„Die Irre von Chaillot“: Zwischen Nervenkitzel und Vorfreude

Von: Stefanie Henke
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Jung und Alt proben gemeinsam: Die Theatergruppe des Helene-Weber-Hauses freut sich besonders darüber, dass viele Menschen unterschiedlichen Alters zusammenarbeiten. Foto: Stefanie Henke

Stolberg. Immer donnerstags von 20 bis 22 Uhr geht es bunt zu im Pfarrheim der Herz Jesu Kirche in Münsterbusch. Die Theatergruppe des Helene-Weber-Hauses probt nämlich dann für ihr Theaterstück. „Es sind nicht mehr ganz drei Wochen bis zur Premiere am 11. September, da wird die verbleibende Zeit besonders intensiv genutzt“, erklärt der Regisseur Thomas Bünten, der die Gruppe seit 2012 betreut.

Im Durchschnitt bringt das Ensemble alle zwei Jahre eine neue Produktion hervor und während der Vorbereitung wird einmal wöchentlich geprobt. In diesem Jahr wird „Die Irre von Chaillot“ von Jean Giraudoux aufgeführt. Dieses satirische Märchen beschreibt die Kunst zu leben und wird dem Zuschauer in sechs Aufführungen im Kulturzentrum Frankental präsentiert.

Besonders an dieser Theatergruppe sind die Menschen selbst. So ist das älteste Mitglied 82 Jahre und das jüngste Mitglied erst neun Jahre alt. „Das Zusammenspiel der verschieden Generation mit zu erleben und von den Erfahrungen der Kollegen zu lernen, ist für mich besonders schön“, sagt Thomas Zejewski, ein Neuling der Theatergruppe.

Auch Hannelore Krug gibt in diesem Jahr ihr Debüt auf der Theaterbühne, „Meine Tochter erzählte mir, dass bei einer Theatergruppe dringend jemand gesucht wird. Zuerst kam das gar nicht für mich in Frage, ich hatte noch nie Theater gespielt, aber nach längerer Überlegung habe ich dann doch zugesagt. Heute bin ich sehr froh darüber, es macht mir sehr viel Spaß und lässt einen ungeahnten Fähigkeiten und Seiten an sich selbst entdecken.“

Sybille Hirschler beschreibt die Erfahrungen, die man in einem Theaterensemble sammelt als faszinierend. Sie gerät richtig ins Schwärmen wenn sie über die Aufführungen aber auch über die Proben und die Gemeinschaft generell spricht. „Das gemeinsame Ergebnis aber auch der Weg dorthin ist einfach nur toll. Man verbringt so viel Zeit miteinander – besonders kurz vor der Premiere, dass man zu einer kleinen Familie zusammenwächst“, so Hirschler.

„Man kann beim Theater eine andere Seite von sich zeigen. Dinge wagen, die man im normalen Leben vielleicht nicht täte. Es ist immer wieder beeindruckend, die Entwicklung eines Schauspielers in seiner Rolle zu verfolgen. Am Anfang kann man oft noch nichts mit seiner Rolle anfangen, doch im Lauf der Proben wächst man immer mehr zusammen. Am Ende ist es soweit, dass wir uns sogar schon außerhalb der Proben mit unseren Rollennamen ansprechen“, verrät Christine Heinrichs.

Die Atmosphäre in der Gruppe sei außergewöhnlich. Trotz der großen Altersunterschiede herrsche eine tolle Harmonie. „Beim Probewochenende waren wir fast 72 Stunden ununterbrochen zusammen, aber wir haben hervorragend zusammengearbeitet und haben das Wochenende sehr genossen“, berichtet Reinhard Weber.

Zusammen mit Irmgard Schwartz und Carmen Kahn gehört er zu den drei Gründungsmitgliedern der Theatergruppe, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Jubiläum feiert. „Selbst nach 25 Jahren Theater hat man für mich noch eine Herausforderung gefunden. In diesem Jahr werde ich zum ersten Mal eine Frau spielen, diese Rolle zu entwickeln war besonders spannend für mich“, berichtet Weber.

Stefan Bünten war besonders wichtig zu erwähnen, dass dem Helene-Weber-Haus einen großen Dank gebührt. Denn das Helene-Weber-Haus unterstützt die Theatergruppe seit Gründungsbeginn. Interessenten, sie mitmachen möchten, können sich gerne melden, denn neue Mitglieder werden immer gesucht. Bei der Premiere am 11. September würde sich das Ensemble über ein ausverkauftes Haus riesig freuen und lädt zu einem witzigen, frechen und explosiven Abend ein.

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