Die Discounter expandieren in Stolberg

Von: Jürgen Lange
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Lidl macht sich schick an der Prattelsackstraße. Die Wiedereröffnung der Filiale ist für den 24. August geplant. Foto: J. Lange
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Rekord bei Bauanträgen: Wo jahrelang Toom residierte entsteht eine neue Filiale für Aldi und dm, die im kommenden Frühjahr eröffnet werden soll. Nebenan entsteht auf dem Gelände der ehemaligen Kartonagefabrik Hoyer moderner Wohnbau. Foto: J. Lange

Stolberg. Der Trend geht eindeutig nach oben. Die Investitionen in der Kupferstadt erreichen ein neues Rekordniveau. Die in den ersten sieben Monaten eingereichten Baugesuche und -voranfragen übersteigen bereits bei weitem das komplette Vorjahresvolumen. Das Bauordnungsamt der Stadt hat alle Hände voll zu tun.

Das belegt seine Monatsstatistik. Im vergangenen Jahr wurden insgesamt 371 Gesuche und 35 Voranfragen eingereicht. Genehmigt wurden 361 Baugesuche und 25 -voranfragen. Diese umfassten ein Volumen von über 45,589 Millionen Euro.

In den ersten sieben Monaten diesen Jahres erreichen die erteilten Genehmigungen bereits ein Volumen von mehr als 53,477 Millionen Euro. Im Vergleich dazu summiert sich der Investitionsaufwand von Januar bis einschließlich Juli 2016 bei genehmigten 234 Gesuchen und 16 Voranfragen auf gut 23,923 Millionen Euro – mehr als das Doppelte!

Mehr Anträge als im Vorjahr

In diesem Jahr gingen insgesamt 236 Gesuche und 23 Voranfragen ein. Genehmigt wurden 182 bzw. 13 davon. Insgesamt fünf Ablehnungen mussten ausgesprochen werden. Spitzenreiter war dabei der Monat Februar mit einem Volumen von über 14,381 Millionen Euro bei positiv beschiedenen 19 Baugesuchen. Für den Juli registriert die Statistik eingegangene 43 Baugesuche und 23 -voranfragen. Genehmigt wurden 32 bzw. vier Anträge. Ablehnungen gab es keine. Das Volumen summiert sich auf 4,86 Millionen Euro.

Zu den bereits im Vorjahr positiv beschiedenen Bauanträgen zählt auch der Neubau einer Aldi- und dm-Filiale an der Mauerstraße in Münsterbusch. Aber darüber hinaus investiert Aldi Süd in der Kupferstadt weiter, wie das Unternehmen auf Anfrage erklärte. Alle Filialen in West- und Süddeutschland werden sukzessive bis 2019 „nach unserem neuen Einrichtungskonzept modernisiert“, erklärt Lars Klein, Leiter Verkauf der ALDI GmbH & Co. KG in Eschweiler. Das neue Konzept stelle die Erfüllung der Kundenwünsche in den Vordergrund.

Neue Einrichtungskonzepte

Eine „Coolbox“ mit Snacks und Getränken, Sitzgelegenheiten hinter dem Kassenbereich, digitale Screens mit Informationen über aktuelle und kommende Angebote und in einigen Filialen auch Kaffeeautomaten und Kunden-WCs sind ein Teil der Neuerungen. Über Wiegekassen verfügen mittlerweile alle Filialen, so dass Obst- und Gemüseverpackungen reduziert werden könnten.

Im Rahmen der Modernisierungskampagne erhält in Stolberg zunächst die Aldi-Filiale in Mausbach vom 1. bis 6. September das neue Outfit. Ab 7. September ist die Filiale in der Gressenicher Straße wieder geöffnet.

„Die Filiale in Münsterbusch wird ebenfalls nach unserem neuen Einrichtungskonzept erstellt“, sagt Klein. Im Frühjahr sollen die 1200 Quadratmeter Verkaufsfläche bei Aldi und weiteren 800 Quadratmeter beim Drogeriediscounter dm eröffnet werden. Die Aldi-Filialen in der Rathaus-Passage und an der Prattelsackstraße werden innerhalb der nächsten beiden Jahre modernisiert. Die Maßnahmen sind noch nicht genauer terminiert.

Auch Lidl macht sich in Stolberg „schick“, um „den Kunden eine moderne Einkaufsstätte mit attraktiven Einkaufsbedingungen zu präsentieren“, wie es Pressesprecherin Melanie Pöter formuliert. Daher ist derzeit die Filiale an der Prattelsackstraße für eine Großmodernisierung geschlossen. Zu den Maßnahmen gehören ein neuer Fliesenfußboden, ein modernes, energiesparendes LED-Beleuchtungskonzept, eine neue Decke, der Anstrich der Wände, eine bodentiefe Schaufensterfront sowie der Umbau des Personal- und Sanitärbereichs. Mit einer komplett neuen Elektrik will Lidl künftig deutlich reduzierte Stromverbräuche erzielen. Geplant ist, die Filiale am 24. August wieder für die Kunden zu eröffnen. Die zweite Filiale des Konzerns in der Kupferstadt ist vor vier Jahren auf der Liester nach neuem Konzept gebaut und im September 2013 eröffnet worden.

Sein Engagement in Stolberg erweitert hat in letzter Zeit auch der Edeka-Discounter Netto. Ende 2012 wurde die Filiale in Münsterbusch grundlegend renoviert und erweitert. 2014 eröffnete ein neuer Markt auf dem Kistenplatz in Atsch. Wenige Tage nach der Wiedereröffnung des modernisierten Standortes am Duffenter wurde Anfang Juli die neue Filiale in Gressenich eingeweiht.

Vor dem Hintergrund der Investitionen der Discounter in Münsterbusch sind auch weitere Modernisierungen im benachbarten Verbrauchermarkt zu erwarten. Die Tankstelle wird bereits renoviert. Und für das Zincoli-Gelände sendet Projektentwickler Egon Schreck, der zuletzt bei der Netto-Ansiedlung in Gressenich aktiv war. Für das Vorhaben an der Mauerstraße setzt Schreck auf die Kooperation mit der C3 Projektsteuerung GmbH aus Wesel, die 30.000 Quadratmeter erwirbt, um einen Bau- und Gartenmarkt mit 6800 sowie zwei Fachmärkte mit je 1000 Quadratmeter Verkaufsfläche zu realisieren. „Die Gespräche mit potenziellen Mietern laufen noch“ sagt Schreck. Die Stadt selbst will im nächsten Jahr das Dienstleistungszentrum um weitere Werkhallen erweitern, und auf der Ecke zur Cockerillstraße konzentriert ein Autohaus seine drei Standorte in Stolberg und Eschweiler.

Action eröffnet am 21. September

Auf Expansionskurs sind wie berichtet auch die Discounter im Burg-Center. Rossmann vergrößert sich von 650 auf 950 Quadratmeter, Kik um 174 auf 699 Quadratmeter und Tedi wächst von 340 auf 553 Quadatmeter. Zudem zeigt eine Apotheke Interesse und eine Fastfood-Kette sucht einen Franchise-Nehmer für eine 112 Quadratmeter große Ladeneinheit. Ab Neujahr wird die IG Metall mit ihrer Geschäftsstelle auf 180 Quadratmetern im Burg-Center besser erreichbar sein als am Mühlener Markt.

Und in wenigen Wochen zieht neues geschäftliches Leben in der Fußgängerzone ein. Am Donnerstag, 21. September, eröffnet um 9 Uhr die Discountkette Action ihre Stolberger Filiale, erklärt Unternehmenssprecherin Maria Langhammer auf Anfrage. In der Rathaus-Passage hat das niederländisch basierte Unternehmen 1000 Quadratmeter angemietet. Ende Mai war der Mietvertrag über zunächst fünf Jahre unterschrieben worden.

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