Stolberg-Vicht - Die Geschichte der Handwerksberufe in Vicht

Die Geschichte der Handwerksberufe in Vicht

Von: Toni Dörflinger
Letzte Aktualisierung:
8805815.jpg
Diesmal hatte er die Tischler und Malerseiner Heimat im Fokus: Rudi Dreuw veröffentlicht in Kürze ein weiters Werk zur Vichter Wirtschafts- und Sozialgeschichte. Foto: T. Dörflinger

Stolberg-Vicht. Rudi Dreuw liebt das Gespräch - besonders dann, wenn er dabei tief in die Geschichte seines Heimatdorfes Vicht eintauchen kann. Schließlich ist der 71-jährige frühere Studiendirektor, der zuletzt von 1994 bis 2005 am Berufskolleg Stolberg die Fachschule für Wirtschaft leitete, seit Mitte der 1990er Jahre ein gefragter Buchautor.

Ein Autor, der sich dem Wandel der dörflichen Wirtschafts- und Sozialstrukturen verpflichtet fühlt und dabei auf umfangreiche Recherchen angewiesen ist. Jetzt hat Dreuw seiner bisher fünf Bände umfassenden Reihe, ein weiteres Werk hinzu gefügt: nämlich den Band 4 f der Beiträge zur Vichter Heimatgeschichte. Dafür hat Dreuw auf 400 Seiten umfangreiche Informationen zusammengetragen. Sie dienen dazu, die 2009 begonnene Serie über die Vichter Bauhandwerker zu ergänzen.

Fotos und Dokumente

Waren bisher die Bauunternehmer, Zimmerer, Dachdecker, Installateure, Heizungsbauer, Elektriker, Fliesenleger und Pliesterer an der Reihe, folgen nun die Tischler und Maler. Um deren Geschichte dazustellen, hat Dreuw zahlreiche Zeitzeugen und Betroffene interviewt, die ihn ihrerseits mit vielen aufschlussreichen Fotos und Dokumenten ausgestattet haben. „Mit den Recherchen habe ich mir viel Zeit gelassen. Manche Handwerkerfamilien habe ich mehrmals besucht. Schließlich sollen sich die befragten Menschen in meinen Schilderungen wieder finden“, versicherte der Autor, der die aussagekräftigen Buchtexte mit den Betroffenen und den von ihm vorgestellten Handwerkern und deren Familien abgestimmt hat.

Das Ergebnis kann sich sehen lassen. Schließlich enthält das neue Werk im gelben Cover rund 300 Illustrationen, die neben Fotos überwiegend aus alten Rechnungen und Werbeanzeigen der Maler und Tischler bestehen. Des weiteren enthält das Buch viele Hintergrundinformationen und Geschichten, die eindrucksvoll den Werdegang der dargestellten Handwerker dokumentieren und Einblicke in ihre Arbeitsweise vermitteln.

Gebeiztes Eichenholz

So enthält das Buch auch die Geschichte von der Küchenbank aus gebeiztem Eichenholz, die Dreuws Vater, der Schreinermeister Johann Dreuw, 1945 hergestellt hat. Die Bank, deren Material zuvor amerikanische Soldaten für den Bau von Unterständen und Hütten genutzt hatten, hat überlebt. Heute befindet sie sich laut Dreuw wohlbehalten und sorgsam gepflegt in einem Eifeler Wohnhaus.

Anders die Geschichte um den Malermeister Johann Wenzler, der seinen Betrieb von 1946 bis 1970 geführt hatte. Zu seinem Aufgabenbereich hatte unter anderem in den 1950er Jahren, wie Dreuw in seinem Buch berichtet, die Reparatur der Grabkreuze auf dem Vichter Friedhof gehört: Da geeignete Werkzeuge damals Mangelware waren, hatte man für das Entfernen der verwitterten Lackschichten eine Glasscherbe genutzt. Man darf also gespannt sein: Denn schließlich hat sich der 71-jährige Autor diesmal mehr als 30 Handwerkern gewidmet, deren Arbeitsmethoden und beruflicher Laufbahn anschaulich und spannend geschildert werden.

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert