszinierend auf die Besucher wirken. Geschichten erzählen die Bilder von Karina Hubrich: In den Gesichtern hat sie jede Schattierung eingefangen, jedes noch so kleines Fältchen. Eben die Spuren, die das Leben jedem Gesicht gräbt.

Die Ausstellung im Kunsthof an der Eifelstraße in Vicht ist bis zum 29. April zu sehen. Öffnungszeiten sind samstags und sonntags von 12 bis 17 Uhr und nach Vereinbarung.
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