Die Ehrenamtskarte als Dank für Menschen, die Gutes tun

Von: Elisa Zander
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Stolberg. Ehrenamt hat viele Facetten: Betreuung von Senioren, Gestaltung der Freizeitaktivitäten für Kinder und Jugendliche, Mitarbeit im Hospiz-, Sport- und Kulturbereich. Unzählige Menschen engagieren sich auch in der Kupferstadt für andere. Viele Leistungen, etwa auch im Rettungsdienst, wären ohne diesen Einsatz nicht möglich.

Für die Menschen, die sich mehrmals wöchentlich für die gute Sache einsetzen, soll es ein „städtisches Bonbon“ geben. Bereits im September 2011 hatte die CDU-Fraktion die Einführung einer Ehrenamtskarte beantragt. Wegen des Nothaushaltes war die Idee seinerzeit nicht umgesetzt worden. „Als Nothaushaltskommune dürfen wir grundsätzlich keine Vergünstigungen anbieten, anders ausgedrückt, auf Einnahmen freiwillig verzichten”, hatte die städtische Pressesprecherin Petra Jansen damals erklärt. Nun, mit genehmigtem Haushalt, wird das Thema neu aufgerollt und steht auf der Tagesordnung des Hauptausschusses und des Stadtrates für den heutigen Abend (18 Uhr).

Mit dieser Karte könnten Menschen, die durchschnittlich mindestens fünf Stunden pro Woche oder 250 Stunden im Jahr ehrenamtliche Arbeit leisten, Vergünstigungen in städtischen Einrichtungen genießen. Unterstützt wird diese Idee von der Landesregierung, die eigene Vergünstigungen anbietet.

Außerdem bietet das Land den Kommunen Hilfe bei der Öffentlichkeitsarbeit und der Einführung der Karte an. Über 120 Kommunen in Nordrhein-Westfalen nehmen an dem Programm bereits teil. Mehr als 12 000 Menschen sind inzwischen schon im Besitz einer Ehrenamtskarte.

Kosten überschaubar

„Wir haben als Koalition zwar die Absprache, nicht mit Geld um uns zu werfen“, sagt CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Tim Grüttemeier. „Aber die Ehrenamtskarte halten wir einerseits für sinnvoll und andererseits ist der finanzielle Rahmen überschaubar.“

3000 Euro Anschubfinanzierung kommen vom Land NRW. Die jährlichen Kosten für die Stadt schätzt Grüttemeier auf 1500 Euro. „Es wäre ein zu großer Verwaltungsaufwand, die Kosten auf den Euro genau zu erfassen.“ Darum stützt man sich auf die Erfahrungswerte anderer Städte, etwa Baesweiler. Dort werden jährlich rund 700 Euro für die Ehrenamtskarte ausgegeben. Gemessen an der Einwohneranzahl habe man die Summe entsprechend erhöht, so Grüttemeier.

„Die Karte soll denjenigen Dank und Anerkennung aussprechen, die für ihr Engagement keine finanziellen Zuwendungen erhalten“, sagt der CDU-Fraktionsvorsitzende. Und auch Dieter Wolf, SPD-Fraktionschef, betont, dass seine Partei die Einführung der Karte „für sehr sinnvoll“ halte. „Das ist eine Anregung, zu mehr ehrenamtlichem Engagement und ein großes Dankeschön an die, die sich einsetzen.“

Seit 2011 bemühe man sich schließlich bereits um die Einführung der Ehrenamtskarte. „Wir sind froh, dass jetzt Bewegung in die Geschichte kommt.“ Darum werde der CDU-Antrag von der SPD mitgetragen.

Dr. Tim Grüttemeier geht davon aus, dass der Beschluss im Hauptausschuss genehmigt wird und auch in der sich noch am gleichen Tag anschließenden Ratssitzung positive Zustimmung der Politiker erhält.

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