Die Kirchen suchen nach Gemeinsamem

Von: Martina Stöhr
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Haben das Programm für das Reformationjahr der evangelischen Gemeinde Kornelimünster-Zweifall vorgestellt: Georg Krause, Ewald Vienken, Rolf Schopen und Ulrich Niemann (von links). Foto: Harald Krömer

Stolberg-Zweifall. „Was heißt es heute, Christ zu sein?“ Das ist laut Pfarrer Rolf Schopen die entscheidende Frage, und nicht der Blick auf das, was katholisch oder evangelisch ist. Statt auszugrenzen wollen die Kirchen nach Gemeinsamkeiten suchen. Und das ist auch das Credo, das in der evangelischen Kirchengemeinde Kornelimünster-Zweifall über den Feierlichkeiten zum 500. Reformationsjubiläum steht.

Die Kirchengemeinde und die Katholische Pfarrgemeinde St. Kornelius haben sich zusammengetan, um gemeinsam ein Programm auf die Beine zu stellen, das von Vorträgen und gemeinsamen Gottesdiensten geprägt ist. Die Vorträge sollen vor allem die unterschiedlichen Positionen und Sichtweisen beleuchten, „um dann zu einer vertieften Einheit der Kirchen vor Ort zu kommen“.

Näherrücken beim Agapemahl

Am Pfingstmontag, 5. Juni, wird es um 11 Uhr einen ökumenischen Gottesdienst mit Agapemahl in der Bergkirche Kornelimünster oder im Freien geben. Hierzu werden laut Propst Ewald Vienken auch griechisch-orthodoxe Gäste erwartet, und das findet er besonders bemerkenswert.

Zusammen rücken

Das Agapemahl orientiert sich an Mahlzeiten, die Jesus mit seinen Anhängern eingenommen hat, es biete heute Katholiken und Protestanten die Chance, beim gemeinsamen Gottesdienst ein Stück weit näher zu rücken. Am 31. Oktober um 10.30 Uhr ist ein Reformations-Gottesdienst im evangelischen Gemeindezentrum in Kornelimünster geplant.

Noch in diesem Monat startet die Vortragsreihe unter dem Titel „Von der Reformation zur Ökumene“. Pfarrer Martin Obrikat, Auferstehungskirche Aachen, wird sich am Dienstag, 21. Februar, im Pfarrheim „Paradies“, Benediktus­platz 1-3, ab 20 Uhr mit der Frage beschäftigen: „Was ist evangelisch?“ Hier geht es vor allem um Entstehung und Stand der großen Kirchengemeinschaften der Reformation sowie um zentrale Glaubensinhalte.

Die „Aachener Wirren“ stehen bei Thomas Kirchner, RWTH Aachen, im Mittelpunkt. Er nimmt am Donnerstag, 23. März, um 20 Uhr im Evangelischen Gemeindezentrum, Schleckheimer Straße 14, das Zusammenleben von Katholiken, Lutheranern und Reformierten in den Blick.

Viele Vorträge über den Glauben

Weitere Vorträge verteilen sich auf das ganze Jahr. Die Referenten untersuchen unter anderem Reformen und Gegenreformen bis zum 30-jährigen Krieg und beleuchten Vaals als multikonfessionellen Rückzugsort für Protestanten. Außerdem führen Vertreter des Evangelischen Kirchenkreises und des Bistums Aachen ein Streitgespräch.

Auch an die Jugend haben die Planer gedacht. Beim „Poetry Slam“ im Evangelischen Gemeindezentrum ist im März ihr Einsatz gefragt. Das Format ist laut Schopen nicht neu und hatte demnach bereits einen Riesenerfolg. Auch wenn der Blick in diesem Jahr auf die Reformation geht, sind für Vienken die unterschiedlichen Konfessionen nicht das Problem. Entscheidend sei der Glaube, dass Gott in diese Welt hineinspricht und handelt. „Allein darum geht es“, sagt er.

Weg weiter gehen

Sowohl Katholiken als auch Protestanten freuen sich, dass sie sich im Laufe der Jahre in der Ökumene gefunden haben. Und diesen Weg wollen sie gerade auch im Jubiläumsjahr der Reformation weitergehen.

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