Stolberg - Die Kräuterführung der Stolberg-Touristik kommt gut an

Die Kräuterführung der Stolberg-Touristik kommt gut an

Von: Esther Kellen
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Gewusst wo und gewusst wie: Gabi Jansen kann viele wertvolle Tipps zum Thema Beeren und Kräuter geben. Foto: E. Kellen

Stolberg. Hagebutten, Schlehen, Kornelkirschen - Die Natur hat im Herbst viele schmackhafte Früchte im Angebot. Man muss nur wissen, wie man sie erkennen und verarbeiten kann.

Um die Stolberger ein Stück näher an den natürlichen Genuss heranzuführen, hat die Stolberg-Touristik gemeinsam mit Kräuterhexe Gabi Jansen die Führung „Früchte und Kräuter des Herbstes” kreiert. Die Aufklärung über die Wildfrüchte und Kräuter scheint wirklich nötig sein, wie Gabi Jansen betont: „Sie glauben gar nicht, was ich oft für Ammenmärchen über Beeren höre!”.

So werde immer wieder behauptet, Legusterbeeren seien hoch giftig. „Ein Kind müsste allerdings eine ganze Hand voll dieser Beeren essen, um sich zu vergiften. Bei dem sauren Geschmack der Frucht ist das eher unwahrscheinlich.” Es sei zudem unmöglichen, einen Garten völlig giftfrei zu gestalten. Viel besser sei es daher, den Kindern möglichst früh zu erklären, welche Früchte und Blumen gefährlich sind.

Allerdings gibt es viel mehr essbare Beeren, als oft angenommen wird. Auf ihrem Weg durch Zweifall Richtung Wald, bekamen die Teilnehmer der Führung einen Vorgeschmack davon, wie schier unerschöpflich der Speiseteller der Natur sein kann. Denn besonders Sträucher am Wegesrand, an denen man oft achtlos vorbeigeht, bieten sich zum Früchtesammeln an. Und so manch unliebsames Unkraut im Garten ist in Wirklichkeit ein Kraut, das gegen Magenschmerzen hilft.

Doch es kommt auf die Verarbeitung an. Viele Beeren sind unbearbeitet ungenießbar oder tatsächlich giftig. „Vorsicht ist bei schwarzem Holunder geboten. Den darf man nicht roh essen, denn er enthält das Gift Sambunigrin, das Durchfall und Erbrechen auslöst”, warnt die erfahrene „Kräuterhexe”. Als Gelee oder gar als würzige Soße ist der Holunder allerdings sehr delikat.

Oft als giftig verschrien sei auch die Vogelbeere. „Das ist aber Quatsch. Sie schmeckt zwar sehr bitter, ist aber nicht giftig. Erst wenn sie Frost abbekommt, verschwinden die Bitterstoffe. Dann kann man einen tollen Likör aus den Früchten herstellen.” Auch die Schlehe, ein pflaumenähnliches Heckengewächs, liebt den Frost. „Dieses Jahr ist aber kein gutes Schlehenjahr. Dafür war es letztes Jahr um so besser”, berichtet Jansen.

Viele andere Früchte sind derweil in diesen Wochen besonders häufig zu finden und können den Speiseplan bereichern. Hagebutten beispielsweise sind besonders gesund. Zwischen September und November kann man sie ernten. „Hagebutten enthalten vier bis sechs Mal mehr Vitamin C als Zitronen oder Orangen. Außerdem reichlich Eisen, Magnesium und B-Vitamine”, weiß Gabi Jansen.

Ebenfalls am Wegesrand, besonders aber im Zweifaller Wald, gibt es den Holzapfel. Der kleine grün-gelbe Verwandte unserer veredelten Äpfel lässt sich beispielsweise gemeinsam mit der Vogelbeere zu einem leckeren Gelee verarbeiten. Im Wald konnten während der Führung die Körbe und Taschen mit dem Holzapfel gefüllt werden.

Als Abschluss der Kräuter-und Früchtesammlung wartete eine Geschmacksprobe auf die Teilnehmer. Zu einem Frischkäsekuchen auf Printenboden, angereichert mit dem „Stolberger Museumstropfen”, wurde ein Gelee aus Kornelkirschen und Holunder gereicht.

Auch im Frühjahr soll es wieder eine Kräuterführung geben, dann in einem anderen Teil Stolbergs. Gabi Jansen betont: „Jeder Ort hat seine Besonderheiten. Der eine hat mehr Wiesen, der andere mehr Wald. Entsprechend findet man dort auch unterschiedliche Früchte und Beeren.”

Pilzwanderung mit der Kräuterhexe

Eine Pilzwanderung mit „Kräuterhexe” Gabi Jansen findet am Sonntag, 18. Oktober, zwischen 13 und 16 Uhr statt. Treffpunkt ist das Forsthaus Süssendell.

Wer selbst Pilze sammeln möchte, sollte genügend Zeit mitbringen, denn alle Pilze werden von Gabi Jansen auf ihre Verträglichkeit kontrolliert. Anmeldungen nimmt die Stolberg-Touristik entgegen.

Den ganzen Oktober über können Pilzsammler samstags und sonntags ihre Pilze in der Stolberg-Touristik, Zweifaller Straße 5, kontrollieren lassen.

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