Die Euregiobahn nähert sich Belgien

Von: Jürgen Lange
Letzte Aktualisierung:
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Die Sanierung des Rüstbachviaduktes ist fester Bestandteil der Befahrbarmachung der Strecke zwischen Stolberg-Altstadt und Breinig.

Stolberg. Jetzt liegt der Ball wieder bei der EVS, sagt Holger Klein. Sie muss nun die detaillierten Antragsunterlagen beim Zweckverband Nahverkehr Rheinland (NVR) einreichen, so das Pressesprecher. Dann kann der NVR den Bewilligungsbescheid nach Stolberg schicken.

„Wir stehen schon Gewehr bei Fuß“, sagt Thomas Fürpeil. Sobald die Bewilligung vorliegt, möchte die Euregio-Verkehrsschienennetz GmbH (EVS) mit der Befahrbarmachung der Gleisstrecke zwischen Altstadt und Breinig beginnen.

Wie erwartet, hat die Vollversammlung des NVR am Freitag die beantragten Infrastrukturprojekte für die Euregiobahn in Stolberg, aber auch im Nordkreis in die Planung eingestellt. „Einstimmig“, betont der Delegierte Axel Wirtz, dass auch die von der Stadt Stolberg erwarteten Zuschüsse fließen sollen.

Geld für Stolberger P+R-Anlagen

So sind bereits dieses Jahr 479.000 Euro für die neue P+R-Anlage Schneidmühle und 236.200 Euro für den Aufbau dynamischer Fahrgastinformationsanlagen auf Antrag der Aseag in der Stolberger Innenstadt vorgesehen. Weitere 26.500 Euro soll‘s nächstes Jahr für die Aufstellung von 16 Fahrradboxen am Hauptbahnhof und acht am Mühlener Bahnhof geben. Und für 2019 sind aufgrund der bereits zugesagten Förderung nach aktuellem Stand 3.375.100 Euro für den Bau des Parkhauses am Hauptbahnhof vorgesehen, den die Stadt vorfinanziert.

Ebenfalls eingeplant sind 158.900 Euro für den Ausbau des Bahnübergangs Probsteistraße, der ab Juli mit der Erneuerung des zweiten Abschnittes der Rhenaniastraße in Richtung Hauptbahnhof angepackt werden soll.

Näher an den Stolberger Hauptbahnhof gerückt ist mit der gestrigen Entscheidung über das Infrastrukturprogramm des NVR aber nicht nur Breinig, sondern auch Belgien. Die Reaktivierung der Gleisstrecke über Breinig hinaus zur Bundesgrenze ist zwar als programmrelevant anerkannt worden, aber aufgrund noch offener Fragen nicht bewertet und priorisiert worden. Ein Zuschuss von mehr als 5,4 Millionen Euro ist alleine für die Befahrbarmachung der 8,4 Kilometer Schiene angesetzt und weitere 3,3 Millionen Euro für die Sanierung des Falkenbachviaduktes. 1,37 Millionen Euro sind vorgesehen für den Bau von fünf neuen Haltepunkten zwischen Breinig und Bundesgrenze.

Damit die Euregiobahn nicht nur gen Westen, sondern auch im Norden weitere Kreise ziehen kann, sind mit dem gleichen Status auch schon einmal für den Ausbau zwischen Mariagrube bis Siersdorf 2,8 Millionen, von Siersdorf bis Setterich 6,3 Millionen und weiter bis ins Gewerbegebiet Baesweiler 10,8 Millionen Euro angesetzt. Noch visionär, aber berücksichtigt ist sogar eine Straßenunterführung des Bahnübergangs Langwahn in Eschweiler mit 2,1 Millionen Euro als Zuschuss.

Und wenn mit Eintreten der Rechtskraft des Planfeststellungsbeschlusses für die Verlegung der Start- und Landebahn des Flughafens Merzbrück einer der wichtigsten Pfeiler steht für die Elektrifizierung der Strecke von Stolberg Hauptbahnhof nach Herzogenrarth, nach Langerwehe und nach Altstadt, können 6,5 Millionen Euro vom NVR erwartet werden.

Ab 2021, so hofft es der NVR, soll mit Elektro-Triebzügen der Verkehr der Euregiobahn wirtschaftlicher, umweltfreundlicher, leiser und schneller werden. Verkürzte Wendezeiten der Züge sollen dann verbesserte Taktzeiten ermöglichen. Und dann kann Breinig auch regulär in den Taktfahrplan des Netzes der Euregiobahn integriert werden.

Bis dahin wird etwa ab 2018/19 die Euregiobahn eher einen Zubringerdienst leisten können. Allerdings wird bei der Befahrbahrmachung der Strecke zwischen Altstadt und Breinig bereits Vorsorge getroffen für eine spätere Elektrifizierung. Neben dem Anschluss an das elektronische Stellwerk im Hauptbahnhof wird dabei die Erneuerung des Rüstbachviaduktes die Masse der Kosten verschlingen. Der Zuschuss des NVR dafür ist mit 1,875 Millionen Euro angesetzt.

Die Gesamtkosten der Befahrbarmachung sind mit über fünf Millionen Euro gelistet. Gut vier Millionen davon gelten als bezuschussbar, da der für den Personenverkehr zuständige NVR einen 20-prozentigen Abschlag aufgrund der gleichzeitigen Nutzung der Strecke für den Güterverkehr in Anrechnung bringt.

Auf der Programmliste des NVR ist zudem für 2018 eine Optimierung der Signalisierung im Hauptbahnhof Herzogenrath und für 2020 die Befahrbarmachung der Strecke von Kellersberg bis Sierdorf mit einem Zuschuss über 3,6 Millionen Euro berücksichtigt. Ohne Bewertung angesetzt ist sogar ein Brückenbauwerk im Bahnhof Herzogenrath, mit dem die Züge niveaufrei die Hauptstrecke zum Gleis 3 kreuzen können. Die Gesamtkosten dafür werden auf 8,4 Millionen Euro geschätzt, der Zuschuss würde bei 7,6 Millionen Euro liegen.

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