Stolberg-Gressenich - Die Geschichte der örtlichen Kirche im Erzählkreis „Dumols ä Gressenich”

Die Geschichte der örtlichen Kirche im Erzählkreis „Dumols ä Gressenich”

Von: Toni Dörflinger
Letzte Aktualisierung:

Stolberg-Gressenich. Als Mitte des 18. Jahrhunderts im Stolberger Raum die Erde bebt, hat der Gressenicher Pastor Mathias Morschel neben Donnergrollen auch Schwefelgestank wahrgenommen.

Beschrieben hat der Pastor diese unheimlichen Ereignisse in einer zeitgenössischen Chronik, aus der jetzt Reinhold Scholl vom heimatgeschichtlichen Erzählkreis „Dumols ä Gressenich” zitierte. Scholl nutzte diese Erzählung, um dem Publikum Einblicke in die lange Reihe der Gressenicher Geistlichen zu vermitteln.

Ortschronik von Willi Frentz

Die Aufzählung, die Scholl mit Anekdoten aus dem Leben der ortsansässigen Priester würzte, begann im Spätmittelalter. Denn in der ersten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde die später im Zweiten Weltkrieg zerstörte Pfarrkirche St. Laurentius errichtet, deren Erbauungsphase von Pastor Peter Meen begleitet wurde, der 1447 starb.

So jedenfalls schildert es die Ortschronik, die 1992 Willi Frentz herausgab und die Scholl neben umfangreichen eigenen Aufzeichnungen und Forschungen als Basis für seinen heimatgeschichtlichen Vortrag nutzte.

Im 16. Jahrhundert lebte der Geistliche Heinrich von Gressenich, der nicht nur dem Wenauer Kloster eine Orgel stiftete, sondern auch als Priester im dortigen Nonnenkloster tätig war. Mit seinen Einkünften nicht einverstanden war der Gressenicher Pastor Wilhelm Netter, der 1648 seinem Dienstherren, den Abt von Kornelimünster, die „Pastorat” kündigte.

Als Pastorat wurde neben dem Wohnsitz auch der Grundbesitz des jeweiligen ortsansässigen Pfarrers bezeichnet. Pastor Netter lag im Streit mit dem Abt, weil seiner Meinung nach der Grundbesitz der Pfarre wenig ertragreich war und zur Deckung des eigenen Lebensunterhaltes nicht ausreichte.

Lückerath, Rösseler und Klubert hießen die ortsansässigen Pastöre im 18. Jahrhundert. In diesem Zeitraum entstand auch die Geschichte von dem Pastor, der seinem Küster anwies, die Kirche zu verschließen, als sich der Besuch des Kölner Erzbischofs ankündigte. Denn der Abt von Kornelimünster, zu dessen Geltungsbereich die Gressenicher Pfarre gehörte, lag im Streit mit dem Kölner Kirchenoberhaupt.

Ein weiteres Ereignis, das auf die Initiative der Gressenicher Pastöre zurückging, war der Bau des Pfarrhauses in der Mitte des 19. Jahrhunderts. 1951 erfolgte dann die Errichtung einer Notkirche und zehn Jahre später der Neubau der Pfarrkirche. Diese Baumaßnahmen waren den Pastören Nikolaus Berks und Josef Hohn zu verdanken.

Fortsetzung am 28. November

Fortgesetzt wird die Reihe „Dumols ä Gressenich” am Samstag, 28. November, im „Bistro Elle”, Elle 3.

Dann heißt das Thema „Unsere Ahnen”. Die genaue Uhrzeit wird noch bekanntgegeben.

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