Die Keller in Stolberg sind auffällig sicher

Von: Kolja Linden
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Die Zahl der Einbrüche macht der Aachener Polizei Sorgen: In Stolberg ist sie allerdings - gegen den allgemeinen Trend - zurückgegangen. Foto: obs

Stolberg. Es war eine schwerwiegende Straftat, die im vergangenen Jahr Stolberg ins (schlechte) Licht der überregionalen Aufmerksamkeit rückte. Der Tod eines 18-Jährigen durch Messerstiche eines 19-jährigen Kontrahenten, der allein schon tragisch genug war, wurde von Neonazis in einer wirren und haltlosen Argumentation für ihre fragwürdigen Zwecke missbraucht.

Doch Polizeipräsident Klaus Oelze, der am Mittwoch in den Räumen seines Aachener Präsidiums die jüngste Kriminalstatistik veröffentlichte, machte deutlich, dass 2008 aus Sicht der Polizei dennoch ein ordentliches Jahr war, in Stolberg sogar ein durchaus erfreuliches.

Und das verdeutlichen die Zahlen, die Oelze gemeinsam mit Kripo-Chef Helmut Wälter vorstellte. Während die Gesamtkriminalität in Stadt und Kreis Aachen insgesamt nämlich um 1,6 und in der Nachbarstadt Eschweiler gar um 6 Prozent stieg, sank sie in Stolberg im gleichen Zeitraum um satte 4,7 Prozent.

Aufklärungsquote gestiegen

Interessant aus Stolberger Sicht ist vor allem die Aussage des Polizeipräsidenten, der Gesamtanstieg im Bereich seiner Behörde resultiere „in erheblichem Maße aus Kellereinbrüchen”.

Zum Vergleich: Während deren Zahl im Nordkreis Aachen raketengleich von 184 auf 714 in die Höhe geschossen ist (+288 Prozent), meldete man in der Kupferstadt nur noch 29, und damit 18 weniger als im Vorjahr (-38 Prozent).

Und noch ein positives Signal: „Die Aufklärungsquote in Stolberg ist um 0,7 Prozent gestiegen”, erklärte Kripo-Chef Helmut Welter, der allerdings auch darauf verweisen konnte, dass dieser Anstieg im gesamten Bereich der Kreispolizeibehörde sogar 1,8 Prozent beträgt. Sorgen machten im vergangenen Jahr allerdings die 82 Rauschgiftdelikte in der Kupferstadt. Im Vorjahr waren nur deren 60 gezählt worden.

Dennoch: Besonders auffällig in der Statistik sind vornehmlich die guten Nachrichten aus Stolberg. Zum Beispiel die, das bei der Straßenkriminalität die dreistellige Marke erreicht wurde. Waren im Vorjahr noch 1082 Delikte aufgenommen worden, sank deren Zahl 2008 auf 921.

Spitzenreiter im Südkreis ist Stolberg auch im Rückgang der Diebstähle aus Autos. Hier sank die Zahl um fast 26 Prozent von 300 auf 223. In Eschweiler (-15 Prozent) oder der Nordeifel (+34 Prozent) ist das Klauen von Navigations- und anderen Geräten aus dem Auto offensichtlich noch wesentlich beliebter.

In Erinnerung bleibt dennoch vor allem der Totschlag von der Birkengangstraße im April. Einziger Trost: Die Tat blieb das einzige Kapitalverbrechen in der Kupferstadt, wenn auch eine, die weitere, politisch motivierte Vergehen nach sich zog. Eine Statistik darüber aber wird erst noch folgen, dafür ist das Innenministerium zuständig.
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