Stolberg - Die ehemalige stellvertretende Bürgermeisterin Katharina Krings ist tot

Die ehemalige stellvertretende Bürgermeisterin Katharina Krings ist tot

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Die Grünen-Politikerin Katharina Krings ist im Alter von 86 Jahren gestorben.

Stolberg. Als würdige und engagierte Vertreterin ihrer Stadt wird sie vielen Bürgern in Erinnerung bleiben: Katharina Krings, ehemalige stellvertretende Bürgermeisterin, ist in dieser Woche im Alter von 86 Jahren gestorben.

Sie zitierte gerne Erich Kästner, wenn sie vom Leben und von ihren Erfahrungen sprach: „Lasst euch die Kindheit nicht austreiben. Nur wer erwachsen wird und Kind bleibt, ist ein Mensch“, pflegte Katharina Krings zu sagen. Einer großen Öffentlichkeit wurde die Stolbergerin erst 2009 bekannt, als sie für die Grünen in den Stadtrat nachrückte und wenig später für fünf Jahre das wichtige Amt der Stellvertretenden Bürgermeisterin übernahm.

Sie erlebte schon als Kind die politischen Diskussionen im Hause ihres Großvaters. Sie waren immer verbunden mit der Angst vor Denunziation – weil antifaschistisch. Im letzten Kriegsjahr, 1944, begann Katharina Krings ihre Ausbildung zur Industriekauffrau bei den Dalli-Werken Mäurer & Wirtz in Stolberg. Dort arbeitete sie bis zur Geburt ihres ersten Kindes. Später und bis zu ihrer Pensionierung im Jahre 1988 war sie dann bei der Arbeitsgemeinschaft für Entwicklungshilfe zunächst in Aachen und danach in Köln tätig.

Manfred Borutta, damaliger Fraktionsgeschäftsführer von Bündnis 90/Die Grünen, war es, der durch einen Leserbrief auf Katharina Krings aufmerksam wurde. Die Politik der Grünen war schon in den 80er Jahren ihr Thema. „Wir haben die Erde von unseren Kindern nur geborgt“: Dieser Ausspruch passte zu ihrer Einstellung. Und ihre Devise lautete: „Wir müssen allem Neuen aufgeschlossen gegenüberstehen.“ Politik war für sie immer dazu da, den Menschen im Fokus zu haben und das Best mögliche für eine solidarische Gesellschaft zu erreichen.

Katharina Krings war bis zum Schluss eine mutige Kämpferin für Menschlichkeit und Gerechtigkeit und nahm nie ein Blatt vor den Mund. Sie war bis zuletzt immer an aktuellen (politischen) Themen interessiert, hat selbstständig alles entschieden und ihren Haushalt alleine geführt.

Noch am 23. April, so berichten ihre engsten Verwandten, hat sie zu Hause eine Wand gestrichen. Einen Tag später wurde sie zunächst ins Stolberger Krankenhaus gebracht und später ins Klinikum Aachen verlegt, wo ihr Herz am 5. Mai versagte.

Stolberg verliert einen großartigen Menschen, eine engagierte Bürgerin und eine überzeugte wie überzeugende Politikerin.

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