Die Proben für den Opernszenen-Abend laufen

Von: Marie-Luise Otten
Letzte Aktualisierung:
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Eine moderne Interpretation: Die drei Knaben (Sabine Linke, Anna Repschläger, Raphaela Ertmer) und Pamina (Natalie Stercken) spielen Fußball.

Stolberg. Kummerbund anziehen, Brille ablegen, Scheinwerfer richten. Und dann geht die Szene los. „Befreit sind wir nun endlich, du mein reizendes Kind, von diesem Tölpel.....”, singt Sebastian Engel in der Rolle des Don Giovanni aus der gleichnamigen Oper von Wolfgang Amadeus Mozart und verspricht der verwirrten Zerlina, sie in seinem Schloss zur Herrscherin zu machen.

„Ach, ich befürchte am Ende die Betrogene zu sein”, antwortet Zerlina, die Bäuerin, die Malina Uth verkörpert. Beide sind Gesangsschüler von Johannes Green, der mit diesem Projekt - einem Opernszenenabend mit komischen, romantischen und auch dramatischen Stücken - seinen 17 Schülern den Traum verwirklichen möchte, einmal auf den „Brettern, die die Welt bedeuten” zu stehen. Neben Gesangstechnik wird von den Sängerinnen und Sängern Kondition, Beweglichkeit und Spielfreude verlangt.

Sebastian Engel und Malina Uth haben seit knapp zwei Jahren Unterricht bei ihm, sind aber keine Anfänger, was die Musik betrifft, da sie Jahre zuvor Instrumentalunterricht hatten. Ihnen gemein wie auch einigen anderen ist, dass sie Naturwissenschaft studieren und als Ausgleich zum Studium etwas Kreatives machen wollen. Es ist ein stimmungsvoller Ablauf, und Green ist mit den beiden zufrieden.

Das nächste Duett bestreiten Timon Ortloff und Emma Persoon in der Rolle des Grafen Almaviva und der Susanna aus „Figaros Hochzeit”. Neben den schon erwähnten Vorraussetzungen legt Green Wert auch auf Gehör und Intonation. Emma möchte die Szene noch einige Male wiederholen, da ihr die Wege noch nicht klar sind, und so verstreicht Zeit, dass am Ende kein kompletter Probendurchlauf möglich ist. Das macht aber nichts, schließlich bleiben noch zwei weitere Probentage im evangelischen Gemeindehaus und die Generalprobe.

Mozarts Opern enthalten eine Fülle von köstlichen Arien und Ensemblestellen, die auch noch im Studium befindliche Sängerinnen und Sängern stimmlich fordern, aber nicht überfordern. Einige Musikszenen haben sogar Volkstümlichkeit erlangt wie die Duette „Reich mir die Hand mein Leben” und „Bei Männern, welche Liebe fühlen” sowie das Terzett „Bald prangt den Morgen zu verkünden”. Mit der „Zauberflöte” hat Mozart eine Musik von großer Einfachheit und Klarheit geschaffen. So ist es nicht verwunderlich, dass sechs Szenen aus diesem Singspiel die Hälfte des Opernprogramms ausmachen.

Zunächst erscheint der Prinz Tamino, der von einer riesigen Schlange verfolgt wird. Als er bewusstlos niedersinkt, erscheinen drei geheimnisvolle Damen (Ulrike Hauschild, Sabine Linke und Hilde von Heel-Ringelstein) und töten das Ungeheuer.

Sie bewundern den schönen Jüngling, wenn auch jede der anderen gegenüber misstrauisch ist. „Dankeschön, nächste Szene”, unterbricht da Initiator Johannes Green. Nach der Introduktion folgen weitere kurze Ensemblestellen. Im Terzett „Du feines Täubchen, nur herein!” hat der liebestolle Mohr Monostatos (Robert Bielders) die gefangene Pamina (Natalie Stercken) bei einem Fluchtversuch erwischt und zurückgebracht. Papageno (Pavel Ivashechkin) gelingt es, wenn auch noch etwas unsicher, bis in ihr Gemach vorzudringen.

Etwas gewöhnungsbedürftig ist allerdings der Auftritt der drei Knaben (Sabine Linke, Anna Repschläger, Raphaela Ertmer), die im Fußballoutfit mit dem Prinzen Tamino (Robert Bielders) Fußball spielen, Bier trinken und dazu singen „Zum Ziele führt dich diese Bahn”. Ob die Geschichte, an die Moderne angepasst, beim Stolberger Publikum Begeisterung auslöst, bleibt abzuwarten.

Am Ausdruck der sich anschließenden Szene mit Natalie Stercken und den drei Knaben muss noch mehr gearbeitet werden. Da ist der Chef noch nicht zufrieden. Dennoch lässt er sich zum „Don Giovanni Finale” überreden. Nach vier Stunden mühevoller Arbeit kann er sein Team entlassen. Das Chaos zu Beginn hat sich gelichtet und jeder weiß schon einmal, wo er wann zu stehen und zu singen hat.

Vorstellung Samstag im Gemeindehaus

Der Öffentlichkeit vorgestellt wird der Abend am Samstag 28.März, ab 19.30 Uhr im Gemeindehaus Frankental in Stolberg (Eintritt 4 Euro). Bis dahin werden auch die Künstler den monatelangen Einsatz, ohne den keine Vorstellung gelingen kann, vergessen haben.
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