Die Salzsilos sind noch bis an den Rand gefüllt

Von: Ottmar Hansen
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Andreas Kreutz schichtet den Salzbergin der Halle um. Wenn die Straßen glatt werden, fährt er mit dem Streufahrzeug raus. Foto: Ottmar Hansen

Stolberg. Die Temperaturen sind eher frühlingshaft, von Winter keine Spur. Geht es nach Georg Paulus vom Technischen Betriebsamt der Stadt, dann kann das ruhig noch eine Weile so bleiben. So lange kein Schnee fällt und die Straßen eisfrei sind, müssen seine Leute nicht mit Räum- und Streufahrzeugen raus.

Stattdessen sind die Mitarbeiter des Betriebsamtes mit der Pflege von Planzen und Beeten für das kommende Frühjahr beschäftigt. Die Stadtverwaltung ist jedoch durchaus für den Wintereinsatz gerüstet, 450 Tonnen Streusalz lagern in den Silos an den Standorten an der Industriestraße in Mausbach und an der Eschweiler Straße.

Obwohl es in den vergangenen Wochen draußen eher mild war, habe der Betriebshof bereits 100 Tonnen Streusalz auf die Straßen gebracht, sagt Paulus. Sicherheitshalber. Leichten Bodenfrost habe es ja schon gegeben, vor allem in den höher gelegenen Stadtteilen. Paulus: „Anfang Dezember sind wir morgens schon mit den Streufahrzeugen unterwegs gewesen. Das bekommt der Bürger oft gar nicht mit.“

Im Vergleich zu den Vorjahren ist der Salzverbrauch in diesem Winter bis jetzt aber eher marginal. Paulus: „Im Winter 2012/2013 war um diese Zeit das Zehnfache an Salz schon weg.“ Ganz übel war der Winter 2011, als Schnee und Eis den Verkehr über Wochen quasi lahm legten und in sämtlichen Kommunen so viel Salz gestreut werden musste, dass die Silos bis auf den letzten Krümel leer waren. Und weit und breit war kein Nachschub zu erhalten.

Dies befürchtet Paulus für dieses Jahr nicht: „Auch unsere Lieferanten haben ihre Lager noch voll.“ Sicherheitshalber beziehe die Stadt ihr Streusalz von drei verschiedenen Firmen aus Nordrhein-Westfalen. Wenn die eine Firma Lieferengpässe habe, könne immer noch die andere aushelfen. Paulus: „Wir wollen nicht noch einmal in eine so üble Situation kommen wie im Jahr 2011.“

Im vergangenen Jahr haben die Räumfahrzeuge des Betriebsamtes rund 2200 Tonnen Streusalz verbraucht. Hinzu kommen etwa 100 Tonnen eines Salz/Split-Gemischs für die Gehwege. Und Sole, ein Flüssigsalz, das besser auf dem Asphalt haftet. Dafür gibt es übrigens einen eigenen Tank auf dem Gelände des Betriebsamtes. Mit neun Großfahrzeugen kämpfen die 70 Mitarbeiter des Betriebsamtes gegen Schnee und Eis auf Straßen und Gehwegen an. Hinzu kommen Fußtruppen mit kleinen Traktoren und Schaufeln.

Begonnen wird mit dem Wintereinsatz ab 4.30 nachts, gestreut wird bis 20 Uhr abends. Was ist, wenn bis zum Frühjahr noch Salz in den Silos und Lagerhallen übrig bleibt? Kein Problem. „Das Salz ist lange haltbar. Es pappt vielleicht etwas zusammen. Doch wenn man mit dem Stabler reinfährt, brechen die Klumpen sofort wieder auseinander“, berichtet Georg Paulus. Und er verweist noch auf einen weiteren positiven Effekt des bislang milden Winters: „Wenn es nicht so viel Frost gibt, gibt es auch weniger Straßenschäden.“

Für den Reifenhandel ändere sich durch die milde Witterung nicht viel, betont Jose Rodriguez. Sein Unternehmen in Stolberg habe in der Regel rund 700 Sätze Winterreifen für die Kundschaft eingelagert. Der Wechsel von Sommer- auf Winterreifen würde meist schon im Oktober vollzogen. Unabhängig von der Witterung.

Seit es vorgeschrieben sei, in der kalten Jahreszeit mit wintergeeigneten Autoreifen zu fahren, gehe kaum noch ein Pkw-Fahrer das Risiko ein, im Schnee mit Sommerreifen erwischt zu werden und dann entsprechend ein Bußgeld zahlen zu müssen. Nur noch wenige Autofahrer reagierten spontan, wenn es dann wirklich glatt werde, und steuerten die Werkstatt an.

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