Die Reise um die Welt hat ihren Reiz nicht verloren

Von: Lukas Franzen
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Vielfältig war das TheaterstÀ
Vielfältig war das Theaterstück im Ritzefeld-Gymnasium, hinsichtlich der Handlung ebenso wie mit Blick auf die Kostüme. Foto: L. Franzen

Stolberg. In 80 Tagen um die Welt. Dieses Vorhaben mag heutzutage altmodisch klingen, wäre ein solches Unterfangen doch mittlerweile innerhalb weniger Tage zu bewerkstelligen. Doch was den Menschen aufgrund des technischen Wandels längst vor keine Herausforderung mehr stellt, das galt im 19. Jahrhundert als ein großes Abendteuer.

Die Sehnsucht nach Abenteuern und Freiheit wieder aufleben zu lassen, war das Ziel des Literaturkurses des Ritzefeld-Gymnasiums, der sich gemeinsam mit Lehrerin Andrea Hager in der Aula der Schule auf ein großes Abenteuer namens „Weltreise” begab. Als Ausgangspunkt fungierte dabei der Abenteuer- und Reiseroman „Reise um die Welt in 80 Tagen” des bekannten französischen Autors Jules Vernes.

Vorlage aus dem Jahr 1873

Und auch wenn die Vorlage für ihr Theaterstück bereits im Jahre 1873 veröffentlicht wurde, so habe die Faszination für die Thematik keineswegs an Aktualität verloren, sind sich die „Ritze”-Schüler einig. Immerhin sei es schon immer der Wunsch der Menschheit gewesen, die Erde zu entdecken und sich ein genaueres Bild von ihr zu machen.Gemessen am Engagement und der Freude der Akteure sowie einer vollbesetzten Aula an beiden Aufführungstagen besteht an diesen Aussagen kein Zweifel.

Kein Zweifel besteht auch daran, dass für das ehrgeizige Ziel, die Welt zu umrunden, damals wie heute eine gute Portion Idealismus und ein voller Geldbeutel nicht schaden können. Und ein wenig verrückt sollte man auch sein, vor allem aber exzentrisch. Da befindet sich Phileas Fogg, gespielt von Frederik Löhrer, in bester Gesellschaft, denn er ist Mitglied im Londoner „Club der Exzentrischen”, dessen erklärtes Ziel es ist, so ausgefallen wie möglich zu leben. Als Fogg wettet, innerhalb von 80 Tagen die Welt zu umrunden, ist London um eine Sensation reicher, doch nur die wenigsten glauben an den Erfolg des wohlhabenden Engländers.

Bereits vor seiner Abreise titeln die Zeitungen: „Die Reise endet in einer Katastrophe”. Trotz aller Bedenken schließen sich Jean Passepartout (Jerome Schmitz) und Archibald Corsican (Birgit Jansen) ihrem Idol an, um gemeinsam die weite Welt zu erkunden. Auch der Geheimdienst Scotland Yard wird bei dem kostspieligen Vorhaben des Exzentrikers hellhörig. Die Agentin „Fix”, gespielt von Maria Laschet, sieht in Fogg einen Bankräuber und gesellt sich unauffällig zu der bunten Reisegruppe, um den Weltenbummler im richtigen Moment zu überführen.

Und wären die Intrigen der Agentin bei all dem Zeitdruck nicht Belastung genug, kommt die Reisegruppe bei ihrer Weltumrundung nicht nur mit Kulturen in Kontakt, die ihr freundlich gesonnen sind.

In der Rolle von „Aouda” wird Lisa Kehren zunächst durch eine wahre Heldentat Foggs vor dem Stamm der „Bramanen” im Dschungel gerettet, der sie als Menschenopfer verbrennen will. Den Zorn der „Rothäute” bekommen die abenteuerlustigen „Bleichgesichter” zu spüren, als ihr Zug von einer Horde Indianer überfallen wird. Doch ob mit Eisenbahn, Frachter, Boot oder gelegentlich auch auf dem Rücken eines Elefanten - das Glück ist beim spannenden Wettlauf um die Zeit auf der Seite der Abenteurer, auch als sie kurz vor ihrem Ziel Schiffsbruch erleiden und sich Phileas Fogg im Gefängnis wiederfindet.

Agentin in Erklärungsnot

In Erklärungsnot gerät Agentin „Fix” allerdings, als der Bankraub noch rechtzeitig aufgeklärt wird und sich die Vorwürfe gegen Fogg als völlig haltlos erweisen. Er ist ein freier Mann und die Wette noch lange nicht verloren, auch wenn die Presse erneut voreilig von der bereits verlorenen Wette berichtet. Der Brite trifft „right in time” beim „Club der Exzentriker” ein, und die Wette ist eben doch gewonnen.

Ein „Happy End” in letzter Minute, aber eines auf der ganzen Linie. Denn wäre die gewonnen Wette nicht schon Sensation genug, verkünden auf der Bühne gleich drei „Gentlemen” die Verlobung mit ihrer Herzensdame. So macht Abenteuerreisen Spaß - den Schauspielern wie auch dem Publikum.
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