Die Kupferstadt verbindet 25.171 Pendler

Von: Laura Beemelmanns
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Täglich von einer Stadt in die andere? Für viele Stolberger gehört das inzwischen zum Berufsalltag. Denn sie pendeln tagein, tagaus – vom Bahnhof aus, mit dem Auto oder mit dem Bus – nach Köln, Würselen, Herzogenrath und Co. Foto: L. Beemelmanns

Stolberg. Es gibt vermutlich nur wenige Gründe, warum ein Stolberger freiwillig seine Heimat verlassen würde. In manchen Situationen ist dies jedoch unumgänglich. Und zwar nicht nur, um in einer anderen Stadt ein wenig Shoppen zu gehen oder einen netten Ausflug zu machen.

Nein, es gibt auch ganz andere Gründe für den täglichen Tapetenwechsel. Beispielsweise wenn sich die Arbeitsstelle nicht in der Kupferstadt befindet und man diese irgendwie jeden Tag erreichen muss.

Zudem kann man davon ausgehen, dass dies gleichermaßen für andere Städte und deren Bewohner gilt. Denn so kommt es, dass im Jahr 2014 25.171 Menschen nach und aus Stolberg pendelten.

In alle Richtungen

Der Landesbetrieb Information und Technik Nordrhein-Westfalen (IT.NRW) hat kürzlich die jeweils 15 größten Ein- und Auspendlerströme in den Städten und Gemeinden NRWs zusammengefasst und einen entsprechenden Bericht veröffentlicht. In diesem sind auch die Pendlerströme der Kupferstadt aufgeführt. Und eines kann über die Stolberger Pendler schon verraten werden: Sie pendeln in jedem Alter und in alle Richtungen der Region.

Die Pendlerrechnung NRW liefert in jedem Jahr Angaben über die Pendelbewegungen der Erwerbstätigen auf Gemeindeebene. Erfasst werden die Pendelströme zwischen den Gemeinden in Nordrhein-Westfalen und die Pendelbewegungen, die über die Grenzen Nordrhein-Westfalens beziehungsweise Deutschlands hinausgehen. Zudem werden für jede Gemeinde ausgewählte Merkmale der Pendler ausgewiesen. Diese sind unter anderem unterteilt in Geschlecht, Alter und Beschäftigungsumfang.

Berücksichtigt werden alle Pendler, die einer Erwerbstätigkeit nachgehen – ganz gleich in welchem Umfang. Möglich ist alles, ob Vollzeit, Teilzeit oder Selbstständigkeit. Erfasst wird allerdings jeweils nur die Haupttätigkeit der Pendler. Und das sind landesweit eine ganze Menge: Etwa die Hälfte der 8,87 Millionen Erwerbstätigen in Nordrhein-Westfalen pendelte im Jahr 2014 täglich über die Grenzen ihres Wohnortes hinweg zur Arbeit. Die Zahl der Berufseinpendler (4,46 Millionen) war dabei höher als diejenige der innergemeindlichen Pendler (4,40 Millionen). Allein nach Köln (311.100), Düsseldorf (289.100) und Essen (145.500) pendelten zusammen täglich nahezu eine dreiviertel Million Erwerbstätige. Doch auch in den kleineren Städten ist einiges in Bewegung.

Reges Hin und Her

In die Kupferstadt strömten im Jahr 2014 insgesamt allein 9421 Erwerbstätige und 15.750 heraus. Die Meisten von ihnen sind auf der Strecke zwischen Stolberg und Aachen unterwegs. Die wenigsten Einpendler kommen aus Aldenhoven und Hürtgenwald nach Stolberg, die wenigsten Auspendler fahren von Stolberg aus in Richtung Mönchengladbach.

Von den 9421 Pendlern, die es aus anderen Städten in die Kupferstadt gezogen hat, waren 5434 männlich und 3987 weiblich. Und auch bei den Auspendlern liegen die Männer vorne. 8700 verließen im Jahr 2014 die Stadt, um in anderen Orten in der Region ihrem Job nachzugehen. Im Vergleich dazu waren es 7050 Frauen.

Stolberger pendeln aber nicht nur nach Aachen und Mönchengladbach, sondern auch nach Köln, Baesweiler, Jülich und Herzogenrath. Sie sind folglich in der gesamten Region unterwegs.

Und auch Kölner, Eschweiler, Alsdorfer und sogar Belgier haben in der Kupferstadt ihren Arbeitsplatz gefunden. Es ist ein reges Hin und Her, vor dem auch ältere Menschen keinen Halt machen. Denn auch 79 der über 65-Jährigen pendelten nach Stolberg und 99 aus Stolberg heraus.

2517 junge Pendler

Die meisten Pendler sind jedoch zwischen 45 und 55 Jahre alt. Insgesamt 7614 zieht es nach Stolberg beziehungsweise aus der Stadt heraus. Neben den über 65-Jährigen machen die unter 25-Jährigen – also die, die möglicherweise für ein Studium pendeln – einen recht geringen Anteil aus. Von ihnen sind nur etwa 2517 Menschen regelmäßig unterwegs.

In der Gruppe der 35- bis 45-Jährigen sind insgesamt regelmäßig 5484 Pendler unterwegs. Bei den 25- bis 35-jährigen sind es 5212.

IT.NRW hat zudem erfasst, in welche Gewerbegruppen sich die Pendler unterteilen. Von all den Auspendlern sind 4892 im produzierenden Gewerbe tätig, 10.858 im Dienstleistungsgewerbe. Bei den Einpendlern ist der Sprung nicht ganz so groß. 4915 sind aus dem produzierenden Gewerbe, 4506 aus dem Dienstleistungsgewerbe.

Sie alle legten täglich viele Kilometer zurück – ganz gleich ob mit dem Auto, dem Bus oder der Bahn.

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