Die Premiere unseres Sport-Talks „Clubhaus“

Von: Guido Jansen
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Sie hatten sich und ihrem Publikum im Clubheim des SV Breinig viel zu erzählen: Michael Andrei (l.), frisch gebackener Volleyball-Vize-Europameister und Spieler der Powervolleys, Fuat Kilic (2.v.l.), der als Trainer von Alemannia Aachen eine Kultur der Geduld etabliert hat, und der Breiniger Aufstiegstrainer Michael Burlet (2.v.r.) standen Moderator Thorsten Pracht (Mitte) Rede und Antwort. Sportredakteur Lukas Weinberger (rechts) beleuchtete die regionale Sportszene aus Sicht eines Journalisten. Foto: Guido Jansen

Sport-Talk Breinig. Dass Michael Burlet auf dem heiligen Rasen der Allianz-Arena in München ein Tor geschossen hat, war bisher ein recht gut gehütetes Geheimnis. Bei der ersten Auflage von „Clubhaus“, dem Sport-Talk unserer Zeitung, hat der Trainer des Fußball-Mittelrheinliga-Aufsteigers SV Breinig von seinem Tor erzählt.

Gut, es sei nicht im Verlauf eines Fußballspiels gefallen, gestand er im Gespräch mit unserem Redakteur und Moderator Thorsten Pracht. Es war am 6. Mai 2012, Burlet war Co-Trainer beim damaligen Zweitligisten Alemannia Aachen. Und vor dem Spiel bei 1860 München nutzte er die Gelegenheit. „Wer kann denn schon von sich behaupten, da ein Tor geschossen zu haben, wo sonst nur Lewandowski trifft?“, fragte Burlet im Clubheim seines Vereins SV Breinig – da, wo die erste Auflage des Sport-Talks stattfand. Die Alemannia hat das Spiel in München damals sogar mit 2:1 gewonnen, abgestiegen sind sie danach trotzdem. Zwei Mal hintereinander.

Heute lenkt Fuat Kilic als Trainer und Kaderplaner die Geschicke der Alemannia. Er berichtete im Gespräch von einem „Beinahe-Tor“, das seine Trainerkarriere stark beeinflusst hat. Es fiel nicht, der Ball klatschte beim Elfmeter gegen den Pfosten, als Kilic damals Trainer des 1. FC Saarbrücken war. In der Relegation war das.

Die Meister der Regionalligen müssen Relegation spielen, sie steigen nicht direkt in die Dritte Liga auf. „Das ist brutal, wenn dein Traum mit einem Elfmeter gegen den Innenpfosten zerplatzt. Das können sich die Leute nicht vorstellen, die diese Regelung beschlossen haben.“ Sportredakteur Lukas Weinberger stimmte zu. Wer Meister werde, müsse aufsteigen. „So entscheidet am Ende die Tagesform, und eine tolle Saison wird hinfällig.“

Die Aufstiegsregel gilt weiterhin. Nicht nur deswegen bemühte Kilic im Verlauf des Gesprächs immer wieder ein Wort: Geduld. Einige seiner Spieler hätten großes Potenzial. Aber es brauche Geduld, damit aus Spielern mit Potenzial Führungsspieler werden. „Wenn du 15 oder 16 neue Spieler hast, dann geht das nur über Leistung. Wer die bringt, der kann auch mal den Mund aufmachen.“ Das Ziel, die Regionalliga mit der Alemannia nach oben zu verlassen, formulierte Kilic klar. Die Maxime sei aber eben Geduld. Und die Frage nach der Blickrichtung in der Tabelle beantwortete der Alemannia-Trainer kurz: „Für uns zählt immer zuerst das nächste Spiel.“

Ein spezieller Sommer

Der nächste Gegner für Michael Andrei ist ein ganz großer: Er heißt Berlin Recycling Volleys, ist Deutscher Meister der Männer und am 14. Oktober zum Start der Volleyball-Bundesliga zu Gast bei den SWD Powervolleys Düren. „Wir können die schon knacken“, sagt der 2,10-Meter-Mann aus dem Dürener Mittelblock.

Andrei berichtete von seinem speziellen Sommer. Nach seiner Hochzeit ließ sich der 32-Jährige vom neuen Bundestrainer Andrea Giani zur Rückkehr in die Nationalmannschaft überreden. Der Lohn: Silber bei der EM in Polen. „Davon werde ich später mal meinen Kindern erzählen“, sagt er. Mutmaßlich muss jemand anderes dem Nachwuchs berichten, wie ihr Papa als Volleyballer war.

Denn wenn er so ruhig, beinahe bescheiden erzählt, dass er „auf dem Feld alles rauslässt und wie im Tunnel“ sei, dann konnte man im Clubheim des SV Breinig meinen, Andrei rede von einer anderen Person. „Das ist mein Alter Ego“, sagte Dürens Vize-Europameister.

Wer nicht vor Ort dabei sein konnte, konnte dem Talk im Livestream auf Facebook verfolgen (los geht es ab ca. der 19. Minute):

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