Die Liebe zu Frankreich ist ein Genuss

Von: Johannes Mohren
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Ein gelungener Abend: Monsieur
Ein gelungener Abend: Monsieur Christian Clément und Dr. Stefan Schmitz, Vorsitzender der Partnerschaftskomitees Stolberg-Valognes, freuen sich über viele begeisterte Gäste beim Degustations-Abend. Foto: J. Mohren

Stolberg. Christian Clément lebt erst seit kurzer Zeit in Stolberg. Er ist Franzose. Aus Burgund, einer Weinregion im Zentrum Frankreichs, führte ihn der Weg vor gut einem Jahr in die Kupferstadt.

„Hier fühle ich mich wirklich wohl”, sagt er. Es ist keine bloße Floskel, seine Worte klingen überzeugend ehrlich. Clément hat sich schnell eingelebt - vielleicht auch, weil er ein Stück Heimat mitgebracht hat in die Stolberger Altstadt. Sein Weinlokal, die „Bodega” im Kupferhof, versprüht das Flair des Südens und spätestens, wenn Clément mit seinem leicht französischen Akzent und fachmännischen Kommentar seine Weine ausschenkt, ist Frankreich Stolberg näher denn je.

„Es ist ein wirklich tolles Ambiente”, schwärmt Dr. Stefan Schmitz. Der Stolberger Notar ist Vorsitzender des im letzten Jahr als Verein gegründeten Partnerschaftskomitees Stolberg-Valognes, Clément ist eines von inzwischen über 50 Mitgliedern. Für den Weinliebhaber ist es eine weitere Verbindung in seine Heimat - das Komitee bereichert er nicht nur mit seinem französischen Charme, sondern auch mit guten Ideen: „Christian kam auf uns zu und fragte, ob wir uns eine gemeinsame Aktion in seinem Lokal vorstellen könnten”, berichtet Schmitz. „Bodega” und Partnerschaftskomitee, diese Kombination habe auch ihm sofort gefallen. Der Genießerabend „Livarot & Co. - normannischer Käse und französischer Wein”, der das stilechte, urige Geschäft und den gemütlichen Garten an diesem Freitagabend mit gut 40 Gästen füllt, ist das Ergebnis der gemeinsamen Überlegungen. „Wir sind von der Resonanz freudig überrascht, das ist natürlich großartig”, betont Marieluise Hirsch, Schmitz Stellvertreterin im Komitee, strahlend.

Es ist eine der ersten Veranstaltungen, mit der das Partnerschaftskomitee an die Öffentlichkeit geht. „Wir wollen uns ganz bewusst öffnen und auch abseits der Treffen mit unseren französischen Freunden Leben in den Verein bringen”, berichtet Schmitz. Ein Ziel, dem man in der „Bodega” bei den normannischen Käsesorten Camembert, Livarot oder Neufchâtel einen großen Schritt näher kommt. Das gilt in diesen Stunden - trotz einer Entfernung von über siebenhundert Autokilometern - auch für das geliebte Partnerstädtchen Valognes im Zentrum der Halbinsel Cotentin am Ärmelkanal in der Region Basse-Normandie. Zumindest gefühlsmäßig.

Da stört es auch nicht, dass der Wein zwar exzellent zum Käse passt, aber weniger einen Bezug zur Partnerstadt hat - zumal das einen ganz einfachen Grund hat: „In der Normandie gibt es leider schlichtweg keinen Wein”, erklärt Fachmann Monsieur Clément. Wohl aber Cidre, den Apfelwein, dem in Valognes sogar ein Museum gewidmet ist und der an diesem Abend neben anderen edlen Tropfen aus französischen Anbaugebieten selbstverständlich auch ausgeschenkt wird.

Die Besucher begeistern die kulinarischen Highlights und die Geselligkeit, das Angebot kommt gut an. Ralf Herff von den Stolberger Burgrittern ist mit drei „mittelalterlichen” Freunden dabei - seit der Reise nach Valognes sind sie allesamt Mitglieder des Partnerschaftskomitees. „Die große Gastfreundschaft der Valogner hat uns damals wirklich beeindruckt, das war eine außerordentlich positive Erfahrung”, betont Herff und genießt normannischen Käse, Baguette und natürlich den Wein, den Christian Clément stets persönlich in Frankreich testet. „Wir kennen unsere Winzer alle mit Namen, setzen bewusst auf kleine oder mittelgroße Betriebe. Das ist der wichtigste Teil unseres Konzepts”, berichtet der Weinkenner.

Mit fachmännischem Rat steht er den Gästen zur Seite - und man gewinnt schnell den Eindruck, dass nicht zuletzt er es ist, der mit seinem Charme und Strahlen den Abend zu einem besonderen Erlebnis macht.

„Rundum gelungen”, befindet deshalb auch Marieluise Hirsch und sie ist sicherlich nicht die einzige, die sich spät abends gut gelaunt auf den Heimweg begibt. Vielleicht führt sie dieser ja sogar durch die laue Frühsommernacht aus der Altstadt heraus über die Vichtbrücke „Pont de Valognes” - dem steinernen Zeichen der Stolberger Verbundenheit zur normannischen Partnerstadt.
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