Die frühen Werke eines Künstlers mit Weltgeltung

Von: Dirk Müller
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Galeristin Christa Oedokoven und Ina Dahmen, Enkelin des Künstlers, präsentieren Karl Fred Dahmens frühe Werke mit viel Lokalkolorit in der Villa des Museums Zinkhütter Hof. Foto: D. Müller

Stolberg. Der 1981 verstorbene Karl Fred Dahmen gilt als einer der wichtigsten Künstler der deutschen Nachkriegszeit. Er ist einer der frühesten und bedeutendsten Vertreter des Informel beziehungsweise des Tachismus, der Maler und Objektkünstler gelangte mit seinem abstrakten Schaffen zu internationaler Anerkennung und großem Erfolg.

Die Karl-Fred-Dahmen-Ausstellung, die am Sonntag, 12. Oktober, in der Villa des Museums Zinkhütter Hof beginnt, zeigt jedoch Werke des „anderen“, des „frühen“ oder noch anders gesagt des „Stolbergers Dahmen“.

Zu sehen sind hauptsächlich gegenständliche Exponate, die vor Dahmens Durchbruch als moderner Künstler entstanden sind. Der Betrachter findet unter anderem auch lokale Motive wie die Stolberger Burg, die Klatterstraße oder den Turmblick in der Kupferstadt. Kohlezeichnungen, Landschafts- und Stadtmalerei, Portraits, Stillleben, Aktzeichnungen und mehr machen die enorme Vielfalt der Schau aus. Faszinierende naturalistische Werke und auch erste Abstrahierungen Dahmens sind in der Villa des Zinkhütter Hofs zu sehen. „Ich möchte versuchen, mein innerstes Erlebnis den Bildern beizugeben – egal in welcher Art oder Form“, schrieb Karl Fred Dahmen am 17. Juni 1942, und die Exponate in der Villa beweisen, dass dieser Versuch mehr als gelungen ist.

„Die Ausstellung zeigt, dass Motive aus der Region nicht in provinziellen Werken münden müssen. Es ist sehr interessant, den Künstler in seiner Heimat zu fixieren, zu sehen, woher er kommt und wie stark er verbunden ist“, beschreibt Dr. Adam C. Oellers. Der Kunsthistoriker verweist besonders auf einen weiteren Aspekt: „Man kann die Zeichen des Wandels erkennen, sieht Dahmens Potenzial zum großen Aufbruch in die Moderne und die Entwicklung des Künstlers.“ Die von der Galeristin Christa Oedekoven organisierte Ausstellung wird kuratiert von Ina Dahmen, der Enkeltochter des Künstlers.

„Ich freue mich sehr über die Ausstellung hier in Stolberg; sie ist für mich persönlich sehr wichtig“, erklärt Ina Dahmen, die 1982 geboren wurde und ihren Großvater nicht mehr kennengelernt hat. „Hier sind die Anfänge und der Heimatbezug von Karl Fred Dahmen zu sehen, und für mich besteht die Möglichkeit, Menschen zu treffen, die mir meinen Großvater als Künstler und vor allem als Mensch näher bringen.“ Daher wird Ina Dahmen nicht nur bei der Eröffnung der Ausstellung in Stolberg anwesend sein. Drei bis vier Sonntage in Folge will sie in der Villa präsent sein, danach jeweils den ersten Sonntag im Monat.

Mit der eindrucksvollen Dahmen-Ausstellung setzt sich die Reihe „In Memoriam“ in der Villa des Zinkhütter Hofs fort, die vor einem Jahr als Experiment begann. „Die Ausstellungsreihe hat sich sehr positiv entwickelt und ist ein Glücksfall für das Museumsquartier und die Kunstszene in der Region“, sagt Sebastian Wenzler, und der Museumsleiter hört dementsprechend gerne, was Galeristin Christa Oedekoven ankündigt: „Die nächsten beiden Ausstellungen sind bereits konkret in der Planung, und die Reihe geht definitiv weiter.“

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