Stolberg - Die Existenz des Tierfriedhofs ist gesichert

Die Existenz des Tierfriedhofs ist gesichert

Von: Annika Thee
Letzte Aktualisierung:
17067574.jpg
Der Tierfriedhof in Stolberg Buschmühle: Einige Gräber sind ähnlich gestaltet wie die von Menschen. Andere weisen mit gravierten Grabsteigen und Tonfiguren darauf hin, dass unter den gepflegten Beeten ein Haustier begraben liegt.

Stolberg. Es ist ein eher ungewöhnlicher Anblick: Eine große Dogge steht mit einer Frisbee-Scheibe im Maul und schaut hinab auf seine Besitzerin, die auf den Boden kniet und mit einer Harke ein Grab pflegt. Darin beerdigt liegt kein Mensch, obwohl es auf dem Gelände ebenso still ist und die Gräber und Wege genauso gepflegt sind, wie ein paar hundert Meter weiter auf dem Humanfriedhof Buschmühle.

Hier sind die Gräber deutlich kleiner, zumindest die meisten. Auf den Grabsteinen stehen Namen wie „Sunny“ oder „Mickey“, die nicht zu Menschen gehören, sondern zu geliebten Haustieren. Halter aus der Region können hier ihre verstorbenen Tiere beisetzen. Denn für viele Menschen sind die geliebten Haustiere ein Teil der Familie und in Zeiten der Not auch Lebensstütze. Hier finden sie einen Ort zum Trauern.

Damit das auch in Zukunft so bleibt, musste die Interessengemeinschaft (IG) Tierfriedhof den mit der Stadt abgeschlossenen Pachtvertrag über das 3500 Quadratmeter große Gelände verlängern, denn der alte Vertrag läuft nach zehn Jahren zum Ende des Monats aus. Die Verhandlungen mit der Stadt sind nun beendet und der Haupt- und Finanzausschuss wird der Verlängerung des Pachtvertrags aller Voraussicht nach am 10. Juli zustimmen.

Herzensangelegenheit

2008 hat die IG Tierfriedhof das Grundstück von einem kommerziellen Betreiber übernommen. Der wollte eigentlich Geld mit den toten Haustieren machen, aber die Geschäftsidee hatte sich nicht rentiert. Für die IG ist der Tierfriedhof eine Herzensangelegenheit. Profit will die IG nicht erwirtschaften. Mit dem Geld, das die Besitzer für die Bestattung ihrer Tiere und für die Liegekosten zahlen, sollen lediglich die Kosten gedeckt werden.

Die Stadt hat in ihrer Vorlage den besonderen Charakter der „Solidargemeinschaft“ hervorgehoben, denn bei der IG wird „keiner wegen Mittellosigkeit ausgeschlossen.“Auch wer die fünf Euro monatlich für die Grabstätte nicht aufbringen kann, darf sein Tier hier beisetzen. Dafür wird darum gebeten, dass die Besitzer sich mit um die Pflege des Grundstücks kümmern, denn das ist ebenso wie die gesamte Organisation und der Aushub der Gräber Arbeit der Ehrenamtler der IG.

Der neue Pachtvertrag ist ein Kompromiss, der auch für die Stadt Vorteile bringt. Wie aus der Verwaltungsvorlage hervorgeht, kann die Stadt die Fläche im Plangebiet „Großfriedhof Buschmühle“ nicht als Baugebiet nutzen, da der erforderliche Abstand zum Naturschutzgebiet Münsterbachtal nicht gegeben ist. Eine landwirtschaftliche Nutzung des Gebiets würde nur einen Bruchteil des Betrags in die städtischen Kassen spülen.

In der Vergangenheit lief die Kommunikation zwischen der Interessengemeinschaft und der Stadt nicht immer so harmonisch ab. Im Jahr 2011 musste der Tierfriedhof sogar um seine Existenz bangen. Damals hatte die Stadt überlegt, die Pachtgebühren für das Friedhofs-Areal beinahe zu verdoppeln. „Das wäre der Untergang des Friedhofs gewesen“, sagte der damalige Vorsitzende Horst de Hesselle. Im neuen Vertrag ist nur eine geringfügige Erhöhung der Pacht von 180 auf 200 Euro pro Monat vorgesehen, dafür ist eine mögliche Erweiterung des Areals vom Tisch.

Ebenfalls im Vertrag verankert ist, dass das Gebiet nach der Stilllegung des Tierfriedhofs drei Jahre lang nicht genutzt werden darf. Diese Regelung sei „aus hygienischen Gründen“ vereinbart, wie es in der Beschlussvorlage heißt.

Fortbestand als Anliegen

Ein Ende ist aber noch nicht in Sicht. Schließlich hat sich die IG damals aus Haltern verstorbener Tiere gegründet, deren Hauptanliegen der Fortbestand des Tierfriedhofs ist. Das bleibt auch das Ziel des neuen Vorstandsteams der IG, bestehend aus Gabriele Cremer und Stefano Basile aus Aachen. Sie haben Horst de Hesselle und seinen stellvertreter Gabor Zorkoczy nach acht Jahren im Amt abgelöst.

 

Die Homepage wurde aktualisiert