Die Geschichte der ehemaligen Metzgerei an der Konrad-Adenauer-Straße

Von: Toni Dörflinger
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In diesem Anbau an der Atzenach war die Wurstküche der Metzgerei Bürsmeier, an der Konrad-Adenauer-Straße der Verkaufsladen.

Stolberg. Jahrzehntelang hat das derzeit leerstehende Eckgebäude Konrad-Adenauer-Straße 147 eine Metzgerei beherbergt: anfänglich unter dem Namen Heyartz, später unter der Bezeichnung Bürsmeier. Wann das zweigeschossige Gebäude, dessen hinterer Bereich an der Straße „Atzenach“ liegt, entstanden ist, ist nicht bekannt. Vermutlich wurde das große Haus aber in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts errichtet.

Erstbesitzer des Gebäudes war der Bäckermeister Johann Josef Siebertz. Wahrscheinlich kommt er auch als Bauherr in Frage. 1906 verkaufte Siebertz das Eckhaus an den Metzgermeister Adam Heyartz, der im Erdgeschoss eine Metzgerei einrichtete.

In diese Zeit fällt auch der Umbau des im hinteren Bereich liegenden Stallgebäudes, dem als Anbau ein Schlachthaus hinzu gefügt wurde.

Da Büsbach – bis 1935 eine selbstständige Gemeinde – zum damaligen Zeitpunkt noch keinen Anschluss an das Trinkwassernetz besaß, war man auf einen Brunnen angewiesen, der sich im hinteren Bereich des Hausflures befand. Entnommen wurde das Brunnenwasser im Hof des Anwesens. Dort lag eine Pumpe, die über eine Rohrleitung mit dem Brunnen verbunden war. Ein Einschnitt in die Führung der Metzgerei war der Tod von Adam Heyartz im Jahr 1945.

Nachdem seine Töchter vorübergehend den elterlichen Betrieb gemeinsam geführt hatten, übernahm wenige Jahre später der Metzgermeister Clemens Bürsmeier die Traditionsmetzgerei – er hatte eine der Heyartz-Töchter geehelicht. Mit der Betriebsübernahme durch Clemens und Elisabeth Bürsmeier in den späten 1940er Jahren änderte sich auch der Firmenname. Danach wurde die Metzgerei nur noch unter dem Namen Bürsmeier geführt.

1959 wurde der an der Atzenach liegende Baukörper erneut umgebaut. Bürsmeier stattete den hinteren Bereich mit einem Kühlraum und einer Wurstküche aus. Ein eigenes Schlachthaus war entbehrlich geworden: Schlachtungen wurden schon seit langem nur noch in dem an der Eschweilerstraße liegenden Schlachthof ausgeführt. 1964 erfolgte ein Umbau des Erdgeschossbereiches: Der Laden wurde vergrößert und die Front mit dunklen Marmorplatten ausgestattet. Diese Umgestaltung ist dort heute noch zu sehen.

Die Produkte der Metzgerei Bürsmeier waren begehrt. Laut älterer Nachbarn soll in den 1960er Jahren die Nachfrage so groß gewesen sein, dass sich vor dem Geschäft regelmäßig Menschenansammlungen gebildet hätten. In den frühen 1990er Jahren stellte die Metzgerei Bürsmeier ihren Betrieb ein. Danach war dort anfänglich ein Kiosk und später ein Obst- und Gemüseladen ansässig.

2007 übernahm der Versicherungskaufmann Georg Braun das Anwesen, das sich zuvor rund 100 Jahre im Besitz der Familie Heyartz-Bürsmeier befunden hatte. Ein erneuter Besitzerwechsel erfolgte im Frühjahr dieses Jahres. Dem Vernehmen nach soll das Eckgebäude durch einen Neubau ersetzt werden.

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