Die Kupferstadt wird von Logistikunternehmen entdeckt

Von: Jürgen Lange
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Aus dem leer stehenden Bettenlager auf dem ehemaligen Schlachthofgelände an der Eschweilerstraße wird ein Verteilzentrum. Foto: J. Lange

Stolberg. Die Planungen für den Euregio-Rail-Port im Umfeld des Stolberger Hauptbahnhofes sind erst angelaufen, aber ein erster Logistikkonzern hat die Kupferstadt bereits für sich entdeckt. Der im Hamburg ansässige Konzern Hermes richtet an der Eschweilerstraße ein regionales Verteilzentrum für Pakete ein.

Mit dem Vorhaben werden nicht nur 15 bis 25 Arbeitsplätze in der Kupferstadt geschaffen, sondern auch ein Leerstand beseitigt: Hermes zieht in den zuletzt vom Dänischen Bettenlager genutzten Markt, der Ende 2015 nach fünf Jahren seine Pforten schloss.

Zuvor hatte dort von 1994 bis 2008 eine Plus- bzw. Netto-Filiale die Nahversorgung des Viertels sichergestellt. nachdem 1993 der 1909 erbaute Schlachthof abgerissen worden war. Der „Stolberger Handeshof“ entstand. Jüngst eröffneten neben der Tankstelle ein Autoteilezubehör und ein Growshop. Derzeit läuft das Verfahren zur Nutzungsänderung von einem Verkaufsmarkt in ein Verteilzentrum.

Mit der Ansiedlung von Hermes schlug die Stolberger Wirtschaftsförderung nach intensiven Vorgesprächen zwei Fliegen mit einer Klappe. Der Leerstand eines Geschäftslokals in verkehrsgünstiger Lage wurde ebenso beendet wie ein Vertreter einer Branche wurde, auf die die Kupferstadt ein besonderes Auge geworfen hat – wegen ihrer umfangreichen Bahnhofsflächen für einen Güterumschlag und ihrer zentralen Lage.

„Die gute Verkehrsanbindung und die zentrale Lage in der Städteregion waren entscheidende Argumente für Hermes, sich für Stolberg zu entscheiden“, sagt Bürgermeister Tim Grüttemeier. Zudem sind die rund 800 m2 Fläche des früheren Marktes genau die richtige Größe für ein neues Modellprojekt, erklärt Unternehmenssprecher Martin Frommhold. Der Paketzusteller schließt eine kleinere Filiale in Köln, um in Stolberg ein neues Unternehmenskonzept zu testen.

„Wir möchten selbst erweiterte logistische Vorbereitungen treffen“, erklärt Frommhold. Dazu werden die Sendungen für die komplette Region an das neue Verteilzentrum an der Landesstraße 238 zentral angeliefert. Dort werden die Päckchen und Pakete – alles bis zu einer Größe bzw. einem Gewicht, die ein einzelner Zusteller bewältigen kann – sortiert und zu Touren zusammengestellt. „Unsere Partnerunternehmen brauchen dann nur noch vorzufahren, die Sendungen einzuladen und zuzustellen“, so Frommhold weiter.

Bisher sei es im Normalfall zu gewesen, dass die Partnerunternehmen selbst die logistische Dienstleistung erbringen mussten. „Mit dem Modellprojekt in Stolberg wollen wir unabhängiger von unseren Partnerunternehmern und flexibler werden“, so Frommhold weiter. Von der Eschweilerstraße aus sollen dann die Kunden in einem Radius von 30 bis 40 Kilometern beliefert werden. Etwa 80 bis 100 Pakete werden auf einer Tour zugestellt.

Hermes ist eine Tochtergesellschaft der Otto-Gruppe und auf die Zustellung von Paketen spezialisiert. Insbesondere der Online-Handel wird betreut. Das so genannte S-Paket bis zu 50 Zentimeter ist laut Hamburger Zentrale das am meisten genutzte Angebot.

Für das Modellprojekt von Hermes zu groß war auch der von der Wirtschaftsförderung angebotene Praktiker-Markt an der Steinfurt. Hier zeichnet sich aber jetzt eine Folgenutzung durch ein Autounternehmen ab.

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