Die Freundschaft steht im Mittelpunkt

Von: Naima Wolfsperger
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Sie waren ganz schön aufgeregt: Die Schüler der Deutsch-AG der Regenbogenschule präsentierten ihren Film, der den Alltag in ihrer Schule zeigt. Bald ist er im Kulturzentrum Frankental noch mal zu sehen. Foto: Naima Wolfsperger

Stolberg. Es ist bunt in Stolberg: Die Schüler der Regenbogenschule, die sich Farbe regelrecht auf die Banner geschrieben hat, gewähren nun mit einem Film der Deutsch-AG Einblicke in den lebhaften Schulalltag.

Angeleitet wurden die Schüler von dem Regisseur, Kameramann und Produzenten Michael Chauvistré, bekannt für Dokumentarfilme wie „Friede, Freude, Eierkuchen“ (2011) und „Tränen, die du lachst...“ (2009). Chavistré wurde 1960 in Aachen geboren. Er studierte von 1982 bis 1986 Geschichte und Philosophie in seiner Heimatstadt und arbeitete für das Uni-Filmteam. Schon 1985 übernahm er Regie-Assistenzen am Aachener Theater, bevor er 1986 an der Münchener Hochschule für Film und Fernsehen angenommen wurde.

Aufgeregt vor der Premiere

Die Schüler der Regenbogenschule, mit Förderschwerpunkt geistige Behinderung, begrüßen das Filmpublikum mit saftigen Gummibärchen und Mohrenköpfen. Alles soll stimmen bei dieser Filmpremiere.

Den Film haben 40 Schüler selbst geplant und gedreht, mit allem was dazu gehört. Erst musste ein Skriptplan erstellt, dann sogenannte „Storyboards“ gezeichnet werden. Ein Storyboard ist die Planung der Kameraeinstellungen und -bewegungen. In groben Skizzen wird so das Skript für die Filmeinstellung erstellt. Keiner der Schüler der Deutsch-AG benötigt einen Rollstuhl, der Film wurde aber aus der Rollstuhlperspektive gedreht, „es war uns wichtig, dass alle Facetten unserer Schule in den Film mit einwirken“, erklärt Konrektorin Petra Schnitzler.

Unterstützt wurde das Projekt durch das NRW-Programm „Kultur und Schule“. Die Regenbogenschüler haben ein Jahr lang an dem Filmprojekt gearbeitet, davon eine Woche gedreht, bevor sie im Medienlabor des Zeitungsmuseums Aachen, den Film selbst schneiden und bearbeiten durften.­

Sechs Stunden Filmmaterial

Ganze sechs Stunden Filmmaterial liefern die Basis für eine 15-minütige Collage über das Leben und das Miteinander an der Schule. „Den Film zu schneiden hat mir am besten gefallen“, sagt Virginia, aus der Deutsch-AG.

Der Zuschauersaal ist gefüllt, kein Platz bleibt unbesetzt. Die Filmsequenzen in denen der Mathematikunterricht gezeigt wird, oder die die Schüler auf dem Pausenhof zeigen, geben einen Einblick in den Bezug der Kinder zu ihrer Schule. Schnell wird klar: Für die Schüler bedeutet ihr Alltag vor allem Freundschaft mit allen, die ebenfalls auf die Schule gehen.

Die Regenbogenschule ist nicht nur Bildungseinrichtung, sie ist auch ein Raum für soziale Gemeinschaft. Das hat auch Michael Chauvistré gemerkt. Ihm hat die Arbeit mit den Kindern gut gefallen, auch wenn ein solches Projekt das erste war.

Schüler unglaublich aufmerksam

„Es hat sehr viel Spaß gemacht! Ich habe noch nie mit einer so großen Gruppe gearbeitet. Die Lehrerinnen waren sehr gut organisiert und die Schüler unglaublich aufmerksam.“ Der Film schließt mit einem Porträt der Schulband ab und die Zuschauer gehen bereits vor der Einblendung des Abspanns in tobenden Applaus über.

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